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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zwischen Komik und Chronik,
Von Neuro Mat "Leser" (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Inder (Gebundene Ausgabe)
Abbas Khider ist ein Chronist. Seinen ersten Gedichtband nannte er "Chronik der verlorenen Zeit". Nun hat er die Geschichte seiner Flucht aufgeschrieben. Es ist die Flucht eines politisch Verfolgten. Wer ohne Pass unterwegs ist, der nächtigt schon mal unter Brücken und trägt Teppiche, sortiert Müll und wischt Treppenstufen, auf denen andere sich ihren Aufstieg erhoffen.Irgendwie hat er sich dabei die innere Kraft des Lachens erhalten. Wie anders könnte es sein, dass bei einem derartigen Szenario, dass uns selbst ein heftiges Schaudern über dem Rücken bereiten würde, sein Humor sich bis zur Komik steigert. Politische Verfolgung, gewaltsamer Ausschluss aufgrund von fundamentalistischen Ueberzeugungen werden davon nicht weniger existentiell bedrohend, aber sie gelangen in eine Ecke, die ihre Verursacher gar nicht mögen: die der Lächerlichkeit. Das gelingt dem Autor mit seiner erst auf der Flucht erlernten Sprache, von deren Lebendigkeit sich manch hochgelobter ureingewohnter Schreiber eine Scheibe abschneiden könnte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Man ist gespannt auf weitere Werke.,
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Inder (Gebundene Ausgabe)
Abbas Khider wurde in Bagdad geboren. Er lebt seit 2000 in Deutschland und studiert hier Philosophie und Literaturwissenschaften. In dem gebundenen Buch, das 2008 im Nautilus Verlag erschienen ist, erzählt er acht Geschichten, die vielleicht in Teilen seine eigene ist, mit Sicherheit aber Ähnlichkeit hat mit den Erlebnissen vieler Immigranten.Khider lässt Hamid seine Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen; es ist eine Wahrheit, die offensichtlich nur in überschaubaren Portionen ertragen und zugemutet werden kann. Anfangs ist es nicht mal seine eigene, sondern die eines Unbekannten. Wie bei einem zersprungenen Spiegel, dessen Splitter wieder zusammengesetzt werden und bei dem jedes Scherbenteil das Ganze spiegelt, erfährt der Leser immer mehr Details bis er am Ende ein vollständiges Bild der Reise vor Augen hat. Abbas Khider erzählt in beinahe lakonischem Plauderton, was jedoch nicht über das tragische Erleben auf der Flucht von Süden nach Norden hinwegtäuschen kann. Fast vermittelt sich der Eindruck, als säße man mit einem guten Freund zusammen, der erzählt, was sich am Tage so ereignete: Ach ja, und dann war ich auch noch anderthalb Jahre im Gefängnis... An einigen Stellen bekommt die Geschichte fast kindliche Züge: etwa, wenn der Protagonist überlegt, ob seine Mutter denn jetzt tatsächlich seine wirkliche Mutter ist, was so typisch ist für ein bestimmtes Kindheitsalter. Oder da, wo Rasul Hamid sich persönlich verantwortlich fühlt für das Schicksal einiger Flüchtlinge oder sogar Naturkatastrophen. Dies macht ihn sehr sympathisch und erzeugt Nähe und Vertrautheit mit der Figur. Wie traumatisch das Aufwachsen in einer umkämpften Stadt und unter einem Terrorregime sowie die Reise tatsächlich waren, wird nicht nur durch die Schilderung der Ereignisse deutlich. Die Folgen schimmern durch an Stellen, an denen der Autor von der Wüste im Kopf des Erzählers berichtet: Alles leer! Die Umwelt verschwindet, ... Kioske, Menschen - alles weg. Zeit und Orientierung gehen für unbestimmte Zeit verloren, dissoziative Zustände stellen sich ein. Der Autor versteht es dabei meisterhaft mit Nähe und Distanz zum Geschehen und den Gefühlen des Lesers zu spielen und man fühlt sich an keiner Stelle des Buches unangenehm berührt. Es ist vielmehr eine spannende, fast unglaubliche, jedoch sehr glaubwürdige Geschichte, die sich subtil auf 150 Seiten entfaltet. Khider nimmt den Leser mit auf seiner Reise bis zur letzten Seite. Er beweist mit diesem Buch, dass er nicht nur Lyriker, sondern auch ein ausgezeichneter Erzähler ist, der den Gebrauch der Worte und auch der Form virtuos beherrscht. Man ist gespannt auf weitere Werke. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
leicht und trotzdem ergreifend,
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Inder (Gebundene Ausgabe)
Mit einfachem und eingänglichem Schreibstil wird das Leben vor, während und zum Teil nach einer Flucht aus dem Irak beschrieben. Das Buch ist kurzweilige Lektüre und trotzdem auch beschämend für jemanden, der es aus dem sicheren Umfeld in Deutschland liest. Lesenswert!
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