Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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30 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bob Dylan verblüfft ratlose "Fans", 9. Oktober 2009
... und mich würgt es heftigst, wenn ich Kommentare wie den von Herrn Knorr lese. Sorry Werner, das war nicht notwendig...
Zum Album: Bob singt wunderbar, wirklich schön, auf diesem Album. Die Songs sind sehr liebevoll arrangiert. Manchmal fast ein bißchen kitschig, doch Dylan's grandiose Stimme rettet alles. Es paßt einfach zu Weihnachten. Außerdem sind die Einnahmen für einen guten Zweck bestimmt. Ich bewundere Dylan außerdem dafür, immer das zu produzieren was ihm selbst gefällt und nicht irgendwelchen verbohrten Hobby-Kritikern, die nur das gut finden, was sie selbst erwarten und ihn in eine bestimmte Schublade stecken wollen. In diesem Sinne: Merry Christmas!
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Weihnachten mit Onkel Bob, 10. Oktober 2009
Bob Dylan hat ein Weihnachtsalbum aufgenommen. Bob Dylan? DER Bob Dylan? Der Meister? Der Dichterfürst? Der coolste alte Mann auf Erden, der sich vor 12 Jahren mit "Time Out Of Mind" spektakulär zurückmeldete, seitdem auf einer Welle des Erfolgs schwimmt und alles zu Gold macht, was er anfasst? Die Ikone, die uns Songs wie "Masters Of War", "Visions Of Johanna", "Like A Rolling Stone" und unzählige Hochkaräter mehr beschert hat? Genau der...
Was hat nun ausgerechnet Bob Dylan, Säulenheiliger und Identifikationsfigur der Protestbewegung und allseits anerkannter Großmeister der Songwriterzunft ausgerechnet mit dem am unfassendsten kommerzialisierten Fest der Welt zu tun? Auf den ersten Blick rein gar nichts, Weihnachten spielte in seinem Schaffen noch nicht mal während seines heftigen Flirts mit dem Christentum Ende der 70er eine sonderliche Rolle. Geld hat er wohl auch genug, immerhin ist er ebenso geschäftstüchtig wie genial. Warum also ausgerechnet ein Album mit Weihnachtsliedern?
Diesmal rief das Gutmenschentum, Dylan wird von den Erlösen dieses Albums wohl keinen Cent sehen, die Einnahmen in den USA gehen komplett an Feeding America, eine Organisation, die der von der Finanz - und Wirtschaftskrise arg gebeutelten niederen Einkommenschicht der USA warmes Essen auf den Tisch bringt. Die Einnahmen aus dem Rest der Welt gehen ebenfalls an Wohltätigkeitsorganisationen. Eine höchst ehrenvolle Angelegenheit also.
Was kann man nun zur Qualität der Platte sagen? Es wurde ja schon kräftig geätzt und kritisiert und tatsächlich ist Dylans krächzende Raspelstimme wohl kaum etwas, was mit dem Fest des Friedens und der Liebe (was Weihnachten im Idealfall ja immer noch sein sollte, die Realität sieht oft genug anders aus) in Verbindung bringt. Nach dem ersten Durchhören muß ich sagen: Hab noch nie so ein schönes Weihnachtsalbum gehört. Dylan hat seine bewährte Studio - und Tourband im Rücken, die die größte Aufgabe, die weltbekannten Weihnachtslieder nicht zu sehr in die Kitschfalle tappen zu lassen, hervorragend lösen. So wird diese Gefahr meist weiträumig umschifft und es ensteht ein möglichst erdiger Sound um die Stimme Dylans, der hier so zart und einfühlsam wie selten zuvor klingt. Daß er ein hervorragender Crooner ist, hat er auf seinen letzten Alben Mal um Mal bewiesen und auch hier präsentiert sich der Meister in Bestform. Ferner bleiben dem Hörer (größtenteils) Bimmelglöckchen und Kinderchöre erspart, die Chorparts werden dankenswerterweise von nicht allzu süßlichen Männer - und Frauenstimmen gesungen. Nicht immer war Dylan so geschmackssicher, ich erinnere mich mit Grausen an "They Killed Him" von "Knocked Out Loaded". Höhepunkte des Albums sind für mich der ziemlich schräge "Christmas Blues" und das krachende "Must Be Santa". Wunderschön einfach Dylans Version von "Hark The Herald Angels Sing", "I'll Be Home for Christmas" und "Little Drummer Boy", außerdem hat man die wohl einmalige Gelegenheit, Dylan auf Latein singen zu hören ("Adeste Fideles"). Irgendwie macht dieses Album warm ums Herz und man fühlt sich in bessere Zeiten versetzt.
Punktabzug gibts einzig für das bescheuerte "Christmas Island" und den exzessiven Einsatz von Bimmelglöcken in zwei Songs. Ansonsten: Sehr schönes Album, das mir mein einmal mehr ausfallendes Weihnachten versüßen wird.
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Merry Xmas, Onkel Bob!, 10. Oktober 2009
Die gute Nachricht zuerst: Mr. Tambourine Man nimmt wieder Drogen! Die schlechte: Es sind die falschen!" So oder so ähnlich dürften die Kommentare geklungen haben, als die ersten Gerüchte im Internet zirkulierten, dass Bob Dylan (Ja, der Bob Dylan!) eine Platte mit Weihnachtsliedern veröffentlichen würde. So oder so ähnlich habe auch ich gedacht, als ich davon las. Nun ist sie also da: Christmas In The Heart" - außen ein grauenhaft kitschiges Cover mit verschneiter Dorflandschaft, Pferdeschlitten, Kutscher und muffbewehrter Lady. Innen ein Pin-Up-Girl mit Santa-Mütze, rotweißem Mantel und pelzbesetzten Stiefelchen, das dem Betrachter die üppigen Brüste entgegen reckt. Columbia Christmas Recording" lese ich auf dem in festlichem Rot gehaltenen Silberling. Und dann? Here Comes Santa Claus, here comes Santa Claus" röchelt der alte Kannibalenhäuptling, und ein gar lieblicher Engelschor säuselt: Right down Santa Claus Lane". Ja, Onkel Bob nimmt wieder Drogen - aber diesmal sind es die richtigen. Um es kurz zu machen: Diese Platte ist ein Meisterwerk. Hätte Barbara Streisand die gleichen Songs im selben Arrangement aufgenommen, wäre das der ultimative Stimmungskiller unter dem Tannenbaum geworden. Verstaubter Mainstream bis zum Abwinken. Doch Onkel Bob ist nicht Barbara Streisand. (Die, falls Sie das nicht wissen sollten, ebenfalls der jüdischen Kultusgemeinde angehört und somit eigentlich keine Weihnachtslieder singen dürfte.) Dylan - und daran kann kein Zweifel bestehen! -, liebt diese Art von Musik. Wer das nicht glauben mag, sollte mal bei einer der um die hundert Folgen seiner Theme Time Radio Hour" reinhören. Er tut das, was man von einem Genie erwarten darf: Er tut das Unerwartete. Die ausgefeilten, ja, fast zuckersüßen Arrangements konterkariert er mit seiner Totengräber-Stimme und schafft es dergestalt, eine Hommage und gleichzeitig eine ironische und höchst unterhaltsame Dekonstruktion dieser zu Tode genudelten Standards abzuliefern. So wechseln Momente stiller Einkehr (Hark The Herald Angels Sing", The Christmas Blues", The Christmas Song") nahtlos mit Phasen augenzwinkernder Hintertriebenheit (Here Comes Santa Claus", Christmas Island"). Insgesamt handelt es sich um ein höchst homogenes Werk,. Dennoch erlaube ich mir, zwei persönliche Favoriten zu nennen: zum einen die herrlich überdrehte Polkaversion von Must Be Santa" - zweifelsohne die schnellste Nummer, die Dylan jemals abgeliefert hat. (So schnell, dass David Hidalgo an einer Stelle mit dem Akkordeon nicht mehr hinterher kommt! Ein kleiner, kostbarer Moment, der vom Produzenten Jack Frost (!) alias Dylan natürlich nicht korrigiert wurde!) Und zum anderen der ultimative Judy-Garland-Klassiker Have Yourself A Merry Little Christmas", den Dylan mit so viel Gefühl und Empathie singt, dass es einem Tränen in die Augen treibt. Natürlich ist das nur Spekulation, doch ich denke, der Meister hat sich hier ganz tief vor dieser Künstlerin verbeugt, die, wie er, aus Minnesota stammte, und leider viel zu früh an den Folgen ihres Ruhms zerbrach.
Bob Dyan ist 68 Jahre alt. Er hat Millionen Platten verkauft, Reichtum und Ruhm erworben, das Leben von ungezählten Menschen auf die ein oder andere Weise beeinflusst. Er muss niemandem etwas beweisen. Er muss keine Rücksicht auf Wen-auch-immer nehmen. Er tut das, was er tun will - und sein Status als lebende Ikone gibt ihm jedes Recht dazu. Wenn er sich demnächst entschließen sollte, Bach's Goldberg-Variationen auf dem Kamm zu blasen, so what? Größe und Talent kann man nicht kaufen - man muss sie sich verdienen. Merry Xmas, Onkel Bob!
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