Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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57 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Interessant, gerade in der heutigen Zeit!", 22. Oktober 2008
Regissuer Sean Penn erwarb damals die Filmrechte an Jon Krakauers Erfolgsgeschichte "Into the Wild". (Die durch gefundene Tagebucheinträge, Postkarten und Erzählungen der Menschen die Chris auf seiner Reise traf, rekonstruiert wurde.) Bekam aber erst rund 10 Jahre später die Zustimmung der Eltern von Christopher McCandless für die Verfilmung. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte über einen jungen Mann der in reichen Verhältnissen aufwuchs, der im Sport wie in der Schule ein Überflieger war.
Er ist Anfang zwanzig und nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992 entschließt er sich, seine Ersparnisse (immerhin ca. 25.000 $) an die Hungerhilfe zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgerüstet mit dem Nötigsten beginnt er seine abenteuerliche Reise, in derer er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben und das seiner Wegbegleiter formt und prägt. Im Vordergrund steht hier eine selbstzerstörerische Suche eines Einzelgängers, eine Suche nach Freiheit...
Über mehrere Jahre entsagt er allen Besitztümern, welche ihn nur einengen würden. Während einiger Niederlagen auf seine Reise hin und hergerissen, sich doch wieder dem Wohlstand zu ergeben und zu seinen aus seiner Sicht spießigen Eltern zurück zu kehren, widersteht er diesem Gedanken und entwickelt dadurch ein ganz neues Gefühl des Starkseins, des Erhabenseins.
Die Umsetzung des Buches ist gelungen wenn auch nicht ganz so ausführlich, aber das macht ja Bücher schließlich aus. Der Film bietet beeindruckende Naturaufnahmen und zeigt wie verschieden doch die amerikanischen Landschaften und die damit verbundenen Menschen sind. Wir werden entführt in Wüstengebiete, über Kornfelder, bis hin zu den kalten Bergen Alaskas. Untermalt wird das ganze von einem stimmigen Soundtrack. Ein Glücksfall finde ich die Besetzung der Hauptrolle mit Emile Hirsch, der den Chris McCandless sensationell spielt. Man spürt die innere Zerissenheit, zwischen Wut auf der einen und der Suche nach Geborgenheit und Glück auf der anderen Seite. Auch sein Aussehen, sowie seine Gesichtszüge, die den Wohlstandszustand genauso wie das Abgehalfterte/Gezeichnete (er nahm viele Kilos während des Filmes ab) glaubwürdig erscheinen lassen. Wenn man das letzte Originalbild von Chris auf dem Buchrücken kennt und die gleiche Szene im Film sieht, wird klar wie gleich beide aussehen. Auch die übrige Besetzung mit Hal Hoolbrook, William Hurt, Vince Vaughn, Catherine Keener u.a. reiht sich nahtlos ein.
Die Laufzeit des Filmes die mit 142 minuten sehr lang ist, aber nie lang erscheint, lässt einem die Zeit für eigene Gedanken ohne dabei schleppend zu sein.
Insgesamt mal was ganz anderes, gerade in unserer schnellebigen und technisierten Welt , mal Menschen zu sehen die den ganzen bunten Bildern den Rücken kehren. Auch wenn es hier eher unvorbereitet und von jugendlicher Naivität geprägt ist. Chris McCandless war vom Idealismus besessen, der mit der heutigen Zeit nicht leicht zu vereinbaren ist.
Aber letzendlich lebte er seinen Traum...
Empfehlenswert für jeden, der sich um die Wertigkeiten in seinem Leben, und in der Gesellschaft Gedanken macht.
Interessant auch das 64 minütige Bonusmaterial mit vielen Interviews der Darsteller und das Regisseurs.
(DVD)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Konsequent, 12. Januar 2010
Es wurde hier schon viel geschrieben.
Eines ist klar, aussteigen erfordert Mut, denn die Konsequenzen des Aussteigens sind, wie der Film zeigt, nicht nur das unbeschreibliche Gefühl wirklich frei, sondern auch einsam und ohne zwischenmenschliche Bindung zu sein. Einerseits war ich voller Bewunderung, andererseits dachte ich gelegentlich, ich steig gleich in den Bus ein, um ihn zu trösten, mit ihm zu reden. Es überfiel mich eine Faszination und Ablehnung zugleich. Die Erklärungen für den Ausstieg des jungen Mannes werden in Rückblicken geliefert. Diese Familie hätte mich wahrscheinlich auch in die Flucht geschlagen. Ob ich den Mut gehabt hätte, in die Wildnis zu gehen??? Ein stiller, fast radikaler Film
Gut gespielt, schöne Bilder, beklemmende Momente.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Welt den Rücken kehren..., 31. Dezember 2009
Christopher McCandless hat keine Lust mehr und will weg. Keine Lust auf Kommerz, den spießigen Alltag und die reiche aber verlogene Familie. Was bietet sich da besseres an als den Weg nach Alaska zu suchen, um dort zu verweilen - fernab von Mitmenschen, deren Ansichten Christopher nicht mehr teilt. Den Universitätsabschluss kann der talentierte junge Mann noch vorweisen, doch das als Belohnung von den Eltern versprochene Auto lehnt Christopher ab und entschließt sich, der von materiellen Werten geprägten Welt den Rücken zu kehren.
Zu Beginn sehen wir McCandless aus einem Auto steigen und durch den Schnee stapfen. Er ist in Alaska angekommen, dem Ziel seiner Träume. Keine Menschenseele weit und breit, lediglich die eingeschneite Natur. Ein verlassener und heruntergekommener Bus mitten in der Einöde wird sein neues Zuhause. Umgeben von unvorstellbarer Stille scheint Christopher dennoch glücklich zu sein und beginnt sich in dem schäbigen Vehikel häuslich einzurichten. Nach langen zwei Stunden schließt sich dann der Kreis und wir begegnen unserem Helden wieder in Alaska, etwas geläutert, geschunden, ausgemergelt und mit den Kräften ziemlich am Ende. Doch der Bach, den er zu Beginn des Films noch locker durchwaten konnte, hat sich im Frühjahr in einen reißenden Strom entwickelt, der den Rückweg unmöglich macht.
Nach und nach entwickelt Regisseur Penn die Story des Ausreißers McCandless nach der literarischen Vorlage von Jan Krakauer und erzählt die mitunter tragische Lebensgeschichte des Protagonisten. Teilen muss man dabei die Überzeugungen und Lebensweisheiten des jungen McCandless nicht, doch Penn nimmt uns mit auf eine existenzielle Suche nach der Harmonie zwischen Mensch und Natur. Die grandiosen Landschafts- und Tieraufnahmen haben zwar zur Folge, dass der Plot mitunter etwas aus den Fugen gerät und an innerer Stabilität verliert, sie vermitteln aber andererseits die grenzenlose Spiritualität, aus der McCandless seine schier unerschöpfliche Kraft zieht. Untermalt werden die beeindruckenden Bilder vom exzellenten Soundtrack von Pearl Jams Eddie Vedder, dessen Klänge perfekt mit den visuellen Eindrücken verschmelzen. Penn ist mit seinem Film ein Potpourri aus Roadmovie, Aussteigergeschichte, Hommage an die Natur und Abrechnung mit der kapitalistischen Wertegesellschaft gelungen. Ob man McCandless Ansichten dabei teilt, ist jedem selbst überlassen, zum Nachdenken sollte der Film aber allemal anregen.
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