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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
"Sie erzählen mir nicht, wie ich mein Leben gelebt habe!", 16. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: El Cantante (DVD)
Das sagt Puchi(Jennifer Lopez) zu ihrem Interviewer. Wir befinden uns im Jahr 2002, in einem verlassenen New Yorker Tonstudio. Puchi, die Witwe des puertoricanischen Salsasängers Hector Lavoe(Marc Anthony)wird uns von Regisseur Leon Ichaso in bewegenden schwarz/weiß Einstellungen präsentiert. Sie nimmt uns mit in ihre Erinnerungen. Die beginnen 1963 und enden 1993. Mit Puchis Gedanken reisen wir durch diese 30 bewegten Jahre und kehren zwischendurch immer wieder in das Jahr 2002 und das dunkle Tonstudio zurück. Ichasos Kniff, Lavoes Leben auf diese Art und Weise darzustellen, ist dabei eindrucksvoll gelungen.
1963, Ponce, Puertorico. Der junge Hector Perez verlässt seine Heimat und zieht nach New York. Dort findet der talentierte Sänger Anschluss an den Musiker Willie Colon. Beide gründen eine Band und erhalten einen Plattenvertrag. Unter dem Künstlernamen Lavoe wird Hector berühmt. Zusammen mit Colon ist er einer der Mitbegründer des Salsa. Die New Yorker Puertoricaner scheinen auf diese Musik nur gewartet zu haben. Lavoe steigt in die Charts ein, füllt sogar den Madison Square Garden.
Neben der Musik interessiert sich Hector jedoch vor allem für Puchi. Er lernt sie auf einer Geburtstagsfeier kennen und verliebt sich unsterblich in sie. Zusammen streben beide unaufhaltsam nach oben.
Als der Erfolg stabil bleibt, verwandelt sich das Leben von Hector und Puchi in eine einzige Party. Falsche Freunde und Drogen sind sehr schnell der Mittelpunkt des Alltags. Hector kann nicht von anderen Frauen lassen, merkt aber auch schnell, dass er zwar nicht mit, aber auch nicht ohne Puchi leben kann. Er wird unzuverlässig, versetzt seine Bandkollegen und ist oft so high, dass mit ihm nichts mehr anzufangen ist. Währenddessen sind Puchi und er Eltern eines Sohnes geworden. Es kommt, wie es kommen muss: Willi trennt sich von Hector, der macht allein weiter und bricht schlussendlich zusammen. Es folgen Krankenhaus und Entzug, Wiedereinzug in die gemeinsame Wohnung, Suche nach dem alten Erfolg und der Versuch, ein Familienleben aufzubauen. Zunächst scheint das zu funktionieren, aber nach und nach entgleitet Hector Puchi wieder. Das ist der Anfang vom Ende...
Leon Ichaso hat eine grandiose Geschichte auf Zelluloid gebannt. Dabei hält sich die Story um Hector Lavoe nicht immer an geschichtliche Details, ist aber sehr nah dran, am wirklichen Lavoe. Die "typische" Erfolgsstory a'la Johnny Cash oder Jim Morrison, die schlussendlich im Chaos endet, ist tatsächlich so passiert. Als Zuschauer erkennen wir dabei wieder, dass die besten Geschichten vom Leben selbst geschrieben werden. Dazu gibt es wunderbare Salsa Musik vom Allerfeinsten, die ein gut aufgelegter Marc Anthony hervorragend präsentiert.
Das tatsächliche Ehepaar Lopez/Anthony spielt die Rollen Puchi und Hector famos. Beide Mimen sind eher Sänger als Schauspieler, aber das merkt man dieser Produktion nicht an. Jennifer Lopez überrascht immer wieder in starken Rollen, die nicht unbedingt zu ihrer Musikkarriere passen und Marc Anthony spielt das, was er kann: Einen Sänger!
Mein Fazit: El Cantante ist interessantes Kino mit Anspruch und Klasse. Gewürzt mit Tragik und jeder Menge Musik. In jedem Fall sehenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Für Lavoe- und Salsa-Fans durchaus zu empfehlen, 15. November 2009
Rezension bezieht sich auf: El Cantante (DVD)
Die Wahl der Schauspieler fiel auf Marc Anthony als Hector Lavoe und Jennifer Lopez als Puchi. Durch die Parallelen zwischen Figuren und Darstellern ist automatisch ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit gegeben: Anthony, selbst Sänger und mit puertoricanischen Wurzeln in New York geboren und aufgewachsen, spielt die Salsa-Legende mit einer soliden Leistung und kann vor allem dessen Musikalität, jedoch auch dessen Passivität gut transportieren. Sängerin Jennifer Lopez, die ebenfalls ursprünglich aus Puerto Rico stammt, als seine Ehefrau Puchi reißt bisweilen den Film mit ihrer Präsenz an sich, was jedoch auch daran liegt, dass die Geschichte aus Puchis Sicht erzählt wird und ihre Rolle wesentlich mehr Emotionen verlangt. Wo die Figur des Lavoe nahezu stoisch und in sich gekehrt vieles in seinem Leben einfach über sich ergehen lässt, ist Puchi wesentlich aktiver, versucht ihre Existenz nach ihren Wünschen zu formen und muss immer wieder gegen Lavoes Gleichgültigkeit ankämpfen. Dass die beiden Schauspieler auch im wahren Leben verheiratet sind, mag ihnen bei der Arbeit zugute gekommen sein. Dennoch wäre eine Schwerpunktsetzung auf Lavoes Figur angebracht gewesen; schließlich geht es um ihn und sein Leben und Werk.
Der Musik wird entsprechend dem Künstler viel Platz eingeräumt. Immer wieder sieht man Anthony auf der Bühne performen oder im Studio Musik aufnehmen; in diesen Momenten ist eine optische Ähnlichkeit zu Lavoe wirklich nicht abzusprechen. Zudem wurde viel Biografisches hineingepackt, ohne indes alles zu übernehmen; zu unglaubwürdig wäre der Film über das tragische Leben des Sängers geraten. Bisweilen fehlen dem Zuschauer jedoch Hintergründe und Motivationen. Scheinbar nur aus Launen heraus zerstört der Lavoe des Films sein eigenes Leben mit Drogen, Alkohol und Prostituierten, Gründe für diese Selbstzerstörung werden nur aus einigen Dialogen erklärt, statt sie im Zusammenhang darzustellen. Hier fehlt die psychologische Komponente, die geholfen hätte, den Menschen Lavoe besser zu verstehen oder zumindest teilweise nachvollziehen zu können.
Zeitsprünge in der Handlung, die von Lavoes Reise nach New York, um dort Karriere zu machen, bis zu seinem Selbstmordversuch fünf Jahre vor seinem Tod berichtet, sollen die linear erzählte Handlung etwas aufpeppen. Allerdings sorgt dieses Stilmittel eher für einen sperrigeren Zugang, da der langsame und stetige Absturz des Protagonisten so immer wieder unterbrochen wird. Dadurch hält sich den ganzen Film über eine gewisse Distanz zwischen Zuschauer und Figuren.
An Extras ist die DVD aus dem Hause HMH mager ausgestattet: Eine Slide- sowie eine Trailershow sind alles, was den Fan erwartet. Da wäre doch etwas mehr drin gewesen, und seien es nur Infotafeln zu Lavoe oder den Darstellern.
Fans des Salsa oder von Hector Lavoe werden Gefallen an dem Film finden, der mit einer ordentlichen Schauspielleistung und viel guter Salsamusik aus den siebziger und achtziger Jahren aufwarten kann. Als Musikerbiografie hat der Filmmarkt mit "Ray" oder "Walk the Line" indes stärkere Beiträge zu bieten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Der Film erzählt nicht, wie Hector Lavoe sein Leben gelebt hat, 26. November 2009
Rezension bezieht sich auf: El Cantante (DVD)
Die Besetzung mit Marc Anthony ist nicht so schlecht - die Musik ( Anthony hat alle Lavoe-Songs im Studio neu aufgenommen ) sogar sehr gut. Warum die Story die Sicht der Ehefrau widergibt, wird schnell klar: Jennifer Lopez möchte auch eine Hauptrolle spielen und drängt sich bei Ihren Szenen immer und immer wieder peinlich in den Vordergrund. Darunter leidet der Film sehr, der das Leben des Cantante De Los Cantantes höchstens andeutet - teilweise aber auch verzerrt darstellt. Völlig unverständlich: Die Darstellung der anderen grossartigen Salsa-Musiker dieser Zeit, wie z.B. Johnny Pacheco, der im Film zur hopsenden Clownfigur mutiert oder Willie Colon als ewig bekiffter Junkie. WAS SOLL DAS???
Nicht nur bei den Salsa Fans in New York und Puerto Rico ist der Film völlig gefloppt. Wegbegleiter Lavoes äusserten sich zu dem Film gar nicht oder wenn dann eindeutig ablehnend. Auch an den Kinokassen war dem Film nicht der grosse Erfolg beschieden. In Europa wurde er gar nicht erst ins Kino gebracht.
Trotzdem hat der Film einige Stärken: Das sind die Musikszenen ( meist Konzerte ) und der Soundtrack ... und die grösste Stärke: Endlich mal ein Film, der Salsa zum Haupt-Thema haben könnte ( wenn nicht JLo gerade wieder peinlich dazwischengeht ). ~11 EUR sind daher für Salsa-Fans OK. Wer sich mit dem Thema Salsa und der Geschichte von Hector Lavoe überhaupt nicht auskennt, wird eher gelangweilt sein ( wie Freunde von mir ).
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