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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Owei...schwere Kost!, 7. Januar 2010
Dainipponjin ist ein sehr sehr ungewöhnlicher Film. Aber er ist schon auch sehr bemerkenswert. Wie so manch anderer Film auch, der aus Japan seinen Weg in unsere Kino findet.
Kurz zum Inhalt: Der letzte real existente Superheld Japans wird im Rahmen einer Doku-Soap in Szene gesetzt. Mit ruckligen Bildern wird die Geschichte des letzten Beschützers Japans erzählt, der das Inselreich von ebenso real existierenden Monstern befreit (Godzilla ist harmlos gegen die Absurdität dieser Monster, die alle im Stil einer Pokemon Spielkarte vorgestellt werden, wenn sie die Szene betreten).
Also genau genommen ist "Dainipponjin" die im B-Movie Stil erzählte Parodie eines B-Movies, nur noch absolut ins Groteske gesteigert und lustvoll durch gekonnt schlecht gemacht digitale Technik auf handwerklich allerhöchstem Niveau verfremdet.
Klingt schwierig? Ist es auch!
Die erste halbe Stunde folgt ein Kamarateam einem ziemlich zotteligen Alltags-Japaner durch sein Leben, an dem eigentlich nichts bemerkenswert ist...ausser, dass er Dinge mag, die größer werden, wenn man das will. Wie zum Beispiel einen Knirps-Schirm. Klein und unauffällig. Aber in der richtigen Situation groß und der einzig wahre Schutz - in dem Fall vor Regen.
So langsam kommt man drauf, dass er wohl der einzig überlebende Superheld ist, der bei Bedarf wachsen kann und riesige Monster ausschaltet, die Japan bedrohen. Aber nur, wenn er vorher die behördlich streng reglementierte Shinto-Prozedur zur Beschwörung seines Riesenwuchses (wirkt nicht, ist aber Tradition und daher vorgeschrieben, kann man nicht einfach weglassen!) und vor allem die recht geheime tatsächliche Wachstumsbeschleunigung (einen saftigen Stromstoß durch die Brustwarzen, ist recht schmerzhaft, dem Helden eher peinlich und es sollte an sich auch eher niemand etwas davon wissen, blöd, dass das Kamerateam sich ausgerechnet hierzu einschleicht...) über sich ergehen läßt. Und er schaltet Monster um Monster aus, wie schon seine Vorfahren vor ihm (Opa-Dainipponjin wird auch seinen eher unrühmlichen Auftritt haben). Eigentlich also ein echter Held, sollte man meinen.
Nur seine Umwelt dankt ihm seinen heldenhaften Einsatz nicht wirklich. Manche der beiläufig im Tokyoter Straßenbild inerviewten Passanten halten ihn für die eigentliche Bedrohung, nicht die Monster. Denn deren Beseitigung scheint nahezu zwangsläufig jedes Mal zu immer ersthafteren Bechädigungen des Tokyoter Stadtbildes zu führen.
Langsam und gekonnt in Szene gesetzt nimmt also die Geschichte ihren absurden Verlauf, sehr ruhig (ja teils fast schon langweilig) erzählt. Die teils schier unglaubliche Komik wird eigentlich vor allem durch den ruhigen, völlig bierernsten Stil erzeugt, mit dem einem hier der allergrößte Schwachsinn serviert wird, den ich bisher auf DVD erleben durfte. Das ganze kommt so dermaßen knochentrochen und absurd rüber, dass ich mich vor Lachen mehrfach wirklich ernsthaft an meinem Feierabendbierchen verschluckt habe.
Bis nahezu zum Ende finde ich den Film dann auch absolut sehenswert, bietet er doch einige wirklich zum Brüllen komische Momente. Der Schluß allerdings verliert sich für meinen Geschmack dann doch so dermaßen ins Absurde, dass ich ihm rein gar nichts abgewinnen kann - und daher auch der Punktabzug.
Fazit: Ich denke, man muss Japan schon kennen und einen gewissen Bezug zum Land und zu seinen Leuten haben, um die Komik wenigstens einigermaßen zu verstehen, die "Dainipponjin" bietet. Man muss sicher auch den einen oder anderen Godzilla-B-Movie gesehen haben, um zu verstehen, über was sich die Macher von Dainipponjin eigentlich so gekonnt lustig machen. Aber man muss dem Film Zeit geben und sich in die Kleinigkeiten versenken können. Und man muss komplett dabeibleiben, sonst erschließt sich einem die eigentliche Komik nicht und man sieht nur eine blöde Kopie eines blöden B-Movies.
Für mich trotz des Ende und des Punktabzugs dennoch ein echt sehenswerter Film!
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