Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gut, aber diesmal kein Meisterwerk, 16. Mai 2009
Nachdem das Album nun schon eine Weile auf dem Markt ist, denke ich, es auch mehr oder weniger treffend rezensieren zu können. Habe die Erfahrung gemacht, dass Impuls-Rezensionen gleich nach dem ersten oder zweiten Hörenselten ihre Gültigkeit verlieren.
Aber bevor's zum Album geht, muss ich doch meiner Verwunderung über so manche Kritik Ausdruck verleihen: Man liest öfter etwas wie "kannte Dylan von früher" und "klingt ja heute ganz anders, gefällt mir nicht" o.ä. Natürlich, jedem seine Meinung. Aber wenn jemand Dylan und seine Musik vielleicht seit Jahrzehnten aus den Augen bzw. Ohren verloren hat, dann findet er sicher nur schwer Zugang zu "Together through life". Evtl. erwarten ja manche immer noch einen jungen Sänger, der - nur mit Gitarre und Mundharmonika begleitet - seine Protestsongs zum besten gibt.
Wer abgetarkelte Stars oder One-Hit-Wonder hören will, die ihre über 40 Jahre alten Playbacks "singen", der ist wohl in diversen Chart-Shows auf den einschlägigen Sendern besser aufgehoben.
Doch zum Album: Ich finde die drei Vorgänger ("Modern Times" 2006, "Love & Theft" 2001 und "Time Out Of Mind" 1997) auch allesamt besser. Gegen diese 5-Sterne-Meisterwerke fällt "Together Through Life" doch ein wenig ab. Während auf ebengenannten jeweils gleich mehrere gandiose Songs zu finden waren ("Workingman's Blues No.2", "Ain't talkin'"; "High Water", "Mississippi"; "Not dark yet", "Love sick" und viele mehr) fehlen mir hier DER oder DIE absoluten Übersongs.
Natürlich sind die Lieder schön, das Album insgesamt homogen; besonders überzeugend der Opener "Beyond here lies nothin'", das etwas an "Ain't talkin'" erinnernde "Forgetful heart", mein persönlicher Favourite "This dream of you" und vor allem "I feel a change comin' on", das trotz des "verdächtigen" Titels natürlich kein Aufspringen auf den Zug der Obama-Manie zum Inhalt hat (wäre es bei Neil Young vielleicht gewesen ...). Größter Minuspunks des Albums sind für mich die bluesigen Stücke. Vielleicht vom Opener abgesehen fehlen es "Jolene" und Shake shake Mama" einfach am Drive, um sich mit Songs wie etwa "Lonesome Day Blues" oder messen zu können, was womöglich auch am stets präsentenAkkordeon liegt, der den Songs in meiner Meinung bisweilen den nötigen Biss nimmt. Nichtsdestotrotz gefallen mir auch die beiden recht gut und werden wohl, wie es bei fast allen Dylan-Songs der Fall ist, erst in der Live-Version richtig zur Geltung kommen.
Alles in allem aber ein gutes Album. Zwar (für die letzten Jahre untypisch) mal kein Meisterwerk, aber ein gutes Album, dem man ein wenig Zeit zum Reinhören zugestehen sollte. Wenn sich die Rezensionen zu "Together Through Life" irgendwann bei 4 Sternen eingependelt haben, ist das Album absolut treffend bewertet!
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34 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Großartiges Album, mäßige Ltd. Edition, 24. April 2009
Eines ist bereits jetzt klar: Dieses Album vom Altmeister des Rock n' Roll war die Überraschung des ersten Halbjahres 2009 schlechthin. Kurzerhand entschied sich das Management den ursprünglich im Herbst geplanten Release auf den 24. April vorzuverlegen. Die Tatsache, dass die große Europatournee zu der Zeit im vollen Gange ist, schien ein positiver Begleitfaktor zu sein.
Wiedermal schlug Dylan musikalisch eine nahezu komplette Kehrtwende ein: Der Blues und Rock n' Roll des Vorgängers ist gewichen und nun erwarten den Hörer eine geballte Ladung von rauen, ungeschliffenen Country-Lovesongs - größtenteils dominiert von David Hildagos Akkordeon Spiel, das einen irgendwo in ein mexikanisches Wüstenkaff versetzt, wo man mit einem Tequilla in der Hand über die Irrungen und Wirrungen der Liebe nachdenken kann. Insgesamt geht es auf dem Album etwas ruhiger zu, die langsamen Balladen behalten durchgehend die Oberhand, nur hier und da findet sich mal ein standard Shuffle (Wie im Opener "Beyond here lies nothing") oder ein kleiner, treibender Blues ("Jolene"). Textlich bleibt Dylan kritisch wie eh und je: Der erhobene Zeigefinger ist es nicht mehr, doch er wird nicht müde aufzulisten, was in der Welt alles nicht so richtig läuft. Sogar die globale Wirtschaftskrise findet ihren Platz im zynischen "My Wife's Hometown" ("State gone broke, the country's dry/Don't be lookin' at me with that evil eye").
Inspiration fand er zu dem Album, als er für den Filmemacher Olivier Dahan die düstere Ballade "Life is hard" schrieb, kurz darauf nahm er mit seiner aktuellen Tour-Band circa 30 neue Songs auf; und 10 davon präsentiert er in diesem Album.
Einen Vergleich zu "Modern Times" zu ziehen wäre nutzlos und auch unangebracht, da es stilistisch zu große Differenzen gibt, niemand hätte so ein Album zu diesem Zeitpunkt erwartet, doch das ist der Grund, warum Bob Dylans Musik auch nach dem 33. Studio Album immer noch ihren Reiz hat.
"Togehter through Life ist definitiv eines der besten Alben des gesamten Jahres und zeugt weiterhin von Dylans musikalischer und textlicher Raffinesse.
Besonderheiten der Deluxe Edition:
Positiv ist anzumerken, dass sie eine DVD mit einem spannenden und aufschlussreichen Interview enthält und eine weitere Folge der berühmten Theme Time Radio Hour mit Bob Dylan, diesmal geht es um "Friends & Neighbors" , also um Freunde und Nachbarn und wie diese unser alltägliches Leben beeinflussen.
Die Theme Time Radio Hour wurde schon oft von Bob Dylan moderiert. Es ist eine einstündige Radiosendung die sich immer einem bestimmten Thema widmet, die Songauswahl liegt dabei ganz in der Hand des Moderators.
Desweitern beinhaltet der schmucke Pappschuber ein Poster des Covers in ca. 36x36 cm.
Zu bemängeln ist, dass es keine B-Sides mit auf die Limited Edition geschafft haben, obwohl Dylan in einem Interview angab, dass bei den Sessions für das Album rund 30 Songs entstanden sein, leider jedoch schien es dem Managemant unangebracht einige der restlichen Songs auf einer Bonus CD zu veröffentlichen. Aber wofür gibt es die Bootleg Serie?
Wegen den fehlenden Bonustracks gibt es insgesamt einen Stern abzug.
Allerdings reicht auch die normale Version des Albums für jemanden, der nur an der reinen Musik Dylans, und nicht an der Theme Time Radio Hour interessiert ist.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wieder einmal der bob-faktor..., 9. Juli 2009
hört euch mal das reissue des unverzichtbaren 65'er albums "bringing it all back home" und danach dieses letzte werk des altmeisters an, schnell stellt man fest, dass his bobness dazwischen einen weiten weg gegangen ist und sich doch völlig treu geblieben ist. kaum einer hat so wie er die fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden.
bereits die erste nummer bricht nur so über den hörer herein, zeigt dass BD nichts von seiner klasse eingebüsst hat. etwas langsamer aber genauso eindringlich wird fortgesetzt, BD hat inzwischen voll abgecheckt, was sein publikum an seiner stimme liebt und somit bedient er uns auch selbstsicher, ausgereift und grandios.
wie immer ist fast jeder song zuerst nicht allzu eingängig und doch als zukünftiger klassiker geboren. wie immer hebt sich eine neue dylan-scheibe bereits im ansatz aus dem mainstream.
er nölt, croont und bluest wie in seinen besten zeiten. vielleicht kein arg wichtiges album in der gesamtdiscografie, aber ein wichtiges album für diese zeit, in der streng genommen die alten heroes immer noch zeigen, wo der hammer hängt.
der sound erreicht nicht ganz das niveau seiner - aus meiner sicht - diesbezüglichen referenz "oh mercy", ist aber sehr direkt aufgenommen, jeder musiker ist korrekt belichtet und ist dort dreckig, wo er dreckig sein soll - so muss das sein!
BD schwächelt immer noch nicht und hat wieder einmal meine erwartungen zumindest erfüllt. wie immer bei einem erstmals gehörten dylan-album wird es eine zeitlang brauchen, bis alles sickert und letztlich unverzichtbarer bestandteil meiner nicht gerade kleinen musikauswahl werden wird. dylan eben...
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