Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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137 von 155 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ich verneige mich vor Bioware, 9. November 2009
Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen
Ich liebe klassische Part-RPGs. Egal ob The Bard's Tale, DSA, Dragon Wars, Champions of Krynn, Wizardry, Baldur's Gate, Icewind Dale oder Neverwinter Knights, usw. alle diese Spiele und noch einige mehr habe ich mit Begeisterung gespielt. Spiele wie Gothic 1-3, Risen, Morrowind oder Oblivion sind ja auch ganz nett, machen mir aber nicht halb so viel Spaß.
Nun zu "Dragon Age: Origins" (Das Folgende bezieht sich auf die englische Version):
Ich habe das Spiel am Samstag erhalten und es hat mich für den Rest des Wochenendes an den Bildschirm gefesselt. Es begann schon mit der Einführung meines Charakters, die mich echt umgehauen hat. Dies führte dazu, dass ich nachdem ich eine Weile mit meinem ersten Charakter gespielt hatte, noch 5 weitere Charaktere erstellt habe, um die 6 verschiedenen Einstiegssequenzen durchzuspielen. Es ist wirklich unglaublich wie wunderbar all diese Geschichten erzählt sind und wie gut selbst Charaktere entwickelt sind, die vermutlich im weiteren Verlauf keine große Rolle mehr spielen werden.
Auf einige NPCs, die man in diesen Einstiegsequenzen kennenlernt, trifft man aber auch apäter nochmal. Ich freue mich jetzt schon darauf, wenn ich mit meiner Magierin an eine bestimmte Stelle komme, die ich mit meinem ersten Charakter bereits passiert habe. Der Wiederspielwert ist allein schon aufgrund dieser Begebenheiten ungewöhnlich hoch für ein lineares Rollenspiel. Hierzu tragen auch die interessanten Gefährten bei, die sich immer wieder miteinander unterhalten oder streiten und auch bei einigen Dialogen "ungefragt" ihren Senf dazu geben. So kann sich durchaus einiges ändern wenn man sich an bestimmten Stellen für eine andere Zusammenstellung der Begleiter entscheidet.
Die Grafik ist sicherlich nicht atemberaubend wie einst bei Oblivion, aber sie ist auch bei mittlerer Detailstufe nicht hässlich.
Der Sound gefällt mir hervorragend. Die Dialoge sind, zumindest im Englischen (die Deutsche Fassung kenne ich nicht), fantastisch vertont und die Musik ist ebenfalls großartig und unterstriecht wunderbar die emotionale Geschichte.
Das Gameplay ist ähnlich wie das, was man aus Baldurs Gate oder NWN2 kennt. An die Kamerasteuerung musste ich mich erst noch etwas gewöhnen, aber mittlerweile ist das gar kein Problem mehr.
Noch ein paar Anmerkungen zu einigen Kritikpunkten, die hier genannt wurden:
Gefallene Helden stehen nach dem Kampf wieder auf:
Das stört mich persönlich nicht. Mittlerweile ist das Standard bei Part-RPG. Früher musste man zum Tempel oder sonstigen Heiler rennen zwecks Wiederbelebung, heute gehen die Helden stattdessen nur kampfunfähig und lebensgefährlich verletzt zu Boden, so dass sie nur sterben, wenn am Ende keiner mehr steht, der ihnen helfen kann. Ob es so ideal ist, dass sie sich doch recht schnell von selbst regenerieren ist ne andere Frage. Immerhin sorgen die Verletzungen dafür, dass Helden, die zu Boden gingen, anschließend nicht voll bei Kräften sind, sondern mit verschiedenen Mali zu kämpfen haben.
Rasten/Essen nicht nötig:
Das Essen war bisher nur in wenigen Rollenspiel überlebenswichtig (z.B. DSA). Das war zwar realistisch, aber etwas nervte es doch immer wieder Rationen zu kaufen für den Fall, dass die Jagd nicht erfolgreich war. Das Rasten dient in den meisen RPGs, neben der Heilung primär um die Zaubersprüche wieder "aufzufüllen". Da man sich bei DAO für ein anderes Magiesystem entschieden hat, als das von D&D entfällt das hier. Auch damit kann ich ganz gut leben.
Dynamische Tag/Nacht-Wechsel fehlen:
Ist für mich ne nette Spielerei, die sicherlich Atmosphäre schaffen und die Spielwelt lebendiger erscheinen lassen kann, aber bei DAO tragen die Story und die Charaktere sehr viel mehr dazu bei diese Welt mit Leben zu füllen, als es ein Tag/Nacht-Wechsel je könnte.
Begrenztes Inventar:
Das ist in der Tat etwas störend, aber zum Einen gibt es im Spiel Items, die zusätzliche Inventarplätze bringen und zum anderen war ich bisher noch nicht in der Situation, dass ich etwas rumliegen lassen musste, weil ich das meiste sowieso schnell wieder verkaufe. Trotzdem wäre es schön gewesen, wenn es von vornherein eine Möglichkeit geben würde gewisse Dinge zu lagern. Gerade für die Gegenstände, die man fürs "Crafting" benötigt.
Versteckte Zusatzkosten:
Darüber hätte ich mich aufgeregt, wenn es nur ein halbes Spiel gewesen wäre. Aber DAO ist ein vollwertiges umfangreiches, um nicht zu sagen episches Spiel, das für viele Stunden Spielspaß bietet. Von daher finde ich den "Added Content" zum dazu kaufen nicht so schlimm. Natürlich kann man sich daran stören, dass dieser Added Content sich zum Teil auf das Hauptspiel auswirkt, aber für mich persönlich erhöht das nur den Wiederspielwert zu einem späteren Zeitpunkt.
Bedenklich ist die Praxis dagegen bezüglich des Weiterverkaufs des Spiels, da ein Gebrauchtkäufer den heruntergeladenen Added Content nicht mit übernehmen kann.
Noch eine Anmerkung (Ich weiß nicht ob dies auch auf die deutsche Fassung zutrifft):
Dieses Spiel ist definitiv ein Spiel für Erwachsene. Die Gewaltdarstellung ist explizit und Blut fließt reichlich. Aber auch Story und Dialoge sind nicht immer für Minderjährige geeignet.
Fazit:
Für mich "bisher" das beste Spiel, das ich je gespielt habe. Die Geschichte wird grandios erzählt und ist absolut fesselnd. Bei keinem anderen Spiel habe ich jemals so mit den Charakteren mitgefiebert. Es gab Momente, da hatte ich fast Tränen in den Augen. Besonders gut gefällt mir, dass nicht alles schwarz und weiß, gut und böse ist, sondern dass es Graustufen gibt.
Ich werde die Rezension ggf. aktualisieren, wenn mir im weiteren Verlauf, noch Dinge auffallen.
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74 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein hervorragendes Spiel, 6. November 2009
Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen
Also, um allen hier eine solide und nicht beeinflusste Rezension abzugeben, die sich nicht weiter mit überteuerten Preisen von Drittanbietern oder Sinn und Unsinn von zusätzliche Inhalten beschäftigt, leg ich mal los.
Zu allererst muss man sagen, dass es ein grundsolides Singleplayer Rollenspiel ist, das durch seine Atmosphäre und durch die Interaktion mit seinen Gefährten und Gefährtinnen lebt. Jeder der Mitstreiter in diesem Spiel hat einen eigenen Charakter, eigene Tiefe und verhält sich seinen Idealen entsprechend. Alistair zum Beispiel ist ein frommer Mensch, wenn er auch mit bissigen Kommentaren nicht geizt, Morrigan, die Zauberin, hingegen ist es lieb und recht wenn man jedem der nicht ihrer Meinung ist einfach aus dem Weg räumt. Allein dafür verdient dieses Spiel gute bis sehr gute Bewertungen, da es diese Tiefe der Charaktere selten bis in keinem anderen Spiel dieser Kategorie zu finden gibt. Erst recht, wenn sich die Entscheidungen des Spielers dynamisch auf die Charaktere und deren Loyalität auswirkt, denn nun muss man sich wirklich vorher überlegen, WEN man in die Gruppe aufnimmt und WIE man mit anderen Charakteren interagiert. Nicht nur deshalb ist der Wiederspielwert enorm hoch, sondern auch, da man aus 6 verschiedenen Origins wählt, die einem einen anderen Start in die Geschichte geben.
Weiterhin muss man sagen, das das Kampfsystem, so "alt" es auch sein mag, immernoch bestens funktioniert, bis auf einige Aussetzer der K.I der Gefährten in engeren Räumen, aber das kann man verschmerzen. Auch, dass die Grafik nicht auf dem "neusten" Stand ist, ist Ansichtssache. Man hätte sie an einigen Stellen polygonlastiger machen können, ja, aber dennoch sollte man nicht vergessen, dass es bei Spielen, die eine wirklich echte, packende und mitreißende Story haben auch gerne grafische einbußen in Kauf zu nehmen sind. Das heißt nicht, dass die Grafik schlecht ist, im Gegenteil. Die Charaktere sind liebevoll animiert, so dass man wirklich ihre Gemüthslage erkennen kann, ebenso die wunderschön schimmernden Rüstungen und nicht zu vergessen die wundervoll inszeniertzen Zwischensequenzen die eine wahre cineastische Pracht sind und einen wirklich beeindrucken, ebenso wie die "finishing moves", bei denen das Spiel dann in Zeitlupe schaltet und eine Sequenz abspielt, die den Gnadenstoß prächtig zur Geltung kommen lässt.
Natürlich gibt es auch bei diesem Spiel ein paar Mängel. Das Waffenarsenal ist zum Beispiel nicht sonderlich groß, es sind vielleicht 4-5 verschiedene Waffen in einer Kategorie zu finden, die man zwar mit Zaubern oder Runen versehen kann um das Aussehen noch etwas anzupassen, allerdings hat man schnell alle Waffen gesehen. Auch, dass die Spielwelt nicht frei erkundbar ist, wie z.B bei Drakensang oder Risen, kann man als Mangel bezeichnen, muss man aber nicht. Die Linearen "Level" dieses Spiels fügen sich nahtlos ein sowohl in die Geschichte als auch in den Spielfluss. Es ist ein lineares Spiel, ja, aber die packende Story, die Entscheidungen die der Spieler trifft und nicht zuletzt der Einfluss und die Tiefe der Mitstreiter machen dieses Spiel zu einem wahren ROllenspiel Meilenstein. Nicht umsonst sind sich Spielezeitschriften einig, dass es wohl das beste Rollenspiel 2009 ist, wenn nicht sogar für etwas länger, denn die Download Inhalte die es gibt, und geben wird, werden noch für einiges mehr an Spielzeit und Überraschungen sorgen. Dazu muss man sagen, dass sie kostenpflichtig sein können aber nicht müssen. Dazu sei noch gesagt, dass man sich die Download Inhalte NICHT herunterladen muss, um ein vollwertiges Spiel zu erleben, denn Dragon Age: Origins bietet auch ohne "Zusätze" eine Spielzeit von etwa 40-50 Stunden.
Aus meiner Sicht ein hervorragendes Spiel, das jeder Rollenspielfan der ersten Stunde haben muss! Aber auch andere sollten sich den Genuss dieses Spiels nicht entziehen ;)
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
In vielerlei Hinsicht der Inbegriff eines Rollenspiels, 8. Januar 2010
Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen
Als dicke Spatzen Anfang des letzten Jahres Releasetermine von den Dächern pfiffen, war bereits zu erahnen, dass Piranha Bytes Risen und BioWares Dragon Age: Origins (DA:O) den Titel des besten RPG anno 2009 unter sich ausmachen würden. Nun, um es nicht unntötig spannend zu machen: Sieger nach Punkten - Dragon Age: Origins! Ein klarer K.O. scheppert anders, aber am Urteil gibt's nichts zu rütteln. Wartet mit dem Applaus, bis ihr gehört habt, weshalb das deutsche Rollenspiel nennenswerte Chancen hatte und der vermeintliche Favorit ordentlich einstecken musste.
1. Zur Grafik und Steuerung
Wenn der weitgereiste Abenteurer von heute prahlerisch von seinen Heldentaten berichtet und Dritte mit seinen persönlichen Screenshot-Alben langweilt, wird er jene aus BioWare-Spielen sicher gekonnt überblättern. Werke der Spielschmiede glänzten allzeit mit anderen Vorzügen als dem der Grafik. Etwas fürs Auge servierte stattdessen die Konkurrenz mit Oblivion, Gothic 3 oder Two Worlds, wobei es vorerst auch bleiben wird. Kanadas Rollenspielgötter waren in DA:O löblich um eine detailreiche Darstellung der Gesichter bemüht, sonst jedoch abermals nachlässig. Sowohl Animation als auch Schärfe alles anderen lassen zu wünschen übrig. Scrollt man mithilfe des Mausrads in die isometrische 2D-Ansicht, reist man gar in der Zeit zurück. Abgefahren? Wohl kaum! Neverwinter Nights 2 mag ein Klassiker sein, ist aber auch gut drei Jahre alt und humpelte in dem Belang schon damals. Mittels schwacher Grafik wollte ich nicht daran erinnert werden. Annehmbar wird es wieder, wenn man in eine halbschräge Verfolgerperspektive wechselt. Dann jedoch gilt es, die Steuerung umzustellen. Da die Party ständig im Bild steht, ist ein Rechtsklick mit der Maus auf den Boden nur noch unter Umständen möglich. Also müssen die WASD-Tasten her, was das Anklicken einzelner Gegner, einen Zwei-Meter-Qunari vor der Linse, natürlich nicht einfacher macht. Kurzum: Dem Spieler bleibt die Wahl zwischen chicer Grafik und Übersicht, beides gibt's nicht. Nicht jede Einstellung ist mit jeder Steuerung kombinierbar.
2. Die Stimmung: Von vielem inspiriert ...
Schon im August 2008 - ein dicker Promoter lud auf der Games Convention zum Schnupperkurs - hatten die Macher gestehen müssen, sich schamlos an allem ein Beispiel genommen zu haben, was das Fantasy- und Rollenspiel-Genre in den letzten zehn Jahren erleuchtet hat. So erinnert die unterirdische Zwergenbinge Orzammar in ihrer ringförmigen Anordnung nicht zufällig an die in Drakensang, die triste, apokalyptische Stimmung und die plappernde Hintergrundkulisse durchaus an The Witcher und das Scharmützel im ersten Akt ganz klar an den Ansturm Isengarts auf Rohans Refugium im zweiten Teil des Herrn der Ringe. Wer Augen und Ohren offen hält, stolpert noch über viele weitere Referenzen dieser Art. DA:O kupfert dennoch nicht anstandslos ab, sondern versucht sich stattdessen an einer respektvollen Ode an die fulminanten Einfälle der geschätzten Kollegen. Als Spieler sieht man sich lediglich zaghaft an alte Reisen erinnert. Die Glaubwürdigkeit der Welt bleibt also trotz Potpourri-Zügen gewahrt.
3. Der Inbegriff eines Rollenspiels
DA:O ist ein prächtiges Rollenspiel geworden, das der Beschreibung seiner Art in vielerlei Hinsicht alle Ehre macht: Individuelle Charaktererstellung, ein dem angepasstes, ureigenes Vorspiel zum eigentlichen Plot und Möglichkeiten, die eigenen Geschicke und die Darstellung zu beeinflussen, bis in den Epilog hinein. Speziell die Entscheidungsgewalt verleiht dem Begriff "Wiederspielwert" Flügel. Wenigstens vier verschiedene Stellen narrativ tragender Bedeutung würde ich in einem zweiten Durchgang gänzlich anders bewältigen. Mein Blutmagier war, seiner Zauberkunst angemessen, nämlich eher opportunistisch veranlagt und meuchelte im Zweifelsfall auch kleine Kinder ...
Das Besondere an den Entscheidungsmomenten: Nicht selten wird hier sprichwörtlich die Wahl zur Qual. Antworten eindeutiger Gesinnung, bei denen ganz klar ersichtlich ist, wofür sich der Held in strahlender Rüstung und wofür sich dunkle Gemüter entscheiden müssten, sind nicht immer zur Hand. Gewissenskonflikte, der Vorzug des kleineren Übels und nachträgliches Rätseln ob der Richtigkeit des eigenen Handelns heben das zwischenmenschliche Mit- und Gegeneinander auf eine neue Stufe. Just das ist das Leben. Auch hier entpuppt sich das Spiel als eines für Erwachsene. Ich kann mich an keines erinnern, bei dem ich mir bei der Auswahl meiner Erwiderungen so viel Zeit gelassen habe, weil ich schlicht unsicher war. Immer wieder riskierte man nämlich nicht nur, eine unbedeutende Nebenrolle zu opfern, sondern mitunter gar einen Begleiter, der einem schon richtig ans Herz gewachsen war. Die kleine Hexe mit lila Lidschatten erweist sich nämlich nicht nur besonders ... ähm, dankbar ..., sie packt auch ruck zuck die Koffer, wenn man ihr den Beischlaf verweigert.
Beispielhaft ist DA:O nicht zuletzt in puncto Heroik und Pathos. Gewaltige Massenschlachten, bis zu den Knien in Blut badende Wächter der Menschen, Elfen und Zwerge, Drachen mit der Flügelspannweite einer Antonow An-225 - die Drehbuchautoren zogen wahrlich alle Register, um eine Geschichte zu erzählen, wie sie kleine Jungs lieben. Und das nicht nur im Ganzen. Man wartet auf ein bewegendes Ende nicht unbedingt bis zum Schluss, sondern erlebt immer wieder eines, wenn man eine Binnenhandlung abgeschlossen hat. Flimmert dann das verdiente Rendervideo über die Mattscheibe, scheint alles Leid und jedwede Anstrengung dieses Kapitels wie weggewischt.
4. Zur Skillung und Konfiguration
Eines vorweg: Es gibt keine Level-Grenze mehr, wie noch in anderen Spielen BioWares üblich. Dennoch bleibt wenig Platz für Experimente. Gerade Krieger kämpfen meist sehr spezialisiert - entweder beidhändig, mit der Zweihandwaffe oder mit Schild und Schwert. Genau wie es sein sollte ...
Die Herausforderung: Die Kämpfe laufen taktisch auf höchstem Niveau, was gleichwohl bedeutet, dass alle Partymitglieder strategisch ideal konfiguriert sein sollten, wenn man das Gemetzel nicht alle zwei Sekunden unterbrechen möchte, um jeden einzeln zu steuern. Von sich aus verwenden sie Fähigkeiten, Tränke und Zauber nämlich nicht. Diese Anweisungen lassen sich in einem extra Karteireiter nach dem IF - THEN-Muster in einzelnen Taktikfeldern festhalten.
Das Problem: Wie viele dieser Slots einem Charakter zur Verfügung stehen, wird unter anderem vom Attribut Klugheit bestimmt. Um auf die Vielzahl an nützlichen Fähigkeiten und Zaubern auch zurückgreifen zu können, möchte man logischerweise möglichst viele Taktikfelder freischalten. Also muss auch der dumme Zwerg in dicker Rüstung regelmäßig klüger werden, obwohl er das Attribut abseits dessen gar nicht benötigt und es auch stereotypisch untypisch ist. Der Kleine ertränkt jeden sinnigen Gedanken normalerweise in Litern starken Biers. Bei mir hätte er am Ende trotzdem locker seine Dissertation schreiben können.
5. Die kleinen Ärgernisse
Klar, gab es die! Was wäre ein Spielchen ohne ...? Das meiner Ansicht nach Größte ging mir auch bis zum Abspann immer wieder einmal auf die Nerven: In der Zusammenstellung der Party sind dem Spieler viele versteckte Grenzen gesetzt. Und es bleiben nur drei Plätze neben dem eigenen, die es zu stopfen gilt.
Einer davon muss schon einmal an einen Schurken vergeben werden, sofern man nicht selbst einen mimt. Nur ein solcher vermag es, Truhen und Kisten mit Schlössern im Spiel zu öffnen. Und öffnen muss man sie. Das Gold ist derart knapp bemessen, dass jeder noch so rostige Dolch eingesammelt und verhökert werden muss, um sich ab und zu etwas leisten zu können. Vom Rest der Truppe ganz zu schweigen. Wenn der Hauptcharakter aus seiner Rüstung herauswächst, darf sie der Zwerg weitertragen. Klamottenmanagement wie bei den Weasleys. Das Wirtschaftssystem Dragon Age's empfand ich als übertrieben realistisch: Viel Arbeit, wenig Bares und nicht einmal Geld für ein Würstchen auf die Hand. Auf die Robe meiner Träume sparte ich mehr als dreißig Stunden reiner Spielzeit. Das sind Wartezeiten wie im Sozialismus ...
Mindestens ein weiterer Platz geht zudem an einen Magus mit einem Abschluss in Geistheilkunde. Ohne geht es meiner Meinung nach schon auf normalem Schwierigkeitsgrad nur schleppend voran. Der Schaden, den die Gruppe einstecken muss, ist derart enorm, dass Massenheilung Pflicht wird. Wollte man alles mit Verbänden auffangen, kämen die Betroffenen zum einen zu nichts anderem mehr, als sich die anzulegen, und würden zum anderen derart viel davon verbrauchen, dass nur noch mehr Gold für Zutaten dafür draufgänge.
Bleibt nur ein frei zu vergebener Posten übrig. Der wiederum gebührt vorzugsweise jemandem, der einem eine Subklasse beibringen kann, auf die man es abgesehen hat. Beispiel: Spielt man selbst einen Schurken und möchte im späteren Verlauf zum Assassinen werden, bietet es sich an, den "experimentierungsfreudigen" Elfen der Runde einzupacken, der sich seinerseits auf's lautlose Abmurksen versteht. Das lehrt er nämlich nur, wenn man genügend Einfluss auf ihn hat und der lässt sich nicht ausschließlich durch Geschenke manipulieren. Also nimmt man ihn mit, heuchelt Verständnis und hofft auf sein Wohlwollen. Gott gib, dass es nicht mehr bedarf ...
Summa Summarum: Es bräuchte einfach einen weiteren Platz in der Gruppe.
Beklagenswert sind ferner die modischen Optionen für Magi. Zwei verschiedene Roben-Modelle in unterschiedlichen Farben sind einfach armselig wenig, um den eigenen Charakter auch klamottentechnisch zum Ausdruck zu bringen. Versteht mich nicht miss, mir genügt ein Kleidchen, aber ich will es persönlich aussuchen dürfen. Für ein "Haupsache warm!" bin ich nicht Pragmatiker genug.
6. Fazit
Was Dragon...
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2115|R1NQARY952928N;2115|R14PIUQDDHGGI6;2115|R4SN9LCUOFDEC;
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