Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Die falsche Alternative !, 20. Oktober 2009
Ausstattung - top ! Kameraführung - top ! Schauspielführung - top ! Darstellerleistungen - top !
Warum scheitert dieses Projekt, warum lässt einen der Film vollkommen kalt, welchen Vorwurf kann man denn dem Team Edel/Eichinger machen ?
Sie versammeln viel zu viel Schauspielprominenz in einem Film, besetzen jede noch so unwichtige Nebenrolle mit einem bekannten Gesicht. Tom Schilling, Alexandra Maria Lara, Michael Gwisdek, Jan Josef Liefers, Katharina Wackernagel, Alexander Held, Stipe Erceg, Hannah Herzsprung, Hans-Werner Meyer, Heino Ferch usw. usf. - in jeder Szene ein stichwortgebender "Promi" der für Kopfschwirren sorgt: Wer war das denn jetzt und wen sollte er darstellen ? Ihre Charaktere werden nie richtig beschrieben, nie richtig in die Handlung eingeführt.
Nicht viel besser ergeht es den Figuren der Hauptdarsteller Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek. Sie bemühen sich redlich, innere Zerrissenheit Meinhofs, das eigentlich völlig unpolitische Gangster- und Macho-Gehabe Baaders und die beinahe psychopathische Aggressivität Ensslins auf die Leinwand zu transportieren.
Zu erkennen ist dies aber nur für Leute, die mit dem Werk Stefan Austs, der RAF-Geschichte und den Lebensläufen der Terroristen vertraut ist.
Zu komplex sind die historischen Fakten als das man sie für jedermann (!) verständlich, unterhaltsam und emotional berührend in einem 140-Minuten Film aufarbeiten könnte.
Eine mehrteilige TV-Dokumentation bzw. ein mehrteiliges TV-Doku-Drama bietet sehr sehr viel mehr Raum um Geschichte und Personen dem Zuschauer näherzubringen, Charaktere darzustellen, Schauspieler sich entfalten zu lassen, Erzählperspektiven zu wechseln .... usw. usf.....
Das wäre die bessere Alternative gewesen !
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Perfekter Trailer für das Buch - nicht mehr, aber auch nicht weniger!, 10. August 2009
Eins vorweg: Der Film "der Baader-Meinhof-Komplex" bietet nur eine episodenhafte Darstellung einzelner Schlüsselereignisse aus der Geschichte der RAF und ihrer Mitglieder. Inhaltlich ist das Thema für jeden Film zu komplex, natürlich bleibt vieles aus dem gut 700 Seiten dicken Buch Stefan Austs auf der Strecke.
Aber: Ist das tatsächlich eine Schwäche? Ich denke nein, es ist vielmehr eine Stärke. Der Regisseur beweist Mut zur Lücke anstelle der Versuchung zu erliegen entweder einen vielstündigen, langatmigen und dennoch immer noch unvollständigen Monumentalfilm zu drehen oder durch eine falsche Zuspitzung auf einen massenkompatiblen emotionalen "Höhepunkt" (das hätte im schlimmsten Fall die Darstellung der Beziehung zwischen Andreas Baader und Gudrun Ensslin sein können) das Thema zu verraten. Dieser Film kann keine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema ersetzen (insbesondere nicht die Lektüre des hervorragenden Buchs von Stefan Aust) und behauptet es auch gar nicht. Er konzentriert sich vielmehr darauf, das Buch von Aust sinnvoll dadurch zu ergänzen, dass er gekonnt auf Stärken des Mediums Film gegenüber dem Medium Buch setzt. Der Film vermittelt gekonnt Atmosphäre, Zeitgeist und Lebensgefühl der Zeit, was dem Buch Austs zwar für ein Sachbuch sehr gut, aber eben doch nur eingeschränkt gelingt. Der Film schafft das in erster Linie durch die sehr authentische Ausstattung und die fast durchgehend hervorragende Besetzung und die schauspielerischen Einzelleistungen. Lediglich Bruno Ganz ist mit seiner bräsig-tattrigen Spielweise als Horst Herold eher eine Fehlbesetzung.
Kurzum: Wer keine Ahnung von der RAF und von Stefan Austs Buch hat, wird mit diesem Film nicht glücklich werden können. Er ist definitiv keine billige Möglichkeit sich die vermeintlich anstrengende Lektüre des Buches zu ersparen und nach etwas mehr als zwei Stunden Film ohne Anstrengung tolle Noten im Geschichts-LK abgreifen zu können. "Der Baader-Meinhof-Komplex" ergänzt Austs Buch um Atmosphäre und Lebensgefühl, was insbesondere für "Nachgeborene" extrem spannend ist, die die 70er nicht bewusst am eigenen Leib erlebt haben.
Damit gibt es eigentlich zwei sinnvolle Möglichkeiten, den Film zu verwenden:
Zweitbeste Verwendung: Man kann den Film gut als vorbereitenden Trailer ansehen, um sich auf eine anschließende Lektüre des Buchs von Stefan Aust vorzubereiten und so schon einmal in die Welt der 70er einzutauchen. Man wird ihn auf diese Weise definitiv nicht inhaltlich vollumfänglich verstehen, aber dafür liest man ja später das Buch.
Erstbeste Verwendung: Am besten ist es meines Erachtens trotzdem, zuerst das Buch Austs zu lesen und anschließend den Film anzusehen, da man auf diese Weise das gelesene noch einmal rekapitulieren kann und gleichzeitig durch die vorherige Lektüre die inhaltlichen Lücken des Films gar nicht mehr stören, die tollen Darsteller und die stimmige Atmosphäre allerdings umso mehr beeindrucken.
Abschließend ein kurzes Wort zu technischen Aspekten: Während es mir herzlich egal ist, wie groß das FSK-Logo ist und ob das Cover nun in rot oder in froschgrün gehalten ist, stört mich der Ton der DVD ein wenig: Leider sind leise Passagen zu leise und laute zu laut, so dass man ständig die Lautstärke des Fernsehers anpassen muss. Ansonsten sind mir keine erkennbaren Schwächen technischer Art aufgefallen.
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84 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sehr authentische Verfilmung mit einem Schwachpunkt... , 5. November 2008
... Regisseur Uli Edel hat in die rund 150 Minuten Film einfach zu viel hineingepackt. Ich kenne die RAF und ihren Terror nur aus Büchern und Dokumentationen. Somit ist zumindestens das Grundwissen bei mir vorhanden und es ermöglicht diesem komplexen Film halbwegs gut zu folgern. Aber diejenigen, die über den Film vielleicht mehr von der RAF und ihren Taten erfahren wollen, sind wahrscheinlich hoffnungslos verloren in der Komplexität der Ereignisse.
So wird die Zeit der RAF doch bei manchen Zuschauer ein erhebliches Defizit an Allgemeinwissen verursachen. Das man sagen muss, dieser Film ist eher für jemanden geeignet, der die Namen wie Ulrike Meinhof, Andreas Baader oder Brigitte Mohnhaupt zumindestens schon mal im Zusammenhang mit der RAF gehört hat und dem Namen wie Hans-Martin Schleyer oder Siegfried Buback nicht ganz unbekannt sind.
Die erschütternd authentisch wirkende Verfilmung des nationalen Traumas aus den 70er Jahren spart nämlich an keinem Detail. In Verbindung mit dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust bietet der Film für geschichtlich Interessierte trotzdem eine gute Ausgangsbasis. Dieser Film ist kein Terrorthriller für leichte Abendunterhaltung (eine TV-Version des Films soll im nächsten Jahr im Fernsehen starten), sondern eine beinharte Nachinszenierung der RAF-Zeit.
Uli Edels Film konzentriert sich dabei auf die Entstehung der RAF ab 1967 und endet mit dem Deutschen Herbst 1977. Hierbei konzentriert sich die Erzählung stark auf die Lebenswege von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), sowie die staatlichen Bemühungen unter der Führung vom Präsidenten des Bundeskriminalamtes Horst Herold (Bruno Ganz) die Bedrohung mit allen Mitteln Herr zu werden. Dies endet mit der Gründung der GSG 9.
Die Geschichte beginnt mit den Studentenkrawallen zum Besuch des Schahs von Persien in Berlin 1967, bei denen ein Polizist den Studenten Benno Ohnesorg erschießt. Die politisch vorwiegend links orientierte Studentenschaft, glaubt ein faschistisches Verhalten von Seiten des Staates zu erkennen und beginnt gegen diesen zu rebellieren. Das Verhalten der USA im Vietnamkrieg vertieft die Kluft zwischen den Studenten und ihren Sympathisanten und dem Staat. Nach ersten Protestaktionen (Brandstiftungen), eskaliert die Situation durch das beinahe tödliche Attentat auf Rudi Duschke, dem bekanntesten Wortführer der Studentenbewegung. In Folge dessen entsteht die RAF, lässt sich militärisch ausbilden, begeht Anschläge und finanziert sich durch Banküberfälle.
Die schauspielerische Leistung, die linksradikale, aufmüpfige Einstellung auf die Figuren zu projezieren gelingt den Darstellern mit Bravour. Besonders die Figur von Bruno Ganz (Horst Herold) bildet in dieser hektischen, brutalen, blutigen Realität des "Kampfes" der RAF einen willkommenen, bedachten Pol der Ruhe.
Allerdigns einige wichtige Figuren werden in dem Film nur kurz angerissen, so ist der Auftritt von Alexandra Maria Lara als Petra Schelm nur etwa eine Minute lang. Die Folgen dieses Todes und die dadurch losgetretene Diskussion in Deutschland (Schießausbildung der Polizei) werden gar nicht weiter erwähnt.
Fazit:
Wie denn auch? 150 Minuten Film sind zu einfach zu kurz, um dieses umfangreiche Kapitel deutsche Geschichte auch nur im Ansatz mit Tiefgang zu versehen. Herausgekommen ist ein düsteres "Best of RAF"-Konglomerat, das einem zwar ein paar geschichtliche Zusammenhänge nahebringt, aber dennoch nur die Ausgangsbasis für eine vertiefende Eigenrecherche sein kann/ darf. Für sich allein funktioniert der Film voll und ganz und hat seine obigen Sterne verdient. Als geschichtliches Lehrstück versagt er jedoch leider fast auf ganzer Länge. Bis auf die grundlegenden Zusammenhänge wird dem Zuschauer nicht klar, was genau da jetzt wirklich passiert ist und damit zeigt sich: Die Realität ist so viel komplexer als ein Film dies jemals darstellen kann. "Der Baader Meinhof Komplex" kommt zwar atmospährisch nah an das geschichtliche Erleben einzelner Situationen heran, kann aber die Gesamtheit der damaligen Zeit im Ganzen nur schwer nachstellen - dafür läuft der Film zu kurz.
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