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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein unbestreitbarer Meilenstein!, 30. April 2005
Es scheint, als ob sich an diesem Film die Geister scheiden. Nicht so sehr wegen seiner Aussage, sondern ob seiner Qualitäten gegenüber Mammutwerken, wie "Ben Hur", "Das Gewand" oder "Spartacus". Die zutiefst religiösen Aspekte dieser Monumentarfilme in der Zeit der fünfziger und sechziger Jahre sind ein Charakteristikum dieses Genres, ausgenommen "Spartacus", der unter anderem dadurch auffiel, dass er keinerlei biblische Themen ver- und bearbeitete, was ungewöhnlich für diese Zeit war. Und "Quo Vadis?" ist eben einer jener Filme, der die Glaubensfrage behandelt, und das auf eine sehr ansprechende und sensible Weise. Einige mögen es überfrachteten Kitsch nennen, für mich ist dieser Film die reinste Poesie. Angefangen von den überwältigenden Kulissen, Requisiten und Kostümen, dem ergreifenden und lyrisch - melancholisch anmutenden Soundtrack von Miklos Rozsa (einer der besten Hollywood Komponisten aller Zeiten) bis zu den Dialogen, die hier und dort geradezu, um mit dem Zeitalter des dargestellten Epos zu sprechen, die Ausdruckskraft eines Ovid beinhalten, wobei dies nur als eine Darstellungshilfe verstanden werden soll. Aber ihr Inhalt hat eine so hohe emotionale Dichte, die einfach fesselnd wirkt. Wobei zu berücksichtigen ist, dass durch die deutsche Synchronisation der ein oder andere Originaltext des Drehbuches wohl leicht verfälscht wurde. Wenn man sich aber noch vor Augen führt, dass ein Grossteil des Films in römischen Studios gedreht wurde, ist die Magie vollkommen, um einzutauchen in eine Zeit, etwa um die Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus, als der wahnsinnige Kaiser Nero (brilliant: Sir Peter Ustinov) seine Herrschaft über ein prunkvolles, verschwenderisches, heidnisches Rom führt. Die Christenverfolgungen unter seinem Regiment, der Brand Roms und die Geschichte des Apostels und von Gott beauftragten Gründer der christlichen Kirche, Petrus, sind die Schlüsselthemen dieses Werkes. Darin eingebettet ist die Liebesgeschichte zwischen einem römischen Kommandanten (Robert Taylor) und einer ehemaligen Sklavin (bezaubernd: Deborah Kerr), die dem Christentum angehört und die dadurch entstehenden Konflikte zwischem dem Glauben an die irdische Macht (Rom und Kaiser) und dem göttlichen Glauben. Dieser Film erhebt niemals den strengen Zeigefinger, was ihn sehr symphatisch macht. Der Glaube ist hier Gegenstand einer Auseinandersetzung grosser menschlicher Schwächen und der Sehnsucht nach einer gerechten Welt, und ist deshalb unter diesen Gesichtspunkten für Christen wie Nichtchristen nicht nur als zeitlos zu bewerten, sondern überdies absolut sehenswert. Die eingangs gestellte Frage seiner Qualität stellt somit erst gar nicht, denn "Quo Vadis?" bedient sich einer völlig eigenen Sprache, die dieses Epos zu einem ganz besonderem Filmerlebnis macht. Schade nur, dass bis dato noch keine DVD - Pressung vorliegt. Aber die fünf Sterne sind redlich verdient!
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