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82 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Das ist NICHT Rincewind - weder optisch noch vom Wesen her!, 23. Oktober 2008
Wie schon viele Vorrezensenten fand ich "Hogfahter" hervorragend verfilmt. Leider ist dem gleichen Team die Verfilmung von "The Color of Magic" und "The Light Fantastic" nur ansatzweise gelungen.
Zunächst die paar kleinen "Ärgernisse", die ich aber mit gutem Willen (und den habe ich, was die Scheibenwelt betrifft) verdauen kann:
Ich halte es grundlegend für problematisch, zwei so dichte Romane in einen Film zu packen, noch dazu, wenn die Handlung nicht nur extrem gerafft, sondern buchstäblich durcheinandergewürfelt wird.
Die Besetzung entsprach bei den Hauptfiguren überhaupt nicht meinen Vorstellungen. Dies ist nun natürlich Geschmacks- und Phantasiesache und kann schlecht diskutiert werden. Rincewind war mir eindeutlig VIEL zu alt - in den meisten gezeichneten Publikationen (den Illustrationen von Kidby), auch in den Computerspielen etc. ist er ein nicht mehr ganz junger, schlacksiger, rothaariger Bursche - Zweiblum dagegen war mir zu jung. Gut besetzt waren Cohen, der Partizier und Herrena, sie waren ganz den Kidby-Illustrationen des Scheibenweltführers entsprungen. Umso erstaunlicher, dass man sich ausgerechnet bei der Hauptfigur Rincewind dann nicht an diese Vorlagen hielt, wenn man es schon bei den anderen so pedantisch getan hat. Denn auch dort ist Rincewind allerhöchstens Mitte 40.
Aber diese Details kann man, wie gesagt, mit gutem Willen und beim Genuss des ansonsten recht ansehnlichen Filmes übersehen. Ich habe mich mit der Zeit an den "alten" Rincewind gewöhnt.
ABER - und jetzt kommt der harte Kern meiner Kritik - ich finde, dass nicht nur das Aussehen, sondern auch das Wesen dieses grandios versagenden Zauberers im Film ÜBERHAUPT nicht getroffen wurde. Während die Romane mir einen trotteligen, etwas feigen, genervten, dabei aber derb ironischen und mit Bauernschläue gesegneten Rincewind präsentieren, der spätestens in Krisensituationen doch das Herz am rechten Fleck hat, liefert mir der Film einen - Verzeihung - alten abgehalfterten Penner; einen Duckmäuser, der stottert, verwirrt in der Gegend herumschaut, seinen Hintern nicht mehr von seinem Ellbogen unterscheiden kann, sich vor Angst in die Hose macht und überhaupt nur wenig liebenswert ist. Man kann bestenfalls Mitleid empfinden und möchte ihm im Altmännerwohnheim ne Hose und ein Hemd zustecken. Und das ist NICHT der Rincewind, den Pratchett gemeint haben kann, auch wenn er mit der Verfilmung zufrieden sein soll, wie ich gehört habe.
Dieses Übel kann ich leider nicht so einfach schlucken. Der Film ist sehenswert und wird auch wieder angeschaut werden, aber den Rincewind - MEINEN Rincewind - muss ich mir leider dazudenken.
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gute Fernsehunterhaltung , 13. November 2008
Nach "Hogfather" gibt es nun die zweite Verfilmung eines Terry Pratchett-Romans. Genau genommen haben für "The Color of Magic" sogar gleich zwei seiner Bücher Pate gestanden, nämlich "Die Farben der Magie" und "Das Licht der Phantasie".
Erzählt wird die Geschichte vom Zauberer Rincewind, der jedoch so kläglich an der Universität gescheitert ist, dass er sogar raus geschmissen wurde. Schuld daran ist das Oktav, ein Zauberbuch, das einen seiner acht mächtigen Zaubersprüche in Rincewind gepflanzt hat. Der Spruch ist bei ihm nun sicher aufgehoben, allerdings ist in seinen Gedanken kein Platz mehr für weitere Zauberformeln. Gerade erst auf der Straße gelandet, trifft der Zauberer auf Zweiblum. Dieser eigenwillige Kerl in kurzen Hosen und einem Hawaii-Hemd ist der erst Tourist, den es bisher auf der Scheibenwelt gibt. Er will einfach alles sehen, was ihm spannend erscheint, ob das nun die Unsichtbare Universität oder eine Kneipenprügelei sind. Durch einen Zufall hat er sich Rincewind als Führer ausgesucht, der diese Arbeit nicht zuletzt als Auftrag von höherer Stelle annimmt.
Für diese beiden so verschiedenen Gestalten beginnt eine Abenteuerliche Reise, die sie sogar bis an den Rand der Scheibenwelt und darüber hinaus führt. Im Weg steht ihnen dabei lediglich Trymon, ein zwielichtiger Magier, der über Leichen geht, um Erzkanzler an der Unsichtbaren Universität zu werden. Er weiß von dem Zauberspruch, der sich in Rincewind verbirgt, und lässt ihn deswegen verfolgen. Denn er braucht ihn, um die absolute Macht zu erlangen.
Terry Pratchett ist mit Sicherheit einer der originellsten Fantasy-Autoren unserer Zeit. Seine Romane sind humorvoll, stellenweise sogar albern, und haben einen hohen Unterhaltungswert. Es ist eine Herausforderung, seine skurrile Welten in Form eines Films umzusetzen, die hier zwar recht gut gelungen ist, aber trotzdem einige Wermutstropfen aufweist. So merkt man zum Beispiel deutlich, dass es sich um eine Fernsehverfilmung handelt, für die nur ein begrenztes Budget zur Verfügung stand. Einige der Animationen sind zu schnell als solche zu erkennen und fügen sich nicht sehr flüssig ins Bild ein. Wer die Romane gelesen hat, wird außerdem merken, dass der Charakter von Rincewind stellenweise stark von der literarischen Vorlage abweicht.
Was hingegen gut gelungen ist, ist die Eigenständigkeit des Fernseh-Zweiteilers. Auch wer noch nie etwas von Pratchett gelesen hat, wird problemlos in seine Welt einsteigen können und keine Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen. Für Fans ist es in jedem Fall eine Freunde, ihre Lieblingsbücher nun in Farbe und bewegt genießen zu können.
Im Vergleich mit "Hogfather" ist "The Color of Magic" deutlich bunter und verspielter ausgefallen. Der Tod spielt hier zwar auch eine Rolle, kommt aber nur am Rande vor. Wenn er auftaucht, hat man aber garantiert etwas zum Schmunzeln. Der Humor von Rincewind und Zweiblum entsteht vor allen Dingen durch ihre Naivität. Immer wieder geraten sie in Situationen, mit denen sie eigentlich komplett überfordert sind, die sie aber immer wieder dank außergewöhnlicher Hilfe oder schlicht durch Zufall meistern.
Fazit: "The Color of Magic" ist gute Fernsehunterhaltung, die, wenn man sie als solche sieht, auch wirklich Spaß macht. Man darf jedoch nicht zu viel erwarten oder sie zu sehr mit der Romanvorlage vergleichen.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
4,5 Sterne von einer, die das Buch nicht kennt., 2. Oktober 2009
Angeblich war dieser Film für die Fans der Scheibenwelt gedacht und gemacht worden, aber angesichts der heiligen Empörung, die unter Edel-Pratchett-Fans und Scheibenwelt-DeLuxe-Kennern über diesen Films herrscht, muss ich wohl annehmen, dass Regisseur Vadim Jean mit seinem Zuviel an eigener Kreativität kolossal daneben gelegen hat und das obwohl der Scheibenweltgott Pratchett höchstpersönlich bei den Dreharbeiten mitgearbeitet hat. Er hat sogar einen Cameoauftritt als Astrozoologe.
Schade eigentlich, dass dies die Pratchettianer nicht gnädiger stimmen konnte, und so lässt manche harsche Kritik aus der Fankurve diesem bizarren Fantasy Glanzstück nur wenig Objektivität und auf keinen Fall die verdiente Anerkennung angedeihen.
Natürlich kann ich die Enttäuschung der Scheibenwelt-Leute verstehen. Ihr Ärger über das filmische Sakrileg am Buch sei ihnen von Herzen zugestanden. Aber zum Glück für den Nachruhm dieses geistreichen und schrillen Films gibt es auch solche Leute wie mich, die das Buch nicht kennen und diesen Film deshalb ganz unbelastet und ohne vorgefasste Erwartungen ansehen können, und sich ergo oberköstlichst über das ideengewaltige Feuerwerk schrulliger Charaktere und erstaunlicher Effekt amüsieren können.
Ich jedenfalls habe viel gelacht, viel gestaunt und einen ausgesprochen kurzweiligen und inspirierenden Aufenthalt auf der verrückten Scheibenwelt genossen. Während ich knappe 190 Minuten lang dem Magieversager Rincewind (Sir David Jason), dem Ersttouristen Zweiblum (Sean Astin) und seiner anhänglichen Truhe hinterher gereist bin.
Der Handlungsverlauf mag für Buchkenner zerstückelt, gekürzt oder gar unlogisch sein, aber was man nicht kennt kann man nicht vermissen, und so habe ich weder an der Logik noch am liebenswerten Inhalt dieser Geschichte etwas auszusetzen. Ganz im Gegenteil, es ist einfach zu amüsant, wie an dieser Unsichtbaren Universität Karrieren gemacht werden, während in der Schmuddelmetropole Ankh Morpork Zweiblum der erste Tourist der Scheibenwelt auftaucht und ganz japanisch und naiv von einem halsbrecherischen Abenteuer zum nächsten stolpert, den Rand der Scheibenwelt erreicht und dort in den Dienst der Wissenschaft gestellt wird. Zwangsbegleitet wird er von Rincewind dem Zauberer, der sich keinen einzigen Zauberspruch merken kann und alles andere als erfreut ist über diesen undankbaren Job, den man (Jeremy Irons) ihm unter Androhung der Todesstrafe aufgenötigt hat. Die kontinuierlichen Begegnungen von Rincewind und Herrn Tod tragen auch nicht gerade zur Hebung der Stimmung bei - jedenfalls nicht bei Rincewind, der Zuschauer darf sich natürlich reichlich beömmeln.
Apropos Rincewind: Ich weiß nicht, ob er gemessen am Buch zu alt, zu dick oder zu ergraut ist. Ich weiß aber, dass er seit 40 Jahren recht erfolglos an der Unsichtbaren Universität studiert, also nicht mehr ganz jung sein kann (die meisten Zauberstudenten beginnen ihre Karrieren bekanntlich nicht wie Harry Potter). Insofern ist Rincewind mit Sir David Jason (Albert aus Hogfather) für meinen Geschmack optisch absolut perfekt besetzt, ganz abgesehen davon, dass der Mann genial schauspielert wie übrigens auch Sean Astin, Tim Curry, Jeremy Irons und nicht zuletzt der als Hogwarts Hausmeister Filch bekannte David Bradley, der einen dermaßen barbarischen Cohen spielt, dass sogar Arnie noch vor Neid erblassen würde - besonders wegen der Zähne ;o).
That's it:
Drachen, intelligente Truhen voller Gold, Kneipenschlägereien, Trolle, Schildkröten, Weltraumtrips, Nahtoderfahrungen, Cohen der Barbar und etliche sehr brauchbare Anregungen, wie man die berufliche Konkurrenz ausschaltet, verpackt in eine hastige aber durchaus verständliche und absolut abgefahrene Handlung, versehen mit handwerklich sehr gut gemachten Effekten und Tricktechnik und überragenden Darstellern - was braucht man eigentlich noch mehr um ausgezeichnet unterhalten zu werden?
DVD:
Laufzeit 189 Min., EuroVideo, Ton: Dolby Mehrkanalton AC 3, Sprache: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch Bildformat: 1:1.78/ 16:9 anamorph.
Extrals: Trailer.
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