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Komödiantische Musik des Barock
 
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Komödiantische Musik des Barock

von Nikolaus Harnoncourt (Künstler), Cmw (Künstler), Farina (Komponist), Schmelzer (Komponist), Biber (Komponist), et al.
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Produktinformation

  • Komponist: Farina, Schmelzer, Biber, Marais, Vivaldi
  • Audio CD (19. September 2008)
  • SPARS-Code: ADD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Warner Cla (Warner)
  • ASIN: B001AMG7L8
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 84.537 in Musik (Die Bestseller Musik)

 
1. Capriccio stravagante
2. Fechtschule à 4
3. Sonata Violino solo representativa A-Dur
4. La tableau de l'Opération de la taille (1717)
5. 1. Largo
6. 2. Fantasmi: Presto - Largo - Andante
7. 3. Il sonno: Largo
8. 4. Allegro

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5.0 von 5 Sternen Schräg und spaßig, aber hier wird akribisch zur Sache gegangen, 23. Januar 2010
Von Leslie Richford (Selsingen, Lower Saxony) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
"Komödiantische Musik des Barock": 1. Carlo Farina (ca. 1604 - 1639): "Capriccio stravagante". 2. Johann Heinrich Schmelzer (ca. 1620 - 1680): "Fechtschuel a 4". 3. Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 - 1704): Sonata violino solo representativa. 4. Marin Marais (1656 - 1728): Le Tableau de l'opération de la taille [1717]. 5. Antonio Vivaldi (1678 - 1741): Flötenkonzert Op. 10 Nr. 2 "La Notte" RV 439. Ausführende: Alice Harnoncourt, Walter Pfeiffer, Peter Schoberwalter, Josef de Sordi, Violinen; Kurt Theiner, Bratsche; Nikolaus Harnoncourt, Viola da gamba und Violoncello; Hermann Höbarth, Violoncello; Eduard Hruza, Violone; Leopold Stastny, Traversflöte ("La Notte"); Milan Turkovic, Fagott ("La Notte"); Herbert Tachezi, Cembalo; Sprecher: Franz Harnoncourt-Unverzagt (Marais). Aufgenommen im März und Juni 1969 in Wien. Erstveröffentlichung auf CD 2008 (Warner Classics Das Alte Werk 2564 69689-3). Gesamtspielzeit (Pausen eingeschlossen): 52'10".

Die Bezeichnung "Barock" soll auf einen Begriff zurückgehen, der in etwa "bizarr" bedeutete. Die Tendenz barocker Musiker, auch Bizarres zu komponieren, hört man hier in aller Deutlichkeit. Der in Italien und Deutschland tätige Carlo Farina schuf mit seinem eta 18 Minuten dauernden Stück "Capriccio stravagante" ein bizarr-barockes Denkmal, das stellenweise weit über seine Zeit hinaus weist: Hier werden zwischen volksliedhaften Tanzweisen diverse Instrumente nachgeahmt, Vögel und Tiere verschaffen sich auf schrägste Weise Gehör (Katzenjammer), und mitten drin versucht sich ein tremulierender Organist an Modulationen, die ihm über den Kopf wachsen. Das alles wird mit Streichinstrumenten und einem Cembalo realisiert und wird schon im 17. Jahrhundert als äußerst amüsant empfunden worden sein. Die in Krömeritz tätigen Schmelzer und Biber haben es beide verstanden, das militärische Getue ihrer Zeit ein wenig aufs Korn zu nehmen. Schmelzers "Fechtschule" führt uns das Gehabe um einen Fechtkampf sowie die Blessuren des Unterlegenen vor, während Biber nach Darstellung von Vögeln und Tieren plötzlich einen militärischen Marsch aufführen lässt - in diesem Zusammenhang hätte er kaum deutlicher sagen können, was er von solchem Gehabe hielt.

Das fünfminütige Stück von Marin Marais ist vielleicht das bekannteste Gambenstück des französischen Meisters. Er schildert auf recht gewagte Weise die Ängste und Schmerzen, die ein Patient bei der damals lebensgefährlichen Operation erfuhr, Gallensteine zu entfernen. Zum Glück überlebt sein Patient und darf sich mit Sätzen, die mit "gaye" und "Gigue" überschrieben sind, des Lebens freuen. Franz Harnoncourt-Unverzagt, offenbar ein Verwandter des Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, liest Marais' Spielanweisungen mit großem schauspielerischen Talent vor, so dass auch der, der des Französischen nicht mächtig ist, etwas von der Spannung mitempfinden muss.

Das bekannteste Stück auf dieser CD ist Vivaldis zweites "La Notte"-Konzert aus seinem Opus 10. Harnoncourt lässt, wie es damals seine Gewohnheit war, recht drastisch spielen, doch das Stück scheint daran zu wachsen. Angenehm ist, dass es hier korrekterweise mit einer Traversflöte und nicht wie so oft mit einer Blockflöte aufgeführt wird.

Barockfans, die sich mit Bach, Händel und Telemann nicht zufrieden geben, werden hier interessante und unterhaltsame Entdeckungen machen. Außerdem zeigt diese 1969er Aufnahme etwas von der Akribie, mit der Nikolaus Harnoncourt schon immer gearbeitet hat. Der Aufsatz im Beiheft ist ebenfalls von Nikolaus Harnoncourt selbst verfasst; die Klangqualität ist über jede Kritik erhaben.
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