Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Rache ist eine Speise, die man kalt genießt, 20. Oktober 2009
Rache schmeckt bittersüß, kommt von erkaltetem Herzen, ist demzufolge äußerst brutal und unbarmherzig, induziert ein hohes Maß an Besessenheit, hinterlässt nachhaltig ihre Spuren, ist in ihren Konsequenzen unaufhaltsam und gräbt sich unrevidierbar in die Gedächtnisse der Betroffenen ein. Eine unausweichliche immer tiefer gehende Spirale aus Schuldzuweisungen und Gewalt ist die Folge. So ist es auch der Fall bei der auf den ersten Blick unscheinbaren und anmutigen Geum-Ja (eine tolle und sehr fotogene Yeong-Ae Lee), die 13 Jahre zu Unrecht wegen Mordes im Gefängnis saß, dort inzwischen einen geläuterten und reuigen Gutmenschen suggerierte, insgeheim jedoch einen minutiös durchdachten Racheplan ausklügelte und nun wieder auf freiem Fuß ihren jahrelang unterdrückten Durst nach Lynchjustiz freien Lauf lässt. Mit einem roten Lidstrich versehen, um bloß nicht zu freundlich zu erscheinen, mit Lust an der Grausamkeit der Rache und äußerst kreativ in den Bestrafungsmethoden beginnt die Femme Fatale eine gnadenlose Blutspur hinter sich herzuziehen.
Rache als Mittel zur Erlösung einer Frau, die sich danach sehnt, ihre Seele zu retten, soll wohl die Intention dieses ästhetisiert-poetischen artifiziellen Gebildes aus Schuld, Buße, Gewalt und Selbstjustiz sein. Nach Sympathy For Mr. Vengeance und Oldboy ist dies der dritte Teil der lose zusammenhängenden Trilogie des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-Wook. Der Streifen ist ein finster surreal bebildeter Vigilante-Thriller über eine äußerlich selbstkontrolliert wirkende zarte Frau mit einer fatalistischen Aura, die jedoch innerlich zerrissen ist, es aber trotz der innewohnenden nihilistischen Misanthropie schafft, irgendwie empathisch zu erscheinen. Chan-Wook lässt die obsessive Rächerin zu Beginn gleich dem Wachsen einer Orchidee im Zeitraffer auferstehen. Am Anfang ist der Film etwas schwierig zu verfolgen, was an einer Vielzahl von Personen und Namen liegt, die teilweise mit einer sehr hohen Schnittfrequenz in die Handlung eingeführt werden. Zudem wird in Rückblenden und surrealen Traumsequenzen in der Zeit hin- und her gesprungen, was den Handlungsstrang extrem fragmentiert, jedoch die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten lässt. Beides erinnert an Tarantinos Kill Bill. Später wechselt die Erzählweise in das ruhigere Fahrwasser eines kontemplativen Dramas und treibt am Ende in eine exzessive psychologische Intensität hinein. Die Rächerin begegnet dem eigentlichen Hassobjekt, ihrem Exliebhaber, in schockierenden Bildern. Gewalt wird von Chan-Wook mit moralischer Ambivalenz und ohne plumpe gut-böse Zeichnungen mit emotionaler Kälte stilisiert und vom eigentlichen Sujet losgelöst. Die einzelnen Sets wirken fast schon wie wunderschöne Stillleben, die durch die einfallende Brutalität sukzessive zerstört werden. Elegische Kameraeinstellungen fahren ähnlich wie bei geträumten Bildern Detail für Detail ab und besitzen oft in einer alimentierenden Melange aus visuellen Spielereien eine metaphorische Funktion. Passend dazu wühlt sich auch der hypnotische Score immer tiefer in die Psyche der Protagonisten ein.
Das Bild der Blu-Ray Disc ist perfekt. Format ist Widescreen 2,35:1 anamorph. Die Tonspur liegt in DTS-HD Master 5.1 in deutsch und koreanisch vor.
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21 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Knallhart und faszinierend, 16. Mai 2008
OLDBOY hat mich schon beinahe aus den Schuhen gehauen und so musste LADY VENGEANCE einfach sein. Keine Sekunde bereut. Wenngleich die Thematik ähnlich der von OLDBOY ist (ein gepeinigter Mensch nimmt Rache) hat der geniale Park Chan-Wook nicht einfach Frau gegen Mann ausgetauscht, sondern dem Grundmotiv RACHE eine gute Anzahl weiterer Facetten hinzugefügt.
Im Gegensatz zu OLDBOY (der Protagonist weiß nicht, weshalb er eingesperrt ist) sitzt die junge Geum-Ja Lee dreizehn Jahre im Gefängnis für den eingestandenen Mord an einem kleinen Jungen. Eine Tat, die im krassen Gegensatz zu ihrem Erscheinungsbild (jung, schön, engelsgleich) steht. Auch im Frauengefängnis billigt man ihr diese Attribute zu, wenngleich das dort alles nur Schein ist. Sie verfolgt vom ersten Moment an einen zunächst nicht durchschaubaren Plan, den sie allerdings mit aller Härte verfolgt und für den sie die Hilfe ihrer Mithäftlinge einfordert, die sie sich durch Taten bis hin zum Mord an Mitinsassen verpflichtet.
Alles dient dem Ziel, den WAHREN Mörder des kleinen Jungen, den Massenmörder Beak, seiner gerechten Strafe zuzuführen.
Was die Frau alles anstellt, um dieses Ziel zu verwirklichen, ist dermaßen gut bildlich umgesetzt, dass dem Zuschauer gar nichts anderes übrig bleibt, als fasziniert das Geschehen zu verfolgen. Man traut ihr natürlich den Mord zu, für den sie eingesessen hat, nachdem man sah, wie sie im Frauenknast agierte.
Was dann aber final erfolgt geht in die Tiefe und rührt jeden der hellwachen Zuschauer an und lässt ihn sich fragen: Was würde ich jetzt tun, anstelle dieser Hinterbliebenen von gepeinigten Opfern.
Was Lady Vengeance vor hat indes, ist klar!
Der Regisseur gibt eigentlich nichts vor. Er zeigt das Geschehen neutral und lässt den Zuschauer bewerten, zwingt ihn, sich selbst in die Situation zu versetzen.
Keine Chance, sich dieser Entscheidung zu entziehen. Wagen Sie es, sich dieser Herausforderung zu stellen. HMcM
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das ist ein böser Film über bösen Menschen., 28. Mai 2009
Es handelt sich hier um einen echt bösen Film. Jemand der auf nette Filme steht, sollte sowas nicht gucken. Es handelt sich aber ebenfalls um einen extrem guten und ungewöhnlichen Film, also sollte das eigentlich jeder mal gucken.
Um das Filmvergüngen nicht zu schmälern möchte ich nicht so viel über den Inhalt erzählen. Eine Mörderin kommt aus dem Gefängnis und möchte Rache üben. Das soll mal reichen.
Und Lady Vengeance ist ein Film wie ist nicht viele weitere gibt. Zum einen sind die Bilder die man hier geboten bekommt wunderschön zum anderen ist der Inhalt der Geschichte echt ekelhaft. Eine seltsame Mischung.
Bisher haben aber alle mit denen ich den Film geguckt habe gemeint, die Erfahrung hätte sich gelohnt.
Die Szenen sind zum Teil unglaublich gut komponiert. Das geht so weit, das es Teilweise schon fast künstlich wirkt. Die Szene Nachts in der Gasse ist so gut gemacht, das wirkt fast schon wie aus einem Traum. Und die Szenen mit dem Videorekorder sind fast nicht mehr zu ertragen.
Im Gegensatz zu den vielen Folterorgien, die im Moment populär sind (SAW, HOSTEL usw.) wird in dem Film aber kaum direkte Gewalt gezeigt. Das meiste bleibt subtil oder wird angedeutet. Wie soll man sowas nennen? Psychoterror passt vielleicht noch am besten dazu. Im Gegensatz zu den oben genannten Streifen (die mich persönlich eher angewiedert haben) bleibt einem bei diesem Film manchmal glatt die Spucke weg. Ein Remake hiervon wird es in Amerika sicher nicht geben.
Lady Vengeance ist der Abschluss der Rache Trilogie. Die anderen Filme sind Oldboy und Sympathy for Mr. Vengeance. Der Regisseur hat sich Bildmässig von Film zu Film gesteigert. Und schon der erste der drei war ganz gut gemacht.
Wenn man die anderen Filme auch sehen will empfehle ich die Reihenfolge Mr. Vengeance, Oldboy und dann Lady Vengeance. Mr. Vengeance ist den anderen beiden sowohl von der Originalität der Geschichte als auch den Produktionswerten deutlich unterlegen, es lohnt sich aber immer noch den zu gucken. Oldboy ist meiner Meinung nach der beste der drei Filme (aber mit nur geringem Abstand) und den sollte man auf jeden Fall gucken, ohne groß zu wissen was dabei passiert.
Nur soviel. Ich fand Oldboy noch wesentlich böser als Lady Vengeance da dort die absichtliche Künstlichkeit fehlt, die es bei Lady Vengeance haufenweise gibt. Das hilft einem doch Manchmal noch genügend Abstand zu dem Film zu bekommen wenn es sehr fies wird.
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