Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
46 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannend und facettenreich, 2. Oktober 2007
Die z.T. tendenziell eher negativen Stimmen zu Cecilia Bartolis neuer Malibran-CD hätten mich fast vom Kauf abgehalten, doch dann trug mein Interesse an dieser außergewöhnlichen Sängerin doch den Sieg davon. Glücklicherweise, denn mit "Maria" ist Bartoli - zumindestens aus meiner Sicht - eine ihrer schönsten Aufnahmen gelungen. Die Auffassung, hier habe sich jemand an etwas verhoben, was gewissermaßen stimmlich eine Nummer zu groß ist, kann ich nicht teilen. Möglicherweise ist diese Aufnahme nichts für Stimmfetischisten, denen Belcanto spektakuläre Vokalakrobatik um ihrer selbst Willen bedeutet. Bartoli geht es hier erkennbar nicht um stimmliches Auftrumpfen ohne Rücksicht auf inhaltliche Bezüge. Natürlich gibt es auch hier Kolaraturfeuerwerke - dort wo sie am Platz sind - aber es gibt auch viel Leises, Zurückgenommenes, wenn die Charakteristik der darzustellenden Figur es erfordert.
Dies mag in mancher Hinsicht ungewohnt klingen, hat für mich nichts mit Hauchen oder Gurren zu tun, wie mehrfach zu lesen war, sondern mit einer bewussten, dennoch ganz natürlich wirkenden Gestaltung. Am schönsten gelingt ihr das ganz am Schluss mit "Casta Diva" aus Bellinis "Norma", ausgerechnet dem Stück, mit dem ich sie am Wenigsten in Verbindung gebracht hätte. Bartoli gestaltet die Arie der Druidenpriesterin Norma als das, was sie ja auch ist: ein Gebet, das sich wunderbar innig aus tiefer Versunkenheit heraus entwickelt. Angesichts einer gewissen Neigung zum Überzogenen, Manierierten, die mir bei dieser Sängerin im Laufe der Zeit bei aller Bewunderung zunehmend negativ aufgefallen ist, hat mich diese Interpretation - ebenso wie die der beiden anderen Bellini-Heldinnen absolut positiv überrascht. Anderes auf der vorliegenden Aufnahme zeigt Cecilia Bartoli wie man sie kennt: heroisch, temperamentvoll, mit viel Lebensfreude in der Stimme.
Wieviel hat dies nun - abgesehen von der Auswahl der Stücke und den gesungenen Fassungen - mit Maria Malibran zu tun? Schwer zu sagen, für den Laien wohl überhaupt nicht zu beantworten. Die zunehmende Tendenz auf dem Plattenmarkt, Hommagen an stimmliche Größen der Vergangenheit aufzunehmen, wirft ohnehin manche Fragen auf. Beim Durchblättern des umfangreichen Hardcover-Booklets der CD entsteht der zuweilen doch recht penetrante Eindruck, Bartoli sehe sich in enger Verbindung, gar als moderne Inkarnation der Maria Malibran. Diese sicherlich der PR dienende Selbststilisierung wäre aber eigentlich gar nicht nötig gewesen. Persönlich empfinde ich das Album weniger als Hommage an eine bestimmte Person als an eine große Epoche der italienischen Oper. Und das ist vielleicht, was die neue CD so besonders macht: hier werden nicht zusammen-hanglos schön gesungene Highlights aneinandergereiht, sondern es wird jene Athmosphäre heraufbeschworen, die die Opernwelt der Romantik bis heute so faszinierend erscheinen lässt. Bartoli lässt abwechslungsreich die vielen Facetten dieser Ästhetik aufblitzen, bis hin zu jenem neu entdeckten Interesse am Volkstümlichen und Folkloristischen, wie es sich in den spanisch bzw. tirolerisch (mit Jodeleinlage!) beeinflussten Nummern erkennen lässt. Fazit: eine spannende Aufnahme, nicht zuletzt auch wegen der vielen Ersteinspielungen. In stimmlich-gestalterischer Hinsicht sicherlich kontrovers und vielleicht auch Geschmackssache - doch aalglatte Aufnahmen, die so ziemlich jedem gefallen, gibt es wahrlich genug!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Vokaler Wirbelwind, 4. Dezember 2007
Es gurrt und gluckst, wirbelt und schmachtet - mit einem Wort: Die Bartoli ist wieder in ihrem Element. Live im Konzert ist das ein sagenhaftes Erlebnis, auf CD kann so viel vokalartistischer Mitteilungsdrang schon mal auf die Nerven gehen. Das Album ist jedenfalls nicht geeignet als atmosphärisch nette Hintergrund- und Tafelmusik, sehr wohl aber als Neubegegnung mit einer als bekannt vorausgesetzten Stilepoche, mit diesem Anspruch ist die Sängerin jedenfalls angetreten. Ob die vom exzellenten Züricher Originalinstrumente-Orchester La Scintila begleitete Cecilia Bartoli wirklich dem Gesangscharakter der Zeit zwischen Mendelssohn und Bellini im Allgemeinen (und dem Belcanto der Maria Malibran im Speziellen) stilistisch nahe kommt, ist schwer zu sagen - näher als die hochdramatische Maria Callas dürfte sie jedenfalls dran sein. Doch das alleine würde ja ohnehin noch nichts zählen. Entscheidender ist, dass Cecilia Bartoli ein echtes Überraschungspaket geschnürt und wie immer überschäumend temperamentvoll auf CD gebracht hat mit 17 überaus unterhaltsamen und entdeckenswerten Zutaten - von denen Casta Diva" die letzte, aber nicht unbedingt die gelungenste ist. Ihr Gebet an die keusche Göttin ist zwar innig flehend und viel schlichter als jenes, das die Callas inszenierte und das deswegen lange Zeit als Hörideal eingebrannt war. Doch Mendelssohns Szene und Arie Infelice" ist dann doch der geeignetere Stoff für den stimmlichen Wirbelwind, für den man die Bartoli so sehr liebt. Wenn man nicht gerade Callas-Fan ist.
Vorbildlich: Das Booklet!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schönes Programm, 1. Oktober 2007
Ich bewundere an Cecilia Bartoli nicht nur die schöne Stimme, sondern auch den Mut zu ungewöhnlichen Programmen. Schon die "Opera prohibita"
war ein Wagnis, das sich gelohnt hat. Die Hommage an "Maria" gibt ihr Gelegenheit, die Vielseitigkeit ihrer Stimme zu entfalten und zu schwelgen. Auch wenn ich eigentlich ein "rundes" CD-Programm (z.B. ein reines Verdi-Programm) bevorzuge, muss ich doch einräumen, dass dieser Querschnitt von Lieblingsarien eines Sängers sehr gelungen ist.
Eine schöne CD - und ein Beweis, dass diese Sängerin, von Anna Netrebko etwas aus dem Rampenlicht gedrängt, dieser immer noch mehr als ebenbürtig ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|