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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Insgesamt beeindruckende Dokumentation, 3. Oktober 2007
Das britische Original ist etwas besser, da es dort keine Kommentare gibt, die den Ablauf unterbrechen. Die Produktion braucht den Vergleich mit ROM nicht zu scheuen. Chronologisch in der richtigen Reihenfolge umfasst die Serie
TIBERIUS GRACCHUS
Ein junger Idealist erkennt zu seinem Entsetzen den Zusammenhang zwischen der größeren Armut im Volk und der degenerierten Aristokratie und beschließt -obwohl selbst von Adel - etwas dagegen zu tun. Glanzlichter sind die Darsteller des Nasica (näselt im Original wunderbar!) und der mitfühlende Pulcher (David Warner, sonst meist als Bösewicht besetzt).
CAESAR
Ciaran Hinds beeindruckt in Rom" deutlich mehr als Caesar als Sean Pertwee, ironischerweise der Labienus in Julius Caesar". In Marcellus finden wir Cato aus Rom" wieder. Toll ist die Szene am Rubikon: mit einem Minimum an Licht und dezenter Musik schafft der Regisseur eine mystische Atmosphäre, ohne es zu übertreiben (wie es die römischen Quellen tun). Schade, dass das Drehbuch Caesar auf die Feldzüge reduziert und nicht seine zahlreichen Friedensangebote und seine grandiosen Reformen erwähnt. (Kleine Berichtigung: Caesar brauchte für Spanien ganze 40 Tage. Er dezimierte nur die Rädelsführer der IX. Legion, also 12 Mann. Er glaubte schließlich an Milde.)
NERO
Unbestritten beeindruckend ist die Leistung des Hauptdarstellers, wie er den zunehmenden Wahnsinn des Kaisers, der keine Zügelung von anderen erfährt, glaubwürdig macht. Außerdem zeigt es die Brutalität Roms, das seine eigene Führungselite aus Gier eliminiert, in aller Schonungslosigkeit.
VESPASIAN
Ein Lichtblick inmitten aller Verworfenheit bietet der absolut gesunde bäuerliche Feldherr und sein Sohn Titus, der sehr zu Recht zuweilen den Kopf über seinen alten Herrn schüttelt. Vespasian ist aber auch schlicht und einfach erstaunlich! Zudem zeigt diese Folge - und die danach -, wie tödlich religiöser Extremismus sein kann, denn der Unnachgiebigkeit auf jüdischer Seite konnte Rom nicht anders begegnen.
CONSTANTIN
Diese Folge stimmt am meisten nachdenklich. Einerseits haben wir einen jungen ehrgeizigen Kaiser, der das geteilte Reich wieder einen will. Dabei sucht er Hilfe beim Christentum und will Gleichstellung mit anderen römischen Religionen. So weit, so gut. Dann aber bricht er sein eigenes Toleranzedikt und respektiert nicht die ureigenen römischen Kulte. Zudem hält er gegenüber anderen aus Machgier seine Verträge nicht ein. Das soll christliches Vorbild sein?
UNTERGANG
Das Ende ist tragisch, und dumm dazu: ein schwacher Kaiser, ehrenhafte Barbaren" und jede Menge Missverständnisse. Zu lange haben offensichtlich Kaiser geherrscht, dass noch jemand aus dem Volk erwächst, um es aus dieser Lage zu retten. (Caesar hätte es besser gemacht und die Goten assimiliert, sie sogar in den Senat berufen, wie er es schon mit den Galliern tat.)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Rom - eine kurze Geschichte..., 24. September 2009
Vorweg gesagt: Natürlich würde die vollständige Geschichte des römischen Reiches einiges an Tagen an Laufzeit füllen...nur: Von den "Großen Herrschern" Roms fehlen wirklich VIELE (ich will nur Marcus Aurelius, Hadrian, Trajan und nicht zuletzt Diocletian nennen...die Liste ließe sich fortsetzen!)
Kritischerweise ist z.B. die Story von Konstantin sehr nach zeitgenössischen Angaben verfilmt (ja, es wird einiges angezweifelt, aber es kommt nicht herüber, daß fast die ganze Zeit nur die Fassung der Kirche hier zu sehen ist). Seien es himmlische Omen, Heereszahlen von fantastischen Ausmaßen, ein Konstantin, der offenbar glühender Verfechter des christlichen Glaubens ist (was er nicht war, Konstantin bekehrte sich erst auf dem Sterbebett).
Nun, zugutehalten will ich der Doku, daß hier z.B. erstmals die römischen Truppen in ihrer jeweiligen (der Epoche zutreffenden) Ausrüstung gezeigt werden, einigermaßen zumindest. Ist immerhin ein Anfang, nachdem andere Dokus immer die stereotypen Legionäre in der Lorica Segmentata zeigen (dem Schienenpanzer), den sie aber lt. Archäologie höchstens 150-200 Jahre benutzten.
Insgesamt ist diese Dokusammlung nur ein kleiner Abriss der römischen Geschichte - und selbst in den angesprochenen Themen nur eine grobe Übersicht.
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26 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
history light, 13. Juni 2008
Ja, das Ganze ist schön gemacht, wirklich. Tolle Schauspieler und viele Schlachten, blitzende Rüstungen, Kampfgebrüll und so. Ab und an durchaus familiär, Vespasian beim Bienenzüchten, Nero, gänzlich zerrissen, leidend eben, wenn nicht singend oder bauend, Konstatin aufgewühlt auf Knien, das Emblem Christi auf die Schilder seiner Soldaten malend; tja so war der Konstantin am Morgen vor der Schlacht, vielleicht oder auch nicht. Sehr eindrücklich allenthalben; leider handelt es sich wirklich nur bedingt um eine geschichtliche Dokumentation.
Einige Qualitätsmerkmale von Dokumentation wären nämlich: Vollständigkeit, Übersichtlichkeit, Verständlichkeit, Strukturiertheit, Korrektheit, Editierbarkeit, Nachvollziehbarkeit, Integrität/Authentizität und Objektivität.
Nur schon die Vollständigkeit: Nein. Einfach nein. Ich nehme stellvertretend als Beispiel Julius Ceasar. Der "Spielfilm" beginnt, logo beim Bellum Gallicum; tolle Rüstungen, Schlacht und so. Tja; aber wie wurde er denn überhaupt Herrführer in Gallien?
Caesar aus dem Haus der Julier (Berufen auf Herrkunft: Askanius Iulus abstammend vom Trojaner Aeneas) durchlief folgende Ämter: Flamen Dialis mit 13 Jahren(Oberprister des Jupiter), Offizier, Quaestor in Spanien, Aufnahme in den Senat, Ädil (zuständig u.a. für Brot und Spiele) in Rom, Pontifex Maximus (unterstützt wieder durch den reichen Crassus), Statthalterschaft in Spanien, Wahl zum Consul (höchstes Amt Roms für ein Jahr), Bildung 1. Triumvirat mit Pompeius und Crassus, schliesslich Proconsul (2x verlängert auf 5 Jahre glaub ich) in Illyrien, Gallia cis- und transalpina.
Behaften Sie mich nicht auf Vollständigkeit; aber all das fehlt. Auch alles weitere, was über schöne Bilder und Krieg und Schlacht und Verrat und Tragik hinaus ginge, fehlt.... Wieso überschritt Caesar den Rubicon 49 v. Chr., provozierte den Senat, Alia jacta est etc.? Natürlich war er machtbesessen, der gute Caesar. Aber hätte es eine Alternative gegeben? Die Antwort ist, nein. Spätestens seit seiner Amtszeit als Consul 59 v. Chr. hätte ihm in Rom ein Prozess gedroht, der ihn vermutlich den Kopf gekostet hätte. Er konnte nur noch vorwärts.... Fehlt alles, aber die Überquerung des Flüsschens Rubicon ist stilsicher toll gefilmt.
Gut. Der Spielfilm zeigt dann weitere Schlachten gegen Pompeius, Senat und so. Laut Film waren die Senatoren ziemlich doof und stur ungeduldig. Pompeius dicklich und zweifelnd. Tolle Schlacht, wieder; dann Brutus zweifelnd; Caesar wird als Tyrann ermordet. Was Caesar während seiner Amtszeit leistete, tja..... Hm.
Noch einmal; es ist schön gemacht; aber mit Geschichte hat das sicher nur bedingt zu tun, moderne History light eben. Tolle Schlachten, Machtergreifung, alles ohne Hintergrund, ohne Wissen, tolle Bilder, mutige Männer in Zeitlupe schwitzend, aber ohne Geschichte.
Wenn da bloss mal keiner, genau unter diesen Prämissen, so bar jeden Verständnisses und Hintergrunds in ein Zweistromland marschiert; in tollen Bildern und glänzend inszeniert. So gesehen ist Rom und seine grossen Herrscher durchaus modern; aber dass einem bei Vespasian, der mit seinem Sohn Titus die Bevölkerung Judäas beinah auslöschte und das jüdische Volk auf eine zum Teil verheerende 2000 jährige Wanderschaft zwang, das einem da, förmlich suggeriert wird, es seien da eigentlich ein paar jüdische Extremisten dran schuld gewesen, naja das nehm ich den Jungs der BBC doch übel. Schöne Geschichte, toll gefilmt, durchaus tragisch und zur Unkenntlichkeit verzerrt in tollen Bildern.
Es sind Spielfilme; mit Geschichte hat das wenig zu tun. History light eben. BBC, deux points.
Übrigens, so es Sie interessierte, wieso es denn eigentlich Augustus, Caesars Nachfolger gelang, sich als "quasi" Alleinherrscher zu etablieren, würde ich Ihnen gerne als Gegenstück hiezu, die Doku "Die römischen Kaiser" (ASIN: B000V52BCY) empfehlen. Warum empfand der soweit "demokratische" römische Senat den ruhmreichen Caesar als Tyrann, und liess sich dann doch gleich darauf von Oktavian beinah freiwillig entmachten und akzeptierte ihn sogar als eben "Erhabenen" Augustus? Als Germane mit neuerem Geschichtsverständnis könnte Sie diese Frage jetzt durchaus beschäftigen.......
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