Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit?, 26. November 2007
ACHTUNG! DIE REZENSION BEZIEHT SICH AUF DEN GLEICHNAMIGEN KINOFILM UND NICHT AUF DIE SERIE!
Das ist wieder mal so ein Film, bei dem ich mich nicht entscheiden kann wie gut ich ihn finden soll, denn eigentlich ist das eine richtig heiße und kongeniale Verfilmung des Bühnenstücks "Closer" von Patrick Marber, aber gleichzeitig war ich auch ziemlich abgeturnt von der trostlosen Geschichte des Films. Ist dieses Stück wirklich der Spiegel der Oberflächlichkeit und Verlogenheit von modernen Liebesbeziehungen? Ist so die "Liebe" unserer Tage? Ich will es eigentlich nicht glauben.
Obwohl,
da gibt es den empfindsamen Nachrufschreiber Dan (Jude Law), der in der jugendlichen Stripperin Alice (Natalie Portman) seine Muse findet und sich nun zu einem mehr oder weniger erfolgreichen Schriftsteller mausert. Auf der anderen Seite ist da die Fotografin Anna (Julia Roberts), eine erwachsene, selbstbewusste und sehr attraktive Frau, in die sich der gute Dan - ebenfalls auf den ersten Blick - hoffnungslos verliebt. Und es gibt noch den maskulinen Arzt Larry (Clive Owen), ein Chauvi wie er im Buche steht, ein Standardmann halt (sorry, aber frau muss ihre Vorurteile einfach pflegen ;-)). Er lernt Anna durch einen bizarren oder vielmehr frivolen Zufall kennen und heiratet sie schließlich. Allerdings ist das noch lange nicht das Ende sondern erst der Anfang dieser Irrungen und Wirrungen. Denn Dan kommt nicht über seine unerwiderte Liebe zu Anna weg und stellt ihr unerbittlich nach. Das Ergebnis ist ein egozentrischer Macht- und Potenzkampf der Männer, ohne Rücksicht auf die Gefühle der Betroffenen, und so ist es unausweichlich, dass es schließlich jeder mit jedem treibt und noch mehr...
Das ist eine hoffnungslose und extrem zynische Geschichte über die Seichtigkeit von (heutigen?) Beziehungen, in denen an erster Stelle die eigene Befriedigung steht und der Partner nur Mittel zum Zweck ist. "Hautnah" ist auch eine Ohrfeige an das heuchlerische Getue um Aufrichtigkeit und absolute Ehrlichkeit in modernen Beziehungen. Hier zerstört die um jeden Preis beschworene Wahrheit die vermeintliche Liebe und ihren Zauber radikal. Und die kleine Überraschung, zum Schluss des Filmes könnte kaum passender und bissiger sein, und verpasst der ganzen Thematik noch ein letztes verlogenes Sahnehäubchen.
F*cken, Schw*nz , Schl*tz und ähnlich Schlüpfriges sind häufig und unverhohlen verwendete Worte in diesem Film, und da sich alles um die ungeschminkte Wahrheit zu diesem Thema dreht, dürfte klar sein, dass sogar eine verklemmte Mona-Lisa-Ikone wie Julia Roberts in diesem Film kein Blatt vor den Mund nimmt.
Wer also meint, hier eine Julia Roberts in ihrem üblichen Rollenklischee anzutreffen, der sollte sich auf einige obszöne aber hörenswerte Überraschungen gefasst machen. Andererseits zeigt sie hier endlich einmal, dass sie mehr kann als nur das typisch-amerikanische Vorzeigeweibchen zu mimen. Aber auch, die mit dem Goldenen Globe belohnte, Natalie Portman wächst in ihrer atemberaubend sexy Rolle als Stripperin Alice über sich und ihr Königin-Amidala-Image hinaus. Und was die beiden Herren angeht, auch sie sind wahre Glückstreffer: Der süße Frauenschwarm Jude Law als wahrheitsbesessenes, leidendes Sensibelchen dürfte Frau so manches stumme Seufzen entlocken, und Clive Owen, der mir bisher nur als mäßiger Arturius bekannt war, spielt hier das typische Alpha-Männchen so glaubwürdig, dass man keine Sekunde an seinem überschäumenden Testosteronspiegel zu zweifeln wagt.
Fazit:
Ein wirklich ausschweifender Film, der besonders Männern gefallen dürfte (und das ganz sicher nicht nur wegen der erotischen Szenen im Stripperlokal). Ein Film mit trügerisch guter Besetzung, weil alle vier Darsteller jenseits ihrer üblichen Rollen so genial spielen dass sie einem nicht nur hautnah, sondern sogar unter die Haut gehen. Ein Film, in dem es um die knallharte Wahrheit geht und darum wie sie zerstören kann, was ihn Wahrheit längst verloren ist.
DVD 9 (2 Schichten Layer auf 1 Seite):
Ton: Dolby digital, Deutsch und Englisch 5.1; 16:9 Widescreen (1.85:1), Lauflänge: 100 Minuten; Sprachen: Deutsch, Englisch; Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch; Bonus: Musik-Video, Verschiedene Trailer.
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5.0 von 5 Sternen
"Hautnah", 17. September 2006
Der Film ist wie das Leben hart, direkt und ungerecht!! So kanns gehen ... der eine gewinnt der andere verliert ...
Ich persönlich fand ihn deshalb sehr gut weil er wirklich nichts auslässt an der teilweise hässlichen Realität des Lebens (in Wort und Bild)!!
Closer ist sicher nicht ein typischer "mainstream" Film und er wird auch viele "Feinde" haben ... aber ... so ist das Leben ... ^^
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Hallo Fremder...", 6. Juli 2008
"And so it is ... just like you said it would be ... life goes easy on me ... most of the time ... and so it is ... the shorter story ... no love, no glory ... no hero in her sky ... I can't take my eyes off you ..." - Mit diesen Zeilen aus der großartigen Ballade "The Blower's Daughter" von Damien Rice beginnt Mike Nichols' preisgekröntes Beziehungsdrama "Hautnah". Man sieht in Zeitlupe, wie die gerade aus New York eingetroffene Alice (gespielt von einer atemberaubenden Natalie Portman) mit einem leicht verspielten und gedankenvollen Lächeln auf den Lippen durch London geht. Sie ist der absolute Blickfang und sticht deutlich aus der sie umgebenden Masse heraus. Ihr entgegen kommt Dan (Jude Law), dem sie natürlich auch schon längst aufgefallen ist. An einer roten Fußgängerampel schaut Alice dann nach links anstatt nach rechts, betritt die Straße und wird von einem Auto erfasst. Dan eilt zu ihr, und als sie wieder zu sich kommt, begrüßt sie ihn mit den Worten "Hallo Fremder..."
Der "Fremde" begleitet sie schließlich ins Krankenhaus und verbringt danach noch ein wenig Zeit mit ihr in der Stadt. Dan, der sich als Nachrufschreiber durchs Leben schlägt, ist von der frechen, aufgeweckten und "entwaffnenden" Art, mit der Alice ihm gegenübertritt, sofort angetan. Und auch die ehemalige Stripperin fühlt sich auf Anhieb zu ihm hingezogen. Es ist für beide die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick.
Zeitsprung: Einige Monate später hat Dan seinen ersten Roman verfasst für dessen Hauptfigur Alice, mit der er inzwischen fest zusammen ist, als Vorlage diente. Beim Termin zum Anfertigen eines Porträtfotos für die anstehende Buchveröffentlichung funkt es jedoch zwischen Dan und der momentan in Scheidung lebenden Fotografin Anna (Julia Roberts in einer ihrer überzeugendsten Rollen), was Alice mitbekommt und sie tief verletzt.
Erneuter Zeitsprung: Dan befindet sich eines Abends eher beiläufig in einem Chatroom. Als er von dem Dermatologen Larry (Clive Owen) angeschrieben wird, gibt er sich als Frau aus und nennt sich "Anna". Die beiden verabreden ein "reales" Treffen, zu dem Dan natürlich nicht erscheint, das für Larry aber dennoch ein positives Erlebnis darstellt. An dem verabredeten Treffpunkt begegnet er der richtigen Anna und kommt wenig später auch mit ihr zusammen. Als sich dann jedoch auf einer Vernissage von Anna, auf der auch Dan anwesend ist, erneut Gefühle zwischen den beiden entwickeln, und Larry ein Auge auf Alice wirft, verkomplizieren sich die Dinge, und es entsteht ein komplexes Beziehungsgeflecht, in dem jeder seine Geheimnisse hat und ohne Rücksicht auf Verluste nach seinem größtmöglichen (Liebes-)Glück strebt...
Basierend auf Patrick Marbers Theaterstück "Closer" hat Regisseur Mike Nichols ("Die Reifeprüfung", "In Sachen Henry", "Der Krieg des Charlie Wilson") hier einen zeitlosen Klassiker inszeniert, der in Bezug auf Intensität, Dialogschärfe und Schonungslosigkeit völlig neue Maßstäbe für das Genre des Beziehungsdramas setzt. Ehrlich, kompromisslos und "hautnah" wird hier weitab von klischeehaften Moralvorstellungen und mit einem stellenweise recht bitteren Beigeschmack das Liebesleben von vier Hauptfiguren betrachtet, die stellvertretend für eine Welt stehen, in der Egoismus, persönlicher Vorteil und die eigene Lustbefriedigung immer stärker in den Vordergrund treten - und das nicht selten auf Kosten der Gefühle von nahestehenden Personen. Alice, Dan, Anna und Larry sehnen sich alle auf die ein oder andere Weise nach Liebe, Zuneigung und Bestätigung und versuchen, davon so viel wie möglich zu bekommen, auch wenn das heißt, trotz einer festen Beziehung seinen außerpartnerschaftlichen Sehnsüchten, Wünschen und Begierden nachzugeben. Die Lust am Abenteuer, der Reiz des Neuen und die Frage, ob es mit einem anderen nicht doch vielleicht besser und erfüllender wäre, lassen die Figuren nicht nur ihren aktuellen Partner verletzen, sondern letzten Endes auch sich selbst. Die Liebe wird zum Machtspiel, bei dem es keinen Gewinner geben kann. Eifersucht, der Drang, jedes noch so kleine Geheimnis des Geliebten aufzudecken, und das unstillbare Bedürfnis, der bzw. die Eine im Leben von irgendjemandem zu sein, machen es für die Beteiligten nahezu unmöglich, eine funktionierende Beziehung aufzubauen.
Getragen wird der Film von den gradiosen Leistungen seiner vier Hauptdarsteller, allen voran Natalie Portman ("Garden State", "My Blueberry Nights", "Die Schwester der Königin") und Clive Owen ("Sin City", "Inside Man", "Elizabeth - Das goldene Königreich"). Beide wurden für ihr überragendes Schauspiel zu Recht mit einem Golden Globe ausgezeichnet und haben für ihre Rollen auch jeweils eine Oscar-Nominierung erhalten. Natalie Portman liefert mit der Darstellung von Alice den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere und präsentiert sich dabei so wandlungsfähig, facettenreich und verführerisch wie nie zuvor. Bei ihrem Anblick stockt einem mehr als einmal der Atem, und die Zeile "I can't take my eyes off you" erscheint hier fast so, als wäre sie von Damien Rice nur für sie geschrieben worden - was besonders auf die Schlussszene des Films zutrifft.
Bei "Hautnah" stimmt jede Einstellung, jeder noch so kleine Blick spricht Bände und selbst anhand der unscheinbarsten Gesten und Berührungen wird das komplexe und widersprüchliche Innenleben der Figuren deutlich. Mike Nichols zeichnet hier in langen Einstellungen und bewusst ruhigem Erzähltempo - was in Anbetracht der Tatsache, dass der Film über einen Zeitraum von vier Jahren spielt, eine wirklich erstaunliche Leistung ist - ein äußerst intensives und vereinnahmendes Porträt von vier Menschen, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten zwischenmenschlicher Beziehungen konfrontiert sehen: Liebe, Verrat, Begehren, Zuneigung, Eifersucht, Misstrauen, Egoismus, Feigheit und die oft gestellte Frage nach der absoluten Wahrheit. "Closer" geht es vermutlich wirklich nicht...
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