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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Endlich mal die andere Seite, 10. Dezember 2009
Selten hat mich ein Film dieser Kategorie so beeindruckt wie dieser. Man "erlebt" regelrecht mit der Hauptfigur dieses Films alle Ereignisse selber mit und lässt sich von den Geschehnissen mitreissen.
Normalerweise werden die Japaner immer als negativ dargestellt wenn es um Kriegsfilme geht, diesmal jedoch ist es zum Glück nicht so. Man sieht wie deren Kultur ist, wie sie denken und warum sie diesen Krieg führen, für wen sie kämpfen und wie strak ihr Glaube ist.
Im Film geht es schon ziemlich deftig ab, es ist halt ein Kriegsfilm, jedoch einer mit Niveau und Klasse.
Wer sich einen wirklich guten Kriegsfilm ansehen möchte und auf den amerikanischen Patrioismus keine Lust hat der macht mit diesem Film alles richtig.
Das Bild ist Top und der Sound kommt derartig bombastisch daher ( besonders wenn die Kriegsschiffe feuern - Gänsehaut ) das es ein Genuss ist diese (wahre) Geschichte zu erleben.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfühlsam inszenierter und packender Kriegsfilm ohne amerikanisches Pathos, 30. Juli 2007
Einleitend und um eventuell Zögerliche umzustimmen darf ich bemerken, dass der Film im Gegensatz zur Kinoauswertung auf DVD synchronisiert ist. Und das sehr sorgfältig und überzeugend.
Im Vergleich zu FLAGS OF OUR FATHERS ist meines Erachtens der Kampf um die Insel Iwo Jima aus japanischer Sicht das rundere Werk. Dies ist zum Einen auf die linearere Erzählweise zurückzuführen (bei FLAGS übertrieb es Eastwood ein wenig mit den Zeitsprüngen); an dieser Stelle nochmal die Warnung an Eventhungrige: bis zur ersten Kriegshandlung vergehen gute 45 Minuten mit der Einführung der Charaktere. Zum Anderen fühlt der Zuschauer gerade durch die Lieferung dieser prägnanten Backgrounds mit den wenigen Hauptprotagonisten, deren Schicksal man bis zum bitteren Ende verfolgt. Die bei Beginn des Films aufkommende Befürchtung, die einzelnen Japaner nicht voneinander unterscheiden zu können, erledigt sich somit recht schnell.
Aus dem vorwiegend unbekannten, aber nichtsdestotrotz vorzüglichen Cast ragt Ken Watanabe einmal mehr heraus. Bereits in LAST SAMURAI, DIE GEISHA und BATMAN BEGINS gab er Kostproben seines Könnens und seiner eindrucksvollen Leinwandpräsenz. Wieviel engagierter muss er daher motiviert gewesen sein, in seiner Muttersprache inszeniert zu werden. Bleibt zu hoffen, dass er - im Gegensatz zu seinem chinesischen Pendant Chow Yun-Fat (zuletzt in FLUCH DER KARIBIK 3) - nicht als Hollywoods Vorzeige-Asiate in belanglosen Blockbustern verheizt wird.
Von der technischen Seite überzeugt LETTERS mindestens wie der Vorgänger oder DER SOLDAT JAMES RYAN. Vielmehr muss man erneut feststellen, welche Benchmarks Spielbergs Meisterwerk gesetzt hat. Bekanntlich hat er Eastwoods Zweiteiler produziert und damit sicherlich auch den ein oder anderen Ratschlag parat gehabt, wie man Actionsequenzen packend einfängt. Wie FLAGS erinnert LETTERS in Optik und Wucht der grausamen Kampfhandlungen eins zu eins dem genannten Vorbild.
Stellt sich abschließend die Frage, weshalb man sich schon wieder Kriegsszenarien, zum Teil fokussiert auf Einzelschicksale, und die x-te Variante brutaler Verstümmelungen anschauen sollte. Ganz einfach weil dieses Mal nicht die Sicht der Weltpolizei USA das Geschehen verklärt, sondern deutlich wird, dass auch auf der Gegenseite angsterfüllte, normale Menschen am MG standen und keine seelenlosen Killermaschinen. Die manchmal archaisch anmutenden Rituale der uns überwiegend fremden japanischen Kultur - genannt sei bspw. der wie selbstverständlich praktizierte Suizid nach Scheitern der befohlenen Mission - tragen hierzu sehr viel bei und werden von Eastwood ohne Effektheischerei und wertungsfrei bebildert. Ein sehenswerter, unpathetischer Streifen und zweifellos einer der besten Vertreter dieses Genres seit Jahren.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterhaft..., 4. Juli 2007
Nach -Flags of our Fathers- war es eine Pflichtaufgabe, sich -Letters from Iwo Jima- anzusehen. Eine Pflicht, der ich gern nachkam. Blieben bei -Flags of our Fathers- für mich noch einige Fragen offen, so wurden sie durch -Letters from Iwo Jima- restlos beantwortet.
Auch hier geht es um den Sturm der amerikanischen Truppen auf die Insel Iwo Jima. Das Eiland wird von den Japanern bis aufs Blut verteidigt. Insgesamt fanden bei der Schlacht am Ende des Zweiten Weltkrieges 26.000 Menschen den Tod. Während Eastwood das Geschehen in -Flags of our Fathers- aus Sicht der amerikanischen Truppen zeigte, beschränkt er sich in -Letters from Iwo Jima- ganz allein auf die japanische Sichtweise.
Der japanische Kommandant Kuribayashi übernimmt die Verteidigung der Insel. Er hat selbst in Amerika gelebt und ist mit der amerikanischen Taktik vertraut. Sehr schnell bemerkt er, dass er auf verlorenem Posten steht. Weder die Marine noch die kaiserlichen Truppen können die Kräfte auf Iwo Jima unterstützen. Der Kampf ist sinnlos und von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Kuribayashi setzt trotzdem pflichtbewusst seine Aufgabe fort und versucht den Soldaten eine ehrenhafte Schlacht zu ermöglichen. Dabei trifft er auf den Widerstand seiner Offiziere, die im alten japanischen Denken befangen sind. Erst als die Amerikaner sich der Insel nähern, erkennen die Japaner, welch drückender Übermacht sie sich entgegen stellen müssen.
Eastwood bringt uns auch in diesem Film das Gesamtgeschehen in Form von Einzelschicksalen nahe. Der Bäcker Saigo ist einer dieser japanischen Soldaten. Er denkt an seine Frau und sein Kind und möchte einfach nur überleben. Der Offizier Nishy, ehemals Goldmedaillengewinner im Reiten bei der Olympiade in Los Angeles, unterstützt Kommandant Kuribayashi als Offizier bei der Verteidigung. Auch er hat Amerika kennen und lieben gelernt.
Eastwood hat mit diesem Film ein kleines Meisterwerk geschaffen. Mit bewegten Bildern in schwarzweiß, sepia oder greller Farbe zieht er alle Register als Erzähler. Er lässt uns ganz nah bei den Sorgen und Problemen der Charaktere sein und zwingt uns in ein Verstehen, das wir so vorher nicht empfanden. Der Film ist hervorragend besetzt, die Oscarnominierung für Ken Watanabe mehr als berechtigt.
Wie Eastwood in beiden Filmen die Sichtweise diszipliniert und geradlinig durchgezogen hat, sucht seinesgleichen. Die Handlung wird mit Feingefühl von einer Szene zur nächsten transportiert und bannt den Zuschauer vor der Leinwand. Dabei ist -Letters from Iwo Jima- für mich noch gelungener als -Flags of our Fathers-. In beiden Filmen setzt Eastwood geschickt Rückblenden ein und spielt mit Verbindungen zur Gegenwart.
Die Sinnlosigkeit des Krieges, die Menschlichkeit in der Schlacht, Heldentum, blinder Kadavergehorsam, Geschichten auf Nebenschauplätzen, all das platziert Eastwood perfekt und gekonnt in einem meisterhaften Film. Am Ende des Films, über 60 Jahre nach den Geschehnissen, fragt man sich: Wozu das alles? Wofür das Leid und die Entbehrungen dieser Menschen? Man zieht Parallelen zu den heutigen Kriegen und wird erschreckend schnell fündig. Eastwood hat es geschafft, zu bewegen. Dramatisch, feinfühlig und einzigartig. Ein cineastischer Hochgenuss!
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