Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Und dann war da ja noch ..., 10. Januar 2009
Während einige andere Live-Mitschnitte von Aufführungen des Fliegenden Holländers bei den Bayreuther Festspielen bis heute Legenden-Status genießen (1955 Knappertsbusch bzw. Keilberth mit Uhde und Varnay, 1961 Sawallisch mit Crass und Silja), wird diese neuere Aufnahme eher unter "ferner liefen" gehandelt.
Dabei scheint sie eigentlich alle Voraussetzungen für eine Spitzenaufnahme zu bieten: Karl Böhms Bayreuther Aufnahmen von Tristan und Isolde (1966) und des Rings (1967) gehören bis heute zu den Klassikern, Thomas Stewart galt als legitimer Nachfolger der ersten Bayreuther Heldenbariton-Generation nach dem Krieg (Hotter, London, Uhde, Wiener), Gwyneth Jones schickte sich an, die wohl meist beschäftigte Wagner-Sopranistin der 70er Jahre zu werden, usw..
Und tatsächlich hat die Aufnahme einiges zu bieten, zu allererst das aufregende Dirigat von Karl Böhm: Zu keiner Wagner-Oper passen seine energische, fast grimmige Auffassung, seine schnellen Tempi besser als zum Holländer, der selten so modern, so frisch klang.
Leider wird dieser überragende Eindruck etwas relativiert durch Intonationstrübungen der Holzbläser, v. a. im Vorspiel, vor allem aber durch die von der Aufnahmetechnik extrem in den Vordergrund gerückten, ständig (und auch nicht immer sauber) schmetternden Posaunen, die einem schnell auf die Nerven gehen.
Auch die Sänger machen nicht ganz glücklich:
Thomas Stewarts Stimme ist ein Instrument von großer Schönheit, und er erweist sich auch als sehr ausdrucksvoller Interpret. Leider ist der Holländer keine ideale Rolle für seinen eher hellen Bariton, weil die Partie sehr tief liegt. Gerade im Auftrittsmonolog muss er in den tiefen Passagen pressen, verliert die Stimme ihren Kern. Die hohen Töne dagegen begeistern mit einer selten gehörten Energie und Klarheit. So bleibt eine beeindruckende, insgesamt aber keine überwältigende Interpretation.
Dame Gwyneth Jones beeindruckt zunächst durch die Verve, mit der sie sich in ihre Rolle stürzt. Man bewundert ihre reife Interpretation, den noch jugendlichen Klang der Stimme und traumhaft leuchtende Piano-Töne. Ab der Mittellage und Mezzoforte zeigen sich dann aber die Probleme, die ihre späteren Aufnahmen so problematisch machen - das unkontrollierte, jammernde Vibrato, scharfe Töne, Intonationstrübungen.
Karl Ridderbusch als Daland verlässt sich ganz auf die Schönheit seiner Stimme, vernachlässigt die volkstümliche Seite seiner Rolle, von deren komischen Potential ganz zu schweigen. Es bleibt ein etwas dröger und dadurch sehr unsympatischer Charakter.
Hermin Esser ist mit seinem rauhen Timbre ein lediglich solider Erik. Harald Eks Steuermann dagegen gehört mit seiner leuchtenden Stimme zu den Positivposten der Aufnahme.
Insgesamt also hört man eine sehr solide Aufführung, aber keine Bayreuther Sternstunde.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Karl Böhm lässt es krachen, 9. Januar 2008
Hier stürmt und drängt alles. Die Musik in Wagners Seestück stürmt und tobt mitunter aus dem Orchestergraben, daß es des Guten schier zu viel ist. (Allerdings ist diese Dramatik dem Stück und der Bayreuther Live-Atmosphäre weitestgehend angemessen.) Karl Böhm neigt bei Wagner ja öfters zu extremer Lautstärke - wie man auch seinem Bayreuther "Ring" anhören kann.
Sängerisch sind Senta (Jones) und der Holländer (Stewart) hervorragend und Daland mit Karl Ridderbusch natürlich erstklassig besetzt. Leider kann der Erik der Produktion diese Qualität nicht bieten und auch der Steuermann und Mary bleiben etwas zurück.
Ein geradezu unschlagbares Argument für diese Aufnahme ist übrigens (neben der Besetzung der Hauptrollen) der Preis. Also: Zugreifen & zuhören!
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