Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Frischer Gespenster-Wind aus Fernost, 3. März 2007
SILK ist für den geneigten Zuschauer ein leicht zweischneidiges Schwert - einerseits überzeugt er mit allen Tugenden, für die man das moderne Asia-Horror-Kino einfach lieben muss (ungewöhnliche, frische Ideen, eine effektvolle Bildsprache und eine übermütig und mutig überdrehte Herangehensweise, die man sich in Europa oder den USA niemals trauen würde), andererseits zeigt er Schwächen ausgerechnet an den Stellen, an denen man auch an US-Produktionen etwas auszusetzen haben kann.
Der Streifen zielt ganz offenbar auf ein eher junges Publikum ab - ansonsten ist die Notwendigkeit nicht nachvollziehbar, weshalb die angeblich etablierten Wissenschaftler des Films, die sich mit der Untersuchung von Geistererscheinungen als Schlüssel zum Geheimnis von Leben und Tod beschäftigen, allesamt jünger als Mitte 20 sein müssen und dann auch noch samt und sonders peppig aussehen!
Die Glaubwürdigkeit der Geschichte leidet dann auch darunter, dass die Motivationen der Hauptfiguren zu ihrem ausgesprochen plakativen und sprunghaften Verhalten dicht unterhalb der Oberfläche bleiben. Dementsprechend klingen dann auch die Dialoge.
Was jedoch positiv auffällt und begeistert:
Der respektlose Umgang mit althergebrachten Grundregeln des Gespenstergruselfilms, die teilweise noch brav befolgt, anderenteils aber wiederum völlig auf den Kopf gestellt werden, dass es eine wahre Freude ist, sich durch den Film in vielerlei Hinsicht überraschen zu lassen!
Wie ambivalent man SILK sehen kann, lässt sich vielleicht an einem einzelnen, zentralen Thema des Films verdeutlichen:
Ausgesprochen gelungen ist die Grundidee des Films - nämlich die Untersuchung einer Geistererscheinung durch "Gefangennahme" und kontrollierter Beobachtung eines Gespenstes.
Ein besonderer Effekt, der ausgesprochen wirkungsvolle Bilder und spannende Sequenzen liefert, ist die Idee, den Geist für die Augen der Wissenschaftler sichtbar zu machen.
Die Kehrseite der Medaille jedoch ist: Bei der "logischen" Begründung, wie diese Sichtbarmachung und überhaupt erst die Gefangenhaltung des fraglichen Geistes funktionieren soll, wird dem Zuschauer eine mit heißer Nadel zusammengestrickte Erklärung um die Ohren geklatscht, die man sich fast hätte sparen können, da sie rein gar nichts erklärt.
Ein deutlicher Minuspunkt bedeutet gegen Ende des Films das Auftauchen einer weiteren Geisterfigur auf einem unbarmherzigen Rachefeldzug, die einen sowhl optisch als auch von der Wirkung und Vorgehensweise her fatal an Sadako, den Geist aus RING, erinnert (und damit gleichzeitig an fast alle anderen asiatischen Gespenster weiblichen Geschlechts mit einem blassen Gesicht hinter einem Vorhang aus schwarzem, fallendem Haar).
Ein Film, der genauso zu überzeugen weiß, wie er gleichzeitig Skepsis hervorruft -
der kritische, erwachsene Zuschauer wird eher den Kopf schütteln -
der jugendliche oder juggebliebene, der sich eine innere Offenheit auch für abwegige Erklärungen bewahrt hat, wird voll auf seine Kosten kommen und begeistert nicken ...
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anspruchsvolles Drama aus Fernost über Liebe und Hass:, 23. Februar 2007
Irgendwie ist "Silk" einer jener Filme auf welche ich mich freute, seit ich das erste mal darüber gelesen hatte. Trotz eines unbekannten Regisseurs, Chao-Bin Su, welches übrigens sein Erstlingswerk darstellt und der Annahme dass es sich dabei wohl eher um einen reinen Grusler handelt ging ich voller Vorfreude in den Film. Meine Erwartungen wurden zwar nicht erfüllt, ich aber auch auf keinen Fall enttäuscht.
Der Wissenschaftler Hashimoto erforscht mit einer neuen Technologie die Geisterwelt. Es gelingt ihm, den Menschen die Geister sichtbar werden zu lassen. Als erstes Objekt dieser Forschung dient hierbei ein achtjähriger Junge in einem Appartement in Taipeh. Das Ziel Dr. Hashimotos ist es, mehr über den Tod und das Leben danach zu erfahren. Um jedoch die Sprache bzw. die Aussagen des Jungen deuten zu können, muss noch der zunächst unkooperative Polizist Ye hinzugezogen werden. Dieser versteht sich unter anderem in der Kunst des Lippen Lesens. Stück für Stück kommen sie einem Geheimnis näher und das Interesse Dr. Hashimotos steigt mit jeder Entdeckung mehr...
Mehr möchte ich hierbei nicht auf die Handlung eingehen. "Silk" ist jedenfalls alles andere als ein üblicher Grusler oder gar Horrorstreifen. Viel mehr beschäftigt er sich sehr tiefgründig mit Themen wie Hass, Liebe und Trauer. Evtl. Parallelen zu "Pulse" mag der eine oder andere dabei durchaus ausmachen können. Zwar ist "Silk" nicht ganz so düster wie "Pulse", geht aber wohl eindeutig in die Richtung eines Dramas. Der Film setzt sich sehr Intensiv mit dem Tod und dem sogenannten Leben danach auseinander und lenkt zunächst vermeintlich den Verdacht darauf dass nur aus Hass ein Weiterleben möglich ist.
Der Film beginnt zunächst relativ ruhig und wirkt dann sogar so als würde er gleich einen Durchhänger erleiden, kriegt aber rechtzeitig die Kurve. Bis zu diesem Zeitpunkt ist alles sehr von durchaus gut geführten Dialogen geprägt. Action gibt es im großen und ganzen so gut wie keine. Und wenn dann sind leider sogar Autocrashs animiert, was leider nicht wirklich realistisch wirkt.
Im weiteren Verlauf ist "Silk" jedoch ein sehr spannender Film, welcher auch seine durchaus etwas unheimlichen Momente hat. Da allerdings in allen Filmen dieser Art aus Fernost solche Momente meist lange schwarze Haare, weißes Gesicht und ebenso weiße Kleidung tragen, dürfte dies jedoch auf den einen oder anderen nicht mehr so richtig wirken.
Die Darsteller können in ihren Rollen durchwegs überzeugen. Insbesondere die Hauptdarsteller wie z.B. Yosuke Eguchi in der Rolle des Herrn Doktor oder natürlich Chen Chang als Tung. Aber auch die weiteren Rollen sind sehr gut besetzt und man nimmt jedem einzelnen seine Rolle ab.
Im Endeffekt ist "Silk" jedoch ein sehr guter Film, welcher allemal zum Denken anregt, in etwa wie der bereits angesprochene "Pulse". Liebe, Hass und Trauer in keinster Weise oberflächlich behandelt. Dies alles in guten Bildern, hervorragenden Darstellern und einer ebenso gelungenen musikalischen Untermalung machen Guisi" wie er im Original heißt zu einem allemal Sehenswerten Film. Insbesondere für jene, welche auf etwas Anspruchsvolle Unterhaltung stehen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sehr gute erste Hälfte, zweite Hälfte... kitschig, 4. September 2007
Die Idee der Geschichte ist wirklich gut und wurde einladend umgesetzt. Nur schon die Gründe, warum der Film mit SILK (=Faden) betitelt wurde. Ich war gleich von Beginn weg interessiert, was da vor sich ging: Einerseits photographiert in Japan ein australischer Photograph im Auftrag ein leeres, verkommenes Gebäude, wobei er eine erschreckende, tödlich endende Entdeckung macht: einen Geist. Andererseits erfahren wir von einem jungen Wissenschaftler, der über einen kleinen, merkwürdigen Würfel verfügt, den er in der Luft schweben lassen kann. Scheinbar ein Projekt der Regierung, um Schwerelosigkeit zu erforschen. Hinzu kommt eine Parallgeschichte über den eigentlichen Helden und dessen Mutter, die sterbend im Koma liegt.
Der Würfel, bzw. dessen Material befähigt die Menschen, den tödlichen Geist in einem Zimmer festzuhalten. Ein Kriminalexperte (o.ä.) mit der Fähigkeit des Lippenlesens wird beauftragt, die Herkunft und Hintergründe des Geistes zu klären.
Die Mischung ist cool, und sie funktioniert: Grusel trifft auf Detektiverei, trifft auf eine Prise ScienseFiction, trifft auf "japanische Coolness". Letztere, weil die Figuren irgendwie manga-mässig erscheinen: zu jung für deren heikle "Professorentätigkeit", ein wenig "overacting" des einen dödelhaft anmutenden Mitarbeiters, und die Frisuren. Man wollte wohl eher ein jüngeres Publikum ansprechen.
Wie so oft verliert der Film nach der Auflösung Spannung und Glaubwürdigkeit, bauscht sich ein wenig zu sehr auf und integriert auf das Showdown hin plötzlich ermüdende Ringu-Elemente, die nicht so wirklich in das ganze hineinpassen wollen. Ohne die Ringu-Filme wäre das sicher was anderes, aber während dieser subtil blieb (im Original zumindest), wurden hier zu viele Special Effects eingesetzt. Fast erinnerte mich das eine oder andere Bild an Peter Jackson's "The Frighteners". Also keine 'schlechten' F/X. Nur nicht so passend, irgendwie.
Die Geschichte ist intelligent und packend, die Umsetzung gelungen, der Showdown weniger.
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