Aus der Amazon.de-Redaktion
Beim 21.James-Bond-Thriller wird zwar ein neuer 007 (Daniel Craig) vorgestellt, doch der Score-Komponist ist zum vierten Mal derselbe: David Arnold. Der Brite, der schon
Stirb an einem anderen Tag (2002)
Die Welt ist nicht genug (1999) und
Der Morgen stirbt nie (1997) untermalt hat, komponierte diesmal eine orchestrale, stimmungsmäßig vielseitige Filmmusik mit nur wenigen elektronischen Akzenten. Leider fehlt auf der CD jedoch das vom Audioslave-Vocalisten Chris Cornell eingesungene Titelstück
You Know My Name!
Weil für diese Kino-Produktion der gleichnamige, erste Bond-Roman von Ian Fleming aus dem Jahr 1953 als Vorlage diente - er wurde bereits 1967, allerdings als Parodie inklusive einem superben Sixties-Score von Burt Bacharach und Herb Alpert, publikumswirksam inszeniert - dreht sich alles darum, wie aus "JB" jener Agent mit der Lizenz zum Töten wurde. Da die Geschichte in den Anfangstagen dieses Geheimagenten seiner Majestät spielt, wird das berühmte Thema von John Barry erst im letzten der insgesamt 25 Tracks zitiert. Stattdessen bildet die You Know My Name-Melodie den roten Faden bei den Kompositionen. Sie spiegeln musikalisch alle Facetten jener Dramatik wider, welche auch die spannende Story, bei der Bond es mit einem dubiosen französischen Casino-Besitzer zu tun hat, beinhaltet.
Den Auftakt bildet "African Rundown" mit perkussiver Rhythmik, sich steigernden Streicher-Sätzen und einem prägnanten Bläsersatz, der auf dem Intro zu You Know My Name basiert. Dieses wird im Laufe von fast eineinviertel Stunden Spielzeit noch mehrfach aufgegriffen. "Nothing Sinister" kommt düster daher, was durch punktuell gesetzte elektronische Instrumentierung noch verstärkt wird. "Solange" indes erweist Bond-Score-Übervater John Barry Referenz. "Miami International", mit fast dreizehn Minuten das längste Stück der CD, ist eine dramatisch strukturierte, atmosphärisch abwechslungsreiche Tour de Force. "Dinner Jackets" zeigt den blonden Bond akustisch in romantischem Klang-Umfeld mit allerdings bedrohlichem Unterton. "Stairwell Fight" erinnert stellenweise an Arnolds Arbeit für Die Another Day. "Vesper" ist dank seinem von Streichern umrahmten Klavier entspannt. "The End Of An Aston Martin" kommt actiongeladen daher und ist ein gelungener Brückenschlag zum letzten Track, als aus JB endlich 007 geworden ist. Das angejazzte, postmoderne Swing-Stück samt Sound-Referenzen an das berühmte Titelthema präsentiert den James-Bond-Sound im bekannten Cinemascope-/Breitwand-Format!
Fazit: David Arnold hat die schwierige Aufgabe, die "Amtseinführung" des legendären Agenten kompositorisch darzustellen und gleichzeitig auf Zukünftiges (bereits Vorhandenes) hinzuweisen, clever gelöst. Einziges Manko an der Soundtrack-CD ist nur, dass - wie eingangs bereits erwähnt - der Titelsong fehlt! -- Thomas Hammerl
Produktbeschreibungen
CASINO ROYALE JAMES BOND/OST