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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Die sieben Qualen des Zuschauers!, 14. Dezember 2009
Nachdem die Mandschu ihren Eroberungsfeldzug siegreich beendet haben, gründen sie im China des 17. Jahrhunderts die Ching-Dynastie. Da das riesige Reich durch Aufstände und Scharmützel zu zerbrechen droht, erlässt der Kaiser ein grausames Gesetz: Alle der Kampfkunst Mächtigen sollen getötet werden. Ein Kopfgeld wird ausgesetzt, das General Wind-Feuer dazu veranlasst, eine gnadenlose Treibjagd zu beginnen. Zunächst werden nur Widerständler getötet, bald aber treibt die Geldgier die Söldnertruppe unter dem grausamen Feng dazu, ganze Dörfer niederzumetzeln und deren Totentafeln zur Erlangung des Kopfgeldes dem Kaiser zu übergeben.
Der ehemalige Henker Fu Qingzhu folgt seinem Gewissen und entwendet immer wieder die Tafeln. Voller Wut verfolgen ihn die Truppen des Generals und verletzen den Mann schwer. Mit letzter Kraft flieht er in ein einsames Bergdorf. Dort rettet er der jungen Wu Yuanyin das Leben. Doch die Dorfbewohner erkennen in ihm den früheren Folterer und Henker und wollen ihn zum Zeichen ihrer Treue gegenüber dem Kaiser aufhängen.
Wu Yuanyin verhilft dem alten Mann zur Flucht. Ihr Plan ist es, einen berühmten Schwertmeister zu bitten, dem Dorf gegen die Truppen des Generals Wind-Feuer und seinem Adjutanten Feng zu helfen. Nach einer beschwerlichen Reise finden sie in einer einsamen Bergregion den Meister. Zusammen mit seinen besten Schülern machen sich schließlich "Sieben Schwerter" auf den Weg, um den General aufzuhalten.
Der chinesische Spielfilm beginnt mit einer Schlacht, die an Grausamkeit ihresgleichen sucht. Ohne Gnade rollen Köpfe, zucken abgeschlagene Gliedmaßen im Sand und verbluten unschuldige Frauen und Kinder formatfüllend und in schonungsloser Klarheit. Seltsame, rotierende und messerbewehrte Schilde fliegen durch die Luft und schlitzen arme Bauern und Familien auf. Schnell wird dem Zuschauer klar, dass hier ohne jede Spur von Humor gemordet und gemeuchelt wird.
Ebenso gnadenlos wie sinnlos setzt sich das Schlachten fort. Die pseudohistorische Anlehnung an ein Kampfkunstverbot gibt dem Regisseur und Drehbuchautor Anlass, dumpfe Geldgier und Menschenhass zu visualisieren. Leider gelingt es ihm nicht, ein Gegengewicht zu schaffen, indem er Charaktere ausarbeitet und eine tragfähige Geschichte erzählt.
Dies hat zweierlei Ursachen. Erster und wichtigster Gesichtspunkt ist die Kürzung dieses Films von knapp zweihundertvierzig Minuten auf einhundertachtundvierzig. Die Schnitte führen zu einer konfusen Handlungsfolge und eindimensionalen Figuren. Nichts wirkt homogen, keine einzige Person wird in ihrer Motivation hinlänglich deutlich. Möglicherweise fehlen aber auch noch grausamere Szenen - dies wäre ein Grund, dem Cutter zu danken.
Der andere Gesichtspunkt ist die Wahl der Protagonisten. Zum einen wirken der General und seine Helfer wie Abziehbilder und klischeehafte Comicfiguren. Zum anderen sind die Schwertkämpfer und eigentlich "Guten" seltsam gesichtslos. Sie erhalten durch die Art der Darstellung etwas unfreiwillig Komisches und Groteskes.
Die Länge des Films - trotz der enormen Kürzungen - mutet wie eine Folter des Zuschauers an. Immer wieder fragt man sich, warum die Protagonisten so und nicht anders handeln. Zu keinem Zeitpunkt gelingt es dem Regisseur, Mitgefühl oder Verständnis für sie zu erzeugen. Seltsam distanziert vollzieht sich das Geschehen am Bildschirm, unterbrochen von unnötigen Grausamkeiten und zugegebenermaßen grandiosen Landschaftsaufnahmen.
Fazit: Dieser chinesische Martial-Arts-Film ist völlig misslungen. Weder die Handlung noch die Handelnden nehmen den Zuschauer für sich ein oder gefangen. Die völlige Humorlosigkeit sorgt zusätzlich für Unmut und erzeugt fast Abscheu vor den Bildern der Kämpfe und dem Gemetzel. Einzig die Filmmusik kann gefallen, die Extras hingegen sind ohne Belang und verzichtbar.
Stefan Erlemann
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48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Die Sieben Schwerter, 14. Oktober 2006
Die Sieben Schwerter
Story:
Mitte des 17. Jahrhunderts erobern die Mandschu das Großreich China und begründen die Ching Dynastie. Weil es überall zu Aufständen gegen die neuen Machthaber kommt, wird das Studium und die Ausübung der traditionellen Kampfkünste verboten und mit dem Tode bestraft.
Im Nordwesten des Landes nutzt Feng, der skrupellose Anführer einer Truppe von Söldnern, diese Situation, um mit dem auf Rebellen ausgesetzten Kopfgeld ein Vermögen zu machen. Als seine Blutspur schließlich auch das "Martial Village", die letzte Zuflucht der Kampfkunsttradition, zu erreichen droht, rüstet sich der ehemalige Henker Fu Qingzhu zum Widerstand.
Zusammen mit zwei Schwertkämpfern aus dem Dorf, darunter die schöne Wu Yuanyin, bricht er in die Berge auf, um einen legendären Schwertkampfmeister um Hilfe zu bitten. Dessen vier beste Schüler, alle virtuos im Umgang mit der Klinge, bringt er schließlich zurück. Weil jeder dieser Helden ein einzigartiges Schwert mit sich führt, machen sich die Krieger schnell einen Namen. Als "Sieben Schwerter" vereinen sie die besten Tugenden, stemmen sie sich mutig gegen den Feind, der immer näher rückt. Noch ahnt niemand, dass ein Spion in ihrer Mitte Sabotage betreibt, dass ein Liebesdreieck Chaos stiften wird, wenn der Kampf um Leben und Tod in seine entscheidende Phase tritt ...
Kritik:
Als ich die Beschreibung gelesen habe, war meine Vorfreude auf einen neuen Martial-Arts und Swordsplay-Film groß. Gedämpft wurde meine Vorfreude dann durch Reviews und Meinungen im Forum, Internet und in der DVD Vision. Anscheinend ist Die Sieben Schwerter doch kein Kracher alá House of Flying Daggers oder Tiger & Dragon. Aber davon wollte ich mich selbst überzeugen und habe mir den Film diese Woche bestellt und eben angesehen.
Der Film beginnt nachdem ein Erzähler ein paar Sätze zum Szenario gesprochen hat, welches im 17. Jahrhundert spielt, ohne großes Vorgeplänkel und bis zur ersten Schlacht bzw. eher Massaker dauert es nur ein paar Minuten. Ich war erstaunt über die Brutalität, die dort gezeigt wird. Abgetrennte Gliedmaßen fallen herab, Köpfe rollen, das Blut spritzt. Hintergrund dieses Massakers ist das Verbot der Kampfkunst, welches die Ching Dynastie ausgesprochen hat. General Fire-Wind erweist sich als besonders fleißiger Wächter dieser Verordnung und tötet alle, mitsamt ihren Familien, die weiterhin asiatische Kampfkünste lehren oder beherrschen. Offizier Fu Qing Ju hat die Seiten gewechselt und versucht es dem General schwer zu machen und stiehlt immer wieder die Todestafeln der Leichen, die der General benötigt um das Kopfgeld vom Kaiser zu bekommen. Bei einem Kampf wird Fu verletzt und kann sich in ein Dorf retten. Doch dieses steht nun auch vor der Auslöschung. Zur Hilfe wählt und ruft Fu dann 6 weitere Schwertkämpfer herbei - die Sieben Schwerter.
Regisseur Tsui Hark musste seinen Film, der ursprünglich eine Laufzeit von 4 Stunden hatte, auf etwas weniger als 2,5 Stunden kürzen. Nicht verwunderlich, dass dann ein paar Lücken auftreten. Für die einfach gestrickte Story ist dies aber nicht so schlimm, dafür aber leiden die Beschreibungen der Charaktere unter dem Einsatz der Schere. Es sind schon einige wichtige Personen, denen keine Charaktertiefe verliehen wurde und von den meisten erfährt man kaum etwas. Das ist schon ziemlich schade. Ein großes Mitgefühl entsteht so nämlich nicht.
Schön anzusehen sind aber die Kampfszenen, wobei ich mir davon ruhig noch etwas mehr Duelle gewünscht hätte und etwas mehr Martial-Arts-Einlagen. Zudem hätte man vom Regisseur von Swordsman und A Chinese Ghost Story auch etwas Innovation oder zumindest besondere Eye-Catcher erwarten können. Dafür bietet der Film noch einige schöne Landschaftsaufnahmen und eine weitesgehend gute Kameraführung.
So beeindruckend der gute Anfang ist, um so langweiliger, da vorhersehbar ist das dann noch etwas offene Ende.
Insgesamt kann man sagen, dass Die Sieben Schwerter ein solider Martial-Arts/Schwertkampf-Film ist, der aber bei weitem nicht an oben genannte Genrevertreter herankommt, da Tsui Hark zu viel Potential verschenkt hat.
Film: 6/10
DVD: 7/10
Bild: 8/10
Ton: 7/10
Extras/Verpackung: 6/10 TV Spots, Behind the Scenes, Premiere Impressionen, Making of, Interviews, Kinotrailer. Die DVD kommt im Amaray samt Inlay mit Kapitelübersicht.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein kleines Meisterwerk !, 20. April 2007
Dieser Film ist wirklich sehr gut gemacht. Mit Hero u.ä. ist er allerdings nicht zu vergleichen. Gewalt wird brutal und nicht ästethisch dargestellt. Es gibt keine Zeitlupen für die Kämpfe und die Kämpfer fliegen auch nicht so rum. Musik und Bilder sind aber einfach atemberaubend schön. Die Landschaft wo der Film spielt ist einen Blick wert. Leider hat hier die Schere ordentlich zugeschlagen. Die Handlung wird leider zum Teil nur angedeutet, ob es aber jemals einen Directors Cut in Deutsch gibt ist fraglich.Trotzdem ist dieser Film zu empfehlen weil er anders ist wie die derzeit gängigen Kung Fu und Wuxia Filme ist. Leider gibt es nur diese stark geschnittene Fassung wo Erklärungen in de Handlung und Charakterezeichnung einfach fehlen. Schade, denn nach gut 150 Minuten hat man das Gefühl es fehlt etwas. So ist der Film einfach zu kurz, obwohl er spannend bis zum Schluss bleibt.
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