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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Super-Film! Aber leider schlechte deutsche Tonqualität!, 19. Februar 2006
Das Warten hat endlich ein Ende! Nach Jahren hat sich Warner Bros. dazu aufgerafft, diesen Klassiker auf den deutschen DVD-Markt zu bringen! Auf der 1. DVD befindet sich der Hauptfilm zwar mit original deutscher Synchro, aber leider ist diese qualitativ sehr minderwertig; die "S"-Laute sind viel zu scharf und in ruhigen Passagen rauscht es ohne Ende. Dafür gibt es knallhart einen Stern Abzug. Schade! Das Bild ist hervorragend, und auch der Original-Ton. Zusätzlich kann man alternativ auf den Audio-Kommentar von Sidney Lumet umschalten. Auf der 2. DVD befindet sich ein 57 Min. "Making Of", das zwar aus vier Teilen besteht, aber zum Glück hat man die Wahl, alle - ohne ein Menü-Wechsel - hintereinander abspielen zu können. Im "Making Of" (aus dem Jahr 2005) kommen alle wichtigen Beteiligten zu Wort: Sidney Lumet, Al Pacino, Chris Sarandon, Charles Durning, Dede Allen, Lance Henriksen u.v.m. Als weiters Special befindet sich auf der 2.DVD eine 10 Min. Doku über den "Regisseur Sidney Lumet". Dieser Film wurde während der Dreharbeiten zu "Hundstage" aufgenommen, und zeigt hauptsächlich die Arbeitsweise von Lumet. Beide Specials besitzen nur eine engl. Tonspur, aber zum Glück mit (wahlweise) deutschem Untertitel. Wie auch andere "Special Editions" besitzt diese DVD kein Booklet, was ich ein wenig schade finde. Trotz des schlechten deutschen Tons kann ich die DVD nur jedem empfehlen.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Banküberfall und einer der größten Filme der 70er - Hundstage, 9. August 2009
Mit HUNDSTAGE (Dog Day Afternoon) schuf Regisseur Sidney Lumet 1975 einen der großen Klassiker des New Hollywood. Basierend auf einer wahren Begebenheit erzählt HUNDSTAGE von einem heißen Sommertag in New York, an dem Sunny (Al Pacino) und sein Kumpel Sal (der großartige John Cazale in einer Rolle, die ursprünglich für einen 18-jährigen geschrieben wurde) eine Bank ausrauben wollen, sich dabei aber so ungeschickt anstellen, dass die Polizei bald die Bank umstellt und ein gnadenlos zermürbender Psycho-Krieg beginnt, der alle an den Rand ihrer Leidensfähigkeit bringt...
HUNDSTAGE ist ein Film, der so nur in den 70ern gemacht werden konnte. Lumets Inszenierung ist völlig ungekünstelt und unglaublich naturalistisch. Von der fehlenden Filmmusik über die zerkratzten Fensterscheiben der Bank bis zu den schweißnassen Darstellern, die unter dem Stress und der Hitze fast zusammenbrechen, wirkt alles in HUNDSTAGE realistisch und authentisch. Es gibt nicht einen gekünstelten Moment im gesamten Film. Die Darsteller durften ihre Texte improvisieren, die Menge an Schaulustigen, die sich vor der Bank versammelt und gierig das Schauspiel verfolgt, stammt zu großen Teilen aus echten Schaulustigen, und in der Hauptrolle entfesselt Pacino mit seinem hypernervösen, problembeladenen und dennoch sympathischen (Anti-)Helden ein so gigantisches Feuerwerk, das man kurz verschnaufen muss, um zu sagen - DAS ist ein Schauspieler! Der pure Wahnsinn.
Das Telefonat, das er mit Chris Sarandon spät im Film führt (Sarandon spielt Pacinos Geliebten, für dessen Geschlechtsumwandlung dieser den Bankraub überhaupt durchführen wollte), und das beide mehr oder weniger improvisierten, ist in die Filmgeschichte eingegangen, ebenso der Moment, in dem Pacino die johlende Menge vor der Bank mit seinen "Attica"-Rufen aufputscht. Es gibt keine Klischees im Film (man beachte nur, wie die Frauen in der Bank sich mit der Situation abfinden und sich allesamt wie Menschen verhalten, anstatt ängstliche oder kreischende Nervenbündel abzugeben), alle Figuren werden von glaubwürdigen Motivationen für ihr Handeln getrieben. Es gibt kein Gut oder Böse, Pacinos Kampf gegen die Polizei wird von der Masse als Kampf des Einzelnen gegen die Staatsautorität bejubelt, die Medien suchen die plakativste Geschichte, blenden sich aber sofort aus, wenn sie selbst in Frage gestellt werden. Alles an HUNDSTAGE ist präzise beobachtet, zutiefst menschlich und psychologisch fesselnd.
Die brütende Hitze der Stadt treibt auch dem Zuschauer den Schweiß auf die Stirn, obwohl die Dreharbeiten im kalten Herbst stattfanden. Und Lumet findet in all dem Drama so viel absurden Humor, dass sein Film auch als grimmige Komödie (zumindest bis zum letzten Drittel) durchgehen kann. Ein Meisterwerk von der dokumentarischen Anfangsmontage bis zu den Schlusstiteln. Wichtig, aufwühlend und mit das Beste, was Hollywood in den 70ern hervorgebracht hat. HUNDSTAGE erhielt einen Oscar für das beste Original-Drehbuch, und nur um kurz zu zeigen, was dieses Kino-Jahr damals hervorbrachte, er trat u.a. gegen Formans Einer flog über das Kuckucksnest (Special Edition, 2 DVDs), Kubricks Barry Lyndon, Spielbergs Der weisse Hai (Special Edition) und Altmans "Nashville", sowie Schlesingers Der Tag der Heuschrecke an. Das nenne ich Konkurrenz!
Zur DVD: die Special Edition von Warner bietet den Film in sehr guter Qualität - ich kann die schlechten Bewertungen der DVD überhaupt nicht nachvollziehen. Ja, der deutsche Ton rauscht etwas, der Film ist von 1975, will irgendjemand allen Ernstes eine Neusynchronisation? Das Bild ist scharf (man kann jeden Kratzer auf den Fenstern erkennen), die Farben satt, ich denke, viele können mit dem Naturalismus der 70er nichts mehr anfangen und wollen lieber gelackte Hochglanz-Bilder sehen. Der Ton ist Deutsch/Englisch (sowie weitere Sprachen), Untertitel sind vorhanden, als Extras gibt es ein sehr ausführliches (ca. 60 Minuten) Making Of, in dem alle Beteiligten zu Wort kommen, einen Audiokommentar von Sidney Lumet und den Trailer. Sehr empfohlen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Attica! Attica!, 25. Januar 2010
AL PACINO, der schon einmal unter der Regie von Sidney Lumet ("Serpico") gespielt hat, zeigt in dieser Chronik eines Banküberfalls einmal mehr eine überzeugende Charakterstudie.
Die Handlung geht auf einen authentischen Fall zurück: Am 22. August 1972 stürmen drei Männer eine New Yorker Bank; was eigentlich von wenigen Minuten 'erledigt' sein sollte, entwickelt sich zu einer spektakulären Geiselnahme.
Auch aus dem erhofften Geldsegen wird nichts, denn im Tresor liegen nicht mehr als 1100 Dollar. Einer der Bankräuber sucht vorzeitig das Weite, die unerfahrenen Täter Sonny (AL PACINO) und Sal (JOHN CAZALE) bleiben - umstellt von Polizei - mit ihren Geiseln in der Bank eingeschlossen.
Die sich immer mehr zuspitzende Situation vor der Bank beschreibt LUMET ebenso detailgenau und kühl wie die tragische Entwicklung von Sonny, der sich mit dem Banküberfall das Geld für eine Geschlechtsumwandlung seines Freundes Leon (CHRIS SARANDON) beschaffen wollte; in einem Telefongespräch aus der Bank muss er aber erfahren, dass Leon ihn nie wirklich geliebt hat.
Das 70er Kino hat unglaublich viele grandiose Filme hervorgebracht, "Dog Day Afternoon" ist definitiv eins der absoluten Highlights aus diesem Jahrzent (für mich zumindest). Wirklich alles an diesem Werk ist stimmig, fesselndes und perfektes Kino, für Filmliebhaber ein absolutes Muss! Im übrigen auch mein Lieblingsfilm von Pacino.
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