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5.0 von 5 Sternen
7 Gründe für David Finchers Meisterwerk:, 30. Januar 2003
1.) Der brillante Vorspann von Kyle Cooper mit der Musik von den Nine Inch Nails ist bis heute unerreicht in seiner Wirkung und Machart. Stil und Technik haben die Intros vieler Filme danach geprägt, aber selbst Kyle Cooper (weitere Arbeiten von ihm: Mimics, Mission Impossible, Arlington Road u.a.) war nie wieder so gut wie hier. 2.) Das Team William Somerset (Morgan Freeman) und David Mills (Brad Pitt) ist durch diese beiden Schauspieler begnadet gut besetzt. Der Antagonismus zwischen den Protagonisten ist hier überzeugend dargestellt. Auf der einen Seite Somerset, der ordnungsliebende und korrekte Mentor, auf der anderen Mills als ungestümer und hitzköpfiger Rookie. Freeman zeigt hier als kurz vor der Pensionierung stehender und desillusionierter Cop eine seiner besten Leistungen überhaupt. Aber auch Brad Pitt und der dämonische Kevin Spacey als John Doe sind fabelhaft. 3.) Selten war ein Film so konsequent in der Umsetzung seiner Grundidee. Fast könnte man ihn als Ode an den Nihilismus bezeichnen. Die Stadt in der er spielt ist namenlos und wird nie so gezeigt, als das man sie erkennen könnte. Eigentlich regnet es ständig und die Gespräche zwischen Somerset und Mills geben ein Bild von der Menschheit wieder, in der es nicht gutes mehr gibt. Die düstere Musik von Howard Shore unterstreicht diesen Eindruck. Die fantastische Kameraführung von Darius Kondji und Harris Savides und das gothic-hafte Setdesign ergänzen das abgrundtief schwarze Bild eines verlorenen Paradieses. 4.) Obwohl die Morde nie gezeigt werden, sondern nur Bilder von den Opfern und vom Tatort ist Sieben einer der schaurigsten und bösesten Filme überhaupt. Man kann sich kaum wehren gegen die Horrorvisionen die durch das Betrachten ausgelöst werden. Ein Mord ist perfider geplant wie der nächste und der Killer der die Opfer nach den sieben Todsünden auswählt, legt einen erstaunlichen Einfallsreichtum an den Tag. Hinzu kommt eine der fiesesten Schockszenen der Filmgeschichte 5.) Meine Lieblingsszene: Der Besuch einer Bibliothek durch Somerset. Auf der Suche nach Anhaltspunkten recherchiert er in Klassikern der Literatur. Wie diese Szene wirkt, könnte ich mir immer wieder anschauen. Die über Buchrücken gleitenden Bilder, die wunderschöne Musik von Bach und der Eindruck den Somerset erweckt: als wäre dies seine wahre Welt. Das ganze wirkt wie eine Oase der Ruhe im Meer aus Blut und Chaos. 6.) Das Drehbuch von Andrew Kevin Walker ist so wendungsreich und unvorhersehbar das man zu keiner Zeit sagen oder denken könnte: kenne ich schon, weiss ich schon. Viele Filme haben Elemente aus diesem Meisterwerk kopiert; dies ist der Prototyp, das einzige und wahre Original. Dieser Film wird ewig der Gradmesser sein für alle kommenden Serienkillermovies.Und kaum einer dürfte diese Klasse je wieder erreichen. 7.) Ein Film Ende, das einem den Atem raubt. Untypisch für Hollywood, vergleichbar mit fast nichts was bislang zu sehen war. Mutig von Fincher (und wohl schwer genug) dies beim Studio durchzusetzen. Als ich den Film seinerzeit im Kino gesehen habe und der Abspann lief, war ich erstaunt über die Wirkung: Niemand stand auf, keiner sagte ein Wort - der Rest war schweigen. Fazit: Die Sammlung eines Cineasten ist nicht vollständig ohne diesen Klassiker. Die Umsetzung auf dieser Doppel-DVD ist dazu noch grandios gelungen mit extrem scharfen Bild, tollem Sound und einem umfangreichen und beispielhaften Bonusmaterial.
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