von Nicholas Hooper
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Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter and the chamber of Secrets) von John Williams |
von John Williams
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von Nicholas Hooper
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| 1. Story Continues | |||
| 2. Frank Dies | |||
| 3. Quidditch World Cup | |||
| 4. Dark Mark | |||
| 5. Foreign Visitors Arrives | |||
| 6. Goblet of Fire | |||
| 7. Rita Skeeter | |||
| 8. Sirius Fire | |||
| 9. Harry Sees Dragons | |||
| 10. Golden Egg | |||
| 11. Neville's Waltz | |||
| 12. Harry in Winter | |||
| 13. Potter Waltz | |||
| 14. Underwater Secrets | |||
| 15. Black Lake | |||
| 16. Hogwarts' March | |||
| 17. Maze | |||
| 18. Voldemort | |||
| 19. Death of Cedric | |||
| 20. Another Year Ends | |||
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"Endlich mal was Frisches und nicht der Einheitsbrei von Williams", jubelte ein Großteil der Harry-Potter-Filmmusikfans in diversen Internetforen, als bekannt wurde, dass es beim Score von Harry Potter und der Feuerkelch zum Komponisten-Generationswechsel gekommen ist. Der Rest hielt sich indes mit Vorschusslorbeeren wie "gewaltiger, kurz: exzellent" zurück und gestand nur ein, dass dem Altmeister zuletzt für den Zauberlehrling tatsächlich nichts wirklich Kreatives mehr eingefallen war.
"Patrick Doyle, wer ist das überhaupt?", fragte mancher zurecht, dem dessen Namen ebenso wenig etwas sagt wie der des (ersten!) englischen (Potter-)Regisseurs Mike Newell (Vier Hochzeiten und ein Todesfall). Doyle war als renommierter Schauspieler (Chariots Of Fire) tätig, bevor er als klassisch geschulter Komponist (Piano, Gesang) über das Engagement in Kenneth Branaghs Renaissance Theatre Company 1989 seinen ersten Score-Auftrag erhielt (Henry V). Seitdem hat der gebürtige Schotte sich mit Arbeiten für unter anderem Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück, Gosford Park oder Sinn und Sinnlichkeit einen guten Namen gemacht. Die Potter-Musik ist sein 35. Kinofilmscore.
Wer das Tracklisting genau durchliest, dem fällt auf, dass neben dem Score-Komponisten Doyle auch ein Vermerk zu John Williams zu finden ist. Dessen Hedwig's Theme hat der Schotte nämlich in The Story Continues, erstes Lied der CD, integriert. Das ist aber auch der einzige Querverweis auf die drei Vorläufer. Die restlichen 20 Instrumentalstücke (einzig "Underwater Secrets" enthält einen an Enya/Orinoco Flow erinnernden gesungenen Teil!), eingespielt vom London Symphony Orchestra, sind allesamt äußerst melodiös. Sie reichen, obwohl der 138-minütige Streifen primär ein düsteres Action-Drama ist oder -- wie in TVSpielfilm stand -- "Die Hard für Teenager", von kammermusikalisch ("Rita Skeeteer") bis pompös ("The Dark Mark", "Golden Egg"), von folkloristisch mit bei "The Quidditch World Cup" irischer und im Intro zu "Underwater Secrets" spanischer Note bis symphonisch-elegisch ("Harry In Winter", "Death Of Cedric", "Another Year Ends", "Hogwart's Hymn"). Dazu zwei Walzer ("Neville's Waltz", "Potter Waltz") und dem nur von Blechbläsern interpretierten "Hogwart's March". Auffällig dabei: Das spieltechnisch sehr gut gemachte Ergebnis ist durchwegs außergewöhnlich gefällig, sprich leicht konsumierbar!
Und wie steht es um die drei Rocksongs, welche die Band im Film während eines Weihnachtsballs aufführt? In dem Quintett "The Weird Sisters" stoßen extravagante Musiker-Persönlichkeiten aufeinander. Da sind zum Einen Ex-Pulp-Boss Jarvis Cocker als Sänger (Hits: Common People, Disco 2000) und der auf Electrobeat spezialisierte Produzent Jason Buckle (CD-Tip: Flying Lo-Fi), die das Duo Relaxed Muscle bilden. Anlässlich dieser Potter-Produktion kooperierten sie mit den Radiohead-Mitgliedern Phil Selway (Schlagzeug) und Johnny Greenwood (Gitarre) sowie Add N To (X)-Drittel Steve Claydon, dessen Stamm-Formation das außergewöhnliche Album Loud Like Nature aufgenommen hat. Zusammen machen sie einen Sound, der beim lärmenden "Do The Hippogriff" wie ein billiger Abklatsch von Billy Idol's Dancing With Myself klingt, gefolgt vom stampfenden "This Is Night" und der gelungenen Midtempo-Ballade "Magic Works". Gerade mit Letzterer mag zwar von den Film-Produzenten auf einen potentiellen Weihnachtshit in den UK-Charts geschielt worden sein, doch im Rahmen des altehrwürdigen Hogwarts-Internates sind solche Songs eine völlige Fehlbesetzung!
Angesichts dieser Tatsachen bleibt am Schluss ein etwas zwiespältiger Gesamteindruck. Und genau so könnte es auch den Potter-Score-Fans gehen. Während die Einen zurecht begeistert sein werden, finden John-Williams-Anhänger das Ganze vermutlich bestenfalls nur interessant. Thomas Hammerl
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