Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Ritt auf der Bombe, 21. März 2007
Ein durchgeknallter General nimmt das Schicksal der Welt in die Hand und befiehlt den Atomangriff. B-52-Bomber fliegen auf Russland zu. Erst jetzt, angesichts des Ernstfalls, fällt der US-Regierung auf, dass sie durch eine unglückliche Kombination aus Sicherheits- und Notfallplänen keine Mittel zu Hand hat um den General zu stoppen. Bei den Russen wurde mit der "Weltuntergangsmaschine" (Doomsday Machine) ebenfalls ein automatischer Mechanismus für den Gegenangriff installiert. Was der Abschreckung dienen sollte, lässt sich nun nicht mehr aufhalten.
Der Film aus dem Jahr 1964 gilt als Satire, denn anders kann man wie Kubrick feststellte den zigfachen Overkill der Erde kaum noch behandeln. Auch unterdrückte Triebe und Allmachtsphantasien kommen symbolisch immer wieder zum Ausdruck. Mit der Idee, mit 10 Frauen pro Mann für die kommenden Generationen unterirdisch leben zu müssen, können sich zum Schluss alle anfreunden. Der Zustand ist krank, und das kommt in den genial gespielten Persönlichkeiten wunderbar zum Ausdruck. Es ist ein Genuss, wie Sterling Hayden und George C. Scott die Generäle darstellen. Peter Sellers spielt gleich drei Rollen. Szene für Szene ist durchdacht und brillant umgesetzt.
Nur wenige Filme erhalten Kultstatus über viele Jahrzehnte hinweg - interessanterweise fast alle Filme von Stanley Kubrick. Kubrick ging einen Schritt weiter in die Abgründe des menschlichen Charakters hinein und hat diese so gekonnt wie kaum ein anderer erfasst.
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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Welt am Rande eines Atomkrieges - Stanley Kubrick nimmt's mit Humor!, 14. März 2007
Es war der erste große Auftritt Stanley Kubricks als Filmemacher (und Drehbuchautor).
Der Erfolg sollte ihm Recht geben. "Dr. Seltsam" staubte 1963 gleich 3 Oscars ab!
Wenn man sich den Film ansieht, weiß man auch warum:
Ein hervorragender Peter Sellers (der in Personalunion gleich 3 Rollen auf einmal übernimmt) führt uns den Wahnsinn der militärischen Aufrüstung und des systematischen Wetteiferns vor Augen.
Ein General, der davon besessen ist, dass die Russen mit einer mörderischen Intrige die Vereinigten Staaten von Amerika auszulöschen versuchen, befiehlt einen atomaren Angriff auf die Sowjetunion.
Schon bald stellt sich heraus, dass dieser Befehl völlig grundlos gegeben wurde, woraufhin im Pentagon die Hölle los ist (die Zivilbevölkerung weiß von nichts)!
Mit allen Mitteln versuchen renommierte US-Generäle sowie der Präsident der Vereinigten Staaten, Kontakt zu den Sowjets aufzunehmen und das Schlimmste zu verhindern (unvergesslich: das Telefongespräch zwischen den beiden unbeholfenen Staatschefs der Supermächte).
Tatsächlich scheint sich zum Ende hin alles zum Guten zu wenden, doch da ist noch ein Flugzeug, voller braver, pflichtbewusster amerikanischer Soldaten, das den Rückholbefehl nicht empfangen hat...
Das sich ein solches Szenario tatsächlich hätte ereignen können, erscheint aus heutiger Sicht etwas befremdend, sehen wir uns gegenwärtig ja nicht (direkt) mit dem Ost-West-Konflikt (so wie im Kalten Krieg) konfrontiert.
Trotzdem hat Mr. Kubrick den Nagel absolut auf dem Kopf getroffen. Wahrscheinlich zeigt "Dr. Seltsam" viel mehr Realität, als den meisten lieb ist.
Der Film (der übrigens Schwarzweiß ist) bezieht seine Klasse aus einzelnen Dialogen sowie aus der Zur-Schau-Stellung mehrerer "Welten" (die durch Atmosphäre, Musik und Räumlichkeiten zusätzlich verstärkt bzw. "differenziert" werden):
- zum Einen sind da die Piloten, die nichts anderes im Sinn haben, als ihrem Land zu
dienen und die nicht ahnen können, dass sie im Begriff sind einen Befehl auszuführen, der von einem Wahnsinnigen stammt (wobei: jeder, der diesen Befehl gegeben hätte/gibt müsste wohl als "wahnsinnig" bezeichnet werden!).
- Schließlich die militärische Führung, die der atomaren Auseinandersetzung gar nicht
so sehr abgeneigt scheint und die scheinbar über mehr Macht verfügt als ihr Vorgesetzter, der Präsident.
- Weiters: Die beiden Staatsoberhäupter, die nicht mehr als austauschbare Marionetten
zu sein scheinen. Sie haben bestimmt nichts Böses im Sinn, doch sie ahnen nicht, wie abhängig sie von ihren Untergebenen sind.
- Letztlich ist da noch dieser dubiose (Ex-)Nazi-Wissenschaftler, Dr. Seltsam (u. a. von Sellers gespielt), der gegen Ende des Films seinen großen Auftritt hat, als er vorschlägt, im Falle eines atomaren Gegenschlags, eine Rasse von Supermenschen im Bunker des Pentagon heranzuziehen, um für das Weiterbestehen der Menschheit (nach Ablauf der radioaktiven Halbwertszeit) zu sorgen. (Anm.: Die Idee mit den gesunden, kräftigen, schönen Menschen ist wohl aktueller denn je, denkt man beispielsweise an diverse Krankenkassendiskussionen!).
Sehr gelungen ist, neben den vielen anderen Dingen, vor allem auch das Ende des Films:
Während im Hintergrund eine fröhliche, unbeschwerte Musik spielt, sieht man Bilder mehrere explodierender Atombomben in Folge. Typisch Stanley Kubrick!
Fazit: Man kann herzhaft lachen, man kann aber auch bitterlich weinen.
Lassen wir nicht zu, dass die Staatschefs dieser Welt über unsere Köpfe hinwegentscheiden!
Absolut gelungen, nur manchmal etwas langweilig.
(Weiters toll: Extra-DVD mit Interviews und entfallenen Szenen!)
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kubrick und Peter Sellers=der beste Film der Filmgeschichte, 8. Dezember 2006
Ich bin zwar ein großer Fan von Kubricks 2001, Barry Lyndon, Uhrwerk Orange u.s.w.-doch mit Dr Seltsam schuf Kubrick einen der sozialkritischsten Film der Filmgeschichte. Peter Sellers in drei Rollen rundet das Vergnügen noch ab. Neben Vertigo der beste Film.
Doch nun zur Storry: Ein verrückter General schickt Bomber nach Russland, und entfacht damit einen beinahe Krieg, in welchem die Russen gestehen, dass sie eine kostengünstige Weltvernichtungsmaschine haben. Die Amerikaner tun natürlich alles um ihren Hals zu retten, was sie leider nicht schaffen. Der Ritt auf der Bombe, das Rote Telefon, ein Plakat auf dem "Unsere Aufgabe ist der Frieden" während draußen Krieg herrscht...all das macht den Film großartig und zeigt Kubricks Liebe zum Detail. Ausserdem beeinhaltet der Film die besten Dialoge der Filmgeschichte wie z.B.: Hallo Dimitri, Sie können im Kriegsministerium nicht Krieg spielen ...
Ein TOP KubrickFilm, der zugleich die schwärzeste Komödie und beste Satire ist.
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