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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aus dem Leben eines Jazz-Freaks, 21. Februar 2006
Als Jazzliebhaber musste ich diesen Film sehen. Er bedient viele Klischees, hat einen köstlichen Humor und ein überraschendes Ende. So stelle ich mir das Leben eines wahren Jazzmusikers vor. Immer auf der Suche nach irgendwelchen Verdienstmöglichkeiten, von vielen Mitmenschen nicht verstanden und ausgenützt, die Musik wird verspottet und immer wieder dreht sich alles um den Jazz.
Der Film hat wunderbare Szenen aus einem bewegten Leben; z. B., wie er als Zeitungsausträger mit dem Wetter kämpft, seine erotischen Hausbesuche, als Fischverkäufer, der sich krumm schuftet und jeden Kundenwunsch erfüllt, seine Frau beim Psychologen, die Band in der Kneipe - einfach herrlich!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
schöne Bilder aus Mülheim, 27. Februar 2008
Was für ein Szenario - Helge Schneider, Jimmy Woode und Pete York spielen als Trio in einem Mülheimer Club Jazz-Standards...und keiner hört zu. Was in der Realität unmöglich erscheint, ist in diesem Film Wirklichkeit!
"Jazzclub" ist Helge Schneiders bester und leider wohl auch letzter Film, denn Filme machen ist eine Scheißarbeit, und bezahlen kann das auch kein normaler Mensch! Mann, Mann, Mann! Man würde sich gerne weitere cineastische Machwerke dieses Universalgenies wünschen, denn was der Mann uns hier präsentiert, ist nicht nur gewohnt skuril und wunderbar humorvoll, sondern gleichsam melancholisch und von einer eigentümlichen Schönheit, die nur ein authentischer Künstler hervorbringen kann.
Eingebettet in liebevolle, weil aus dem wahren Leben gegriffene Aufnahmen aus Helges Heimatstadt Mülheim an der Ruhr erzählt der Filmemacher uns die Geschichte des ebenso talentierten wie kommerziell erfolglosen und dabei wunderbar naiv-idealistisch durchs Leben taumelnden Jazzpianisten Teddy, der mit seiner undankbaren und nur faul herumsitzenden Freunden Jackeline in einer bescheidenen Wohnung haust und sich mit drei Jobs seinen Lebensunterhalt notdürftig zusammenverdient. Die Art und Weise, wie diese mittlerweile in Deutschland Realität gewordene soziale Problematik am Beispiel Teddys illustriert wird, ist urkomisch. Man sieht ihn als Callboy, der ältlichen Damen ein paar Stunden der Freude ins Heim bringt, während der Ehemann auf Arbeit ist (hier sieht man Helge als seinen späteren Romanhelden "Rodriguez Faszanatas" mit herrlichem spanischen Akzent), dann wiederum arbeitet er tagsüber als Fischverkäufer mit einer Arbeitsmoral, die man kaum beschreiben kann, und des Nachts trägt er Zeitungen aus (unglaubliche Slapstick-Einlagen beim Zeitungsaustragen im Regen von Helge - ich sage nur "nasser Klumpatsch").
Da Teddy dann auch noch jeden Abend 3 Sets aus seinem Jazzrepertoire im schlecht besuchten Club zum besten gibt, bleiben ihm pro Nacht rund 5 Minuten Schlaf - ach Mensch, das ist alles so unglaublich komisch, aber es hat auch eine ernste Note, eine Melancholie, wie dieser Mensch trotz aller Widrigkeiten in sich ruht und nett zu allen ist, die ihn eigentlich, wenn man mal genau drüber nachdenkt, wie Dreck behandeln, so wie seinen Fischarbeitgebern oder seiner komischen Freundin. Das hat so viel Tiefe und Ausdruck und es bringt einen gleichzeitig zum Lachen, man möchte diesem Mann einfach nur um den Hals fallen. Großartig, super, urkomisch - und Earl Mobile (gespielt von Charlie Weiß), wohnt auf einer Couch vor Helges Wohnung und spielt den ganzen Tag unbeholfen mit dem Basketball herum; ja man stelle es sich vor, dieser weißhaarige Riese von ca. 50 Jahren sagt, er sei den ganzen Tag mit dem Ball durch die Stadt gerannt - "die Leute denken auch, der is bescheuert, aber du weißt ja, Sport ist mein Leben". Wahrscheinlich würde Helge Schneider selber sagen, dass ich hier überinterpretiere, aber für mich sind all diese irre-skurilen und urkomischen Figuren nicht nur Stilmittel seiner Komik, sondern dazu auch noch menschgewordene Appelle zur Toleranz gegenüber Individualisten, Aussteigern und Freaks, die anders sind als alle anderen, und gerade das macht uns ja alle erst zu Menschen.
Abschließend kann ich nur sagen, dass der Avantgardkünstler Helge Schneider für mich ein absolutes Genie ist, und gerade seine Filme, die sich auf so radikale Weise allem verweigern, was man auch nur irgendwie mit Attributen wie "mainstream" oder "normal" titulieren könnte, bringen seine Genialität in unerreichter Manier zum Ausdruck.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Helge ist unübertroffen, 24. Januar 2007
Ich muss jetzt hier auch mal meinen Senf dazu geben weil ich der Meinung bin das man besonders die Rezension vom 01.03.06 die diesen Film nieder macht so nicht stehen lassen kann!!!
Die in der erwähnten Rezension vertretene Meinung zeigt eindeutig das sich hier jemand ohne Erfahrung und Sinn für Jazzmusik ausgelassen hat.
Helge Schneider ist was die Musik angeht ein unübertroffener Alleskönner was, wie ich finde, in dem Film sogar noch untertrieben dargestellt wird. Aber der Sinn des Filmes soll ja auch nicht sein Helge als Musikgenie darzustellen.
Wer mal einen seiner Livekonzerte miterlebt hat weiß das er das nicht nötig hat.
Allen die überlegen sich diesen Film zu kaufen sei gesagt das der Film jedes Geld wert wäre! Ich selbst war dreimal im Kino um ihn zu sehen (bin sonst ein sehr seltener Kinogänger!!!) und habe ihn auch gekauft!
Also zuschlagen solange es ihn noch gibt ;-)
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