Als Spillsbury 2003 ihr Debüt veröffentlichten, kochte der Deutschpop-Trend gerade hoch, und Elektropunk mit 80er-Bezügen war noch innovativ. Doch wenn es das Hamburger Duo bis auf die Titelblätter der Musikzeitschriften schaffte, lag das nicht nur am guten Timing. Während die Konkurrenz oft verbissen den Charterfolg kalkulierte, klangen Spillsbury wunderbar direkt und unaufgesetzt. Inzwischen ist nichts so durch wie deutschsprachiger Elektropunk. Zoe Meißner und Tobias Asche legen mit ã2" trotzdem nach - und überzeugen erneut. Mit ausgefeilteren Songs und tollen Melodien wagen Spillsbury auch genreuntypische Experimente: Bei ãNein" rappt Beginner Denyo, ãScheinbar" baut auf Dancebeats, und mit ãCommon Sense" gelingt ihnen sogar eine Ballade. In den Texten dreschen sie zwar wieder reichlich Plattitüden - doch immerhin ist man bei Spillsbury vor naivem Nationalstolz sicher. (cs)