Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Süss, schwer und bitter wie eine dicke, opulente Schokotorte, 27. Juni 2006
Tim Burton, Regisseur von Filmen voller Poesie und Dramatik hat hier einen Film geschaffen, den man wohl am besten mit einem schweren Bonbon oder einer opulenten Schokoladentorte vergleichen könnte.
Die Kindergeschichte, welche diesem Film zugrunde liegt, spielt in England und ist vor allem in Grossbritannien populär und recht bekannt. Kurz erzählt geht es um einen Jungen, der anlässlich eines exklusiven 'Tages der offenen Tür' die Gelegenheit erhält, hinter die Kulissen einer geheimnisvollen Schokoladenfabrik zu sehen. Dieser Anlass dient jedoch dem Direktor vielmehr dazu, aus den Kindern eines auszuwählen, das dann als künftiger Direktor in seine Fussstapfen treten soll.
Die Geschichte wird dem Buch ziemlich gerecht, wurde jedoch etwas modernisiert. Leider wird aber gegen Ende des Filmes recht viel 'Moralin' verabreicht.
Sprich: Der Junge ist plötzlich der Weise und der Fabrik-Direktor derjenige, der dazulernen kann (und muss). Ach, vermutlich kommen Hollywood-Filme einfach nicht mehr ohne das abschliessende Pathos aus! Schade, denn das hätte dieser Film nicht nötig gehabt.
Wie dem auch sei:
Die Bilder sind vorzüglich eingefangen, besonders die Szenen in der Fabrik, wo es von Zuckerbergen, Zimtbäumen und Schokoladenflüssen nur so wimmelt. Ganz witzig übrigens die Szene mit den Erdhörnchen in der Haselnuss-Sortiererei...
Die Bildsprache ist sehr ästhetisch und quillt nur so über von Farben und Glanz und Zuckerguss - genau so, wie man sich als Kind eine Schokoladenfabrik vermutlich mal vorgestellt hat.
Johnny Depp liefert hier eine weitere meisterhafte Facette seines schauspielerischen Könnens ab: Er ist hier ebenso glaubwürdig wie 'Edward mit den Scherenhänden' oder schwermütiger Pirat oder drogenkonsumierender Sportjournalist (Fear and Loathing in Las Vegas).
Fazit:
Für die Geschichte gibts 4 Sterne: Das Lehrmeisterliche ist mir persönlich etwas zu schwer verdaulich.
Die Machart hingegen verdient volle 5 Sterne für die perfekte Umsetzung eines klebrigen Themas.
Auch die Musik verdient 5 Sterne, denn sie unterstützt den Film, ohne wirklich in den Vordergrund zu drängen.
Und die Schauspieler erhalten ebenfalls 5 Sterne, denn nicht nur Johnny Depp, sondern auch die Kinder sind durchwegs absolut glaubwürdig.
Wem an langen Winterabenden oder grauen Sonntag-Nachmittagen im November nach Farbe, Lust und Freude ist, der sollte sich in eine dicke Decke einmummeln, eine heisse Schokolade trinken und sich diesen Film zu Gemüte führen.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein skurril-buntes Märchenbonbon aus dem Hause Tim Burton., 28. Mai 2006
Nach Roald Dahls Kinderbuchklassiker „Charlie und die Schokoladenfabrik“ von 1964 entstand dieser optische Leckerbissen von Tim Burton und stellt damit bereits die zweite Verfilmung des Stoffes nach Mel Stuarts „Willy Wonka & the Chocolate Factory“ von 1971 mit Gene Wilder in der Rolle des Willy Wonka dar.
Dahls wunderbarer Sinn für – manchmal recht schwarzen – Humor spiegelt sich in Burtons Adaption vielleicht nicht so stark wider wie in der Verfilmung von 1971, steht dem Vorgänger optisch jedoch in nichts nach. Der Zuschauer taucht im wahrsten Sinne des Wortes ein in süße Bilder und erfreut sich an einem bis zum Kitsch ausartenden, hinreißenden Setdesign, bei dem ein teilweise echter Schokoladenwasserfall ebenso wenig fehlen darf wie bunte Farben, wie sie einem aus jedem Süßigkeitenregal im Supermarkt entgegenlachen. Die Musik stammt von Burtons Hauskomponist Danny Elfman, der wie immer tolle Songs und passende Melodien einbringt.
Mit seinem gewohnten Hang zum Skurrilen inszeniert Burton die Geschichte von dem kleinen Jungen Charlie und dem seltsamen Willy Wonka, den Johnny Depp auf bizarre und höchst unterhaltsame Art und Weise verkörpert. Beliebte Stars wie Helena Bonham Carter und Christopher Lee besetzen kleinere Nebenrollen; die übrigen Schauspieler wie der junge Freddie Highmore mögen weniger bekannt sein, was ihre Leistung aber in keiner Weise schmälert. Regelrecht ins Herz schließt man David Kelly, der Charlies Großvater auf eine absolut liebenswerte und bezaubernde Art spielt und einen fast naiveren Eindruck als sein Enkel macht.
Tricktechnisch liefert der Film alles vom Feinsten; die kleinwüchsigen Arbeiter der Fabrik, die Umpa-Lumpas, wurden alle von dem Schauspieler Deep Roy dargestellt. Jede Szene, in der die kleinen eifrigen Helfer auftauchten, musste so oft gedreht werden, wie Umpa-Lumpas auftauchten, Roy nahm dabei stets eine andere Position ein. Später verschmolzen all diese Szenen zu einer einzigen, was zu einem optisch bemerkenswerten Ergebnis kommt.
Aber es sind nicht nur der Humor und die Effekte, die diesen Film zu einem sehenswerten machen. Die märchenhafte Atmosphäre weicht keinen Moment, die Konzeption ist linear und konsequent durchgezogen. Dass auch in einem Märchen unheimliche Dinge vor sich gehen, weiß man, und so verwundern die bizarren und manchmal ziemlich gruseligen Geschehnisse nicht wirklich. Die ganz Kleinen werden sich das eine oder andere Mal vielleicht ängstigen, aber die größeren Kinder und jung gebliebene Erwachsene werden einen Riesenspaß bei „Charlie und die Schokoladenfabrik“ haben.
Die besprochene 2-Disc-Edition wartet zudem mit einem üppigen Bonusmaterial auf, das einen tiefen Einblick in die Dreharbeiten gibt, technische Details vorstellt, auf die Tricktechniken eingeht, Informationen zu Roald Dahl als Schöpfer Wonkas und der Schokoladenfabrik liefert, zu interaktiven Spielen einlädt und noch einiges mehr.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein traumhaftes modernes Märchen, 9. Mai 2006
Was gibt's schöneres, als einen Garten voller Süßigkeiten? Wo man selbst das Gras essen kann und der See nicht aus langweiligem geschmacklosen Wasser, sondern aus reister Schokolade besteht? Genau so süß, wie dieser Garten, ist auch der Film - und das, ohne kitschig zu sein. Obwohl Charlie das wohl bravste Kind aller Zeiten sein dürfte (er will immerhin das gewonnene Ticket für seine Eltern verkaufen), bemerkt man selbst dahinter ein Augenzwinkern, das leicht zu entdecken ist, wenn man Tim Burtons Filme oder Roald Dahls Bücher kennt. Ein kleines bisschen Surrealismus, ein nicht immer ganz lupenreiner Humor und ein wirklich völlig schräger Willi Wonka (gibt's eigentlich irgend eine Rolle, die Johnny Depp nicht spielen kann?) machen den Film zu einem der schönsten Kinder-Filme aller Zeiten. Es ist selten, dass ein Film, so wie dieser, auf eine ganz andere, interessante und ungewohnte Weise anspricht. Wunderschön.
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