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51 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht von dieser Welt, 7. Oktober 2005
Ich kaufte "Lamentate", weil ich die Musik von Arvo Pärt liebe. Und weil Sie gerade auf der Verkaufstheke lag. Und dann lag sie einige Tage auf dem Tisch.Und dann hörte ich sie. Und musste weinen. Arvo Pärt gelingt es, weit entfernt von "seiner" Musik ein Werk zu schaffen, das vom ersten bis zum letzten Ton durchkomponiert ist; selten Arvo Pärt zitiert und jede nur denkbare Gefühlsregung in Musik auszudrücken vermag. Da sind die brachialen Bläser, die in bester brucknerscher Manier den Raum erzittern lassen und dan abrupt eine unerträglich spannende Pause hinterlassen. Da ist ein intimes Klavier (hervorragend: Alexej Lubimov), das einen näher an den Lautsprecher rücken lässt. Da ist das unerhörte Wehklagen eines grossartig aufspielenden SWR-Orchesters. Der ständige Wechsel von schaurig-schöner Musik aus dem Orchester mit mal starken, mal leichten, mal gewaltigen Einwürfen von Pauken, Bläsern oder Klavier erzeugt einen gewaltigen Spannungsbogen, der mit dem letzten Ton nicht zu Ende ist. Arvo Pärt gelingt es, die Klage greifbar, fühlbar zu machen. Und wir können uns diesem Gefühl nicht entziehen. Dann verschwindet die Musik. Und lässt uns allein zurück. Ein Quasi-Vorspiel zu Lamentate ist das A-capella-Stück "Da pacem Domine". Hervorragender, sicher Vortrag des Hillard-Ensembles eines über jeden Zweifel erhabenen Werkes, das Arvo Pärt im Auftrag von Jordi Savall komponierte.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Beklagenswertes, 15. Dezember 2006
Der Aufforderung "Lamentate!" ("Klaget!") möchte man gerne nachkommen, wenn man die gleichnamige Komposition von Arvo Pärt anhört.
ZWAR hat dieses Stück, eine Art Klavierkonzert in 10 teilweise sehr kurzen Abschnitten, einiges zu bieten: am Beginn geheimnisvolles Grollen des Schlagzeugs und wehmütige Rufe der Blechbläser, dann einen wahrlich donnernden Einsatz des Klaviers, das sich mit dem Orchester einen heftigen Kampf zu liefern scheint (Parallele bei Pärt: die "Dies irae"-Stelle nach der langsamen Einleitung von "Miserere"), gefolgt von fragilen Klanggebilden der Streicher, tonalen Pointillismen des Klaviers; später meditative Melodieansätze und berückend schöne Akkordfolgen des Solisten in Fülle, auch hier und da noch einmal Spannungsbögen und kleinere Entladungen...
ABER: "Lamentate" als Gesamtheit vermag doch nicht zu überzeugen, da dieses Stück eine recht mutwillige, zufällige Aneinanderreihung von Episoden zu sein scheint, denen im Organismus der Komposition, in ihrem Verlauf und ihrer Entwicklung nicht wirklich eine Bedeutung zukommt. Hier fällt zu vieles als bloße Zutat aus dem Rahmen.
Was soll z.B. jenes orientalisierend tönende Einsprengsel, das für sich allein betrachtet eine wirklich beachtenswerte kleine Komposition ist, aber sich einfach nicht in das Ganze einfügen will (nicht einmal als Kontrast, als Bruchstelle oder was auch immer)? Und weshalb tauchen plötzlich leise Begleitfiguren in den Schlaginstrumenten auf - etwa nur zur Untermalung? Das will einfach nicht mit dem ansonsten erkennbaren Asketismus von "Lamentate" zusammengehen.
Das also ist das Beklagenswerte von "Lamentate": reiches, überzeugendes Material, aber keine diesem gemäße Form; wunderbare Interpreten (Lubimov erweist sich einmal mehr als großartiger Sachwalter der "spirituellen Moderne", und das SWR-Orchester unter Boreyko verdient ebenfalls volles Lob!), doch ein Stück, das auch bei hervorragendem Spiel nicht recht überzeugen will.
Wäre da nicht die wundervolle Einleitung der CD: "Da pacem Domine" mit dem Hilliard Ensemble - reinster Pärt, klar wie ein Kristall und dabei unergründlich tief, wahrhaft geistliche und geistvolle Musik! Man ist versöhnt. Schade nur, daß die Versöhnung der (freilich nur leichten) Verärgerung) vorausgeht anstatt ihr nachzufolgen. Und daß sie überhaupt nötig ist.
(Mit 5 Sternen für "Da pacem" und 2 Sternen für "Lamentate" kommen wir - da das Klavierkonzert immerhin sechsmal so lang ist wie das Chorstück - dann doch noch auf 3 Sterne...)
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9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
nicht besser als sonst, auch nicht so gut..., 9. Februar 2006
Von Ein Kunde
Pärt ist für mich sicher der bedeutendste, und auch s.v.v. beste, zeitgenössische Komponist ernster Werke, zumal choraler und sakraler Natur. Und das erste Werk auf dieser CD, "Da pacem Domine", gerschieben für Barcelona und vom Hillard-Ensemble wie üblich perfekt gesungen, ist genau so - tief, bewegend, schön, perfekt.Aber das hochgelobte "Lamentate" - ich würde es so gern mögen, so gerne beeindruckt sein (wie viele Hörer sagten, sie haben daraufhin weinen müssen!), aber ich finde es einfach nicht gut. Sicher, immer mal wieder hört man den "alten" Pärt, aber für mich ist das das einzige Pärt-Werk seit langer Zeit, das wirklich danebengegangen ist. Es wurschtelt in den Tönen so herum, die Linien ballen sich und finden nicht auseinander, das Piano klimpert, und der Geist des Bühnenhaften ("stagey" ist der treffendere Ausdruck) kommt immer wieder zum Vorschein. Ich finde das wirklich schade und schreibe ungern etwas negatives über den quasi Propheten-haften Pärt, aber... "Lamentate" ist meines Erachtens nach verunglückt. Der Kauf der CD lohnt sich dennoch, wegen "Da pacem".
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