Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der Untergang von Troja in 45 Minuten..., 21. Dezember 2005
... so, oder so ähnlich könnte man Doppelgänger beschreiben.The Fall Of Troy stammen aus dem US-Bundesstaat Washington, haben das zarte alter von 20 Jahren alle noch nicht erreicht und spielen eine Musikrichtung, die sich am ehesten als Progressive Hardcorepunk beschreiben lässt. Die Band besteht aus 3 zarten Jünglingen - Thomas Erak an der Gitarre und am Mikrofon, Tim Ward am Bass und am Mikrofon sowie Andrew Forsman an den Drums. Im Klartext heißt das: Extrem komplexe Gitarrenarrangements, erzählender Sound, gute Musik. Auf "Doppelgänger", dem 2ten Album der Band wurden einige alte Songs von ihrem ersten, selbsbetitelten Album neu veröffentlicht. Insgesamt lässt sich "Doppelgänger" als ein Album beschreiben, das Gehirne zersägt - das ist nicht übertrieben. Und dann geht es los - "I Just Got This Symphony Going" zeigt gleich, hier sind Leute am Werk, die ihr Handwerk beherrschen. Eraks Gitarrenspiel ist technisch allerhöchstes Niveau und lässt sich am ehesten als Yoga auf Speed beschreiben. Doch lass die Gitarre ruhig kreischen - Sowohl Gitarrero als auch Basser können das auch. Mal melodisch, mal mit biestigem Gekeife stellen sie ihre Sangeskunst zur Schau. Ein wahrer Ohrenschmaus, wenn man den Jungs die Zeit gibt, ihre Musik, die schlicht und ergreifend in keine Schublade passt, mal wirken zu lassen. Dann ergreifen den geneigten Hörer fast schon tanzbare Songs wie "F.C.P.R.E.M.I.X." oder "Mouths Like Sidewinder Missiles", lassen ihn Prog-Sahnestücke wie "Macauly McCulkin" oder "The Ho[ ]ly Tape" spüren wie sich vor ihm kilometerhohe Klangmauern aufbauen, die sofort wieder eingerissen werden. Daran trägt auch das atemberaubende Bass- und Drumspiel Schuld, das allerdings manchmal wirkt als würde es nur aus dem Ruder laufen. Doch nichts davon ist Zufall - sofort stellt sich beim Hörer ein "Aha"-Effekt ein. The Fall Of Troy sind laut, ja. Sie sind unvernünftig, sie sind so schnell dass einen entweder die Atemnot oder der Brechreiz befällt, ABER sie sind authentisch. Alles wirkt bis ins kleinste Detail ausgetüftelt. Ähnlichkeiten mit The Mars Volta, At The Drive-In, Coheed And Cambria und den Blood Brothers sind zwar offensichtlich, aber lassen nur vage erahnen, um was für eine Art Musik es sich handelt. Das beste ist es, sich diese Platte (oder zumindest ein paar Songs daraus) anzuhören und selbst zu urteilen, ob die Mixtur mundet. Aber bitte Riechsalz und Kotztüten bereithalten.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kopfschmerz, 18. August 2006
The Fall Of Troy bieten auf den ersten Blick alles, was man sich von seiner Lieblingsband wünschen würde: Ein cooler Name, blutjunge Bandmembers, ein irrwitziges Konzept irgendwo zwischen hammerhartem Screamo-Core und Progressive und nicht zuletzt eine spielerische und technische Perfektion, dass sogar Sepultura zu Zeiten ihrer ersten LP einpacken können. Aber mal sowas von. Die ersten unvorbereiteten Kontakte mit Songs wie "F.C.P.R.E.M.I.X." oder "Whacko Jacko Steals The Elephant Man's Bones" können dabei so intensiv sein, dass man vor purer Freude einfach nur die Boxen aufdrehen und wie wild durchs Zimmer springen will. In Sachen Ersteindruck gibt es keine Band, die bei mir einen so gewaltigen hinterließ wie The Fall Of Troy. Furios und zudem auch richtig "Fast" entfachen die drei Jungs ein solches Feuerwerk in den Membranen, dass es einem fast schon so vorkommt, als würde man bei voller Fahrt den Kopf aus dem Auto halten.
Was aber drei bis vier Minuten lang noch so prächtig funktioniert, klappt auf 44 Minuten Albumlänge nur mit kleinen Abstrichen. Ohne Frage, The Fall Of Troy hauen einen immer noch um; hinter jedem Break, jedem Scream, jedem Drumschlag steckt viel mehr Energie als man das von den meisten anderen Bands gewohnt ist, leider wird das ganze aber auch teilweise etwas anstrengend. Die Songs ähneln sich teilweise recht arg und sind erst nach vielen Durchgängen blind voneinander zu unterscheiden. Angenehm fürs Gehör sind aber stets die beiden kleinen Ruheinseln am Ende von "Act One, Scene One" und "The Hol[ ]y Tape", die diese Songs zu Highlights machen und aus der Masse heraustreten. Auch der letzte, über 8 Minuten lange Song "Macaulay McCulkin" ist nochmal ein großes Highlight zu Abschluss und lässt zurecht Referenzen wie The Mars Volta das Bild betreten. Immerhin wird hier deren "Cicatriz Esp" fast eins zu eins zitiert. Auch manche Effekte und Drumbeats hören sich an, als wären sie haargenau von den Afroträgern aus El Paso übernommen. Allerdings soll das keine Kritik sein, sondern eher ein Lob. Immerhin lassen diese Passagen den Hörer stets aufhorchen und hinterlassen - zumindest bei mir - ein breites Grinsen auf dem Gesicht.
"Doppelgänger" hätte mit etwas mehr spielerischer Varietät ein wahres Meisterwerk werden können. Leider funktionieren die meisten Songs aber auf die selbe Weise und können so den überwältigenden Ersteindruck auf Dauer nicht ganz halten. Auch die ständigen Breaks und Wechsel wirken auf Dauer etwas zwanghaft, was aber allein durch die spielerische Perfektion und die massive Härte kaum ins Gewicht fällt. Jeder Freund von sehr harter, aber intelligenter Musik, sollte sich nicht abschrecken lassen, sondern vielmehr einen Blick riskieren. The Fall Of Troy könnten das nächste ganz große Ding werden.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Troja vergeht im Feuersturm, 23. Oktober 2005
Das muss der besiegte Prinz von Troja gefühlt haben, als ihn Brad Pitt durch den Sand um die Stadt geschleift hat... ein nervenbetäubendes Feuerwerk der Qual in den Synapsen und irgendwo die Hoffnung auf baldige Erlösung. Zuerst mag es wie ein wüstes durcheinander erscheinen, was The Fall of Troy hier abgeliefert haben, aber schon beim zweiten Hördurchlauf hat man das Gefühl, dass es gar nicht anders klingen darf, wenn eine Stadt dem Erdboden gleich gemacht wird (unheimlicherweise von gerademal drei Leuten)! Wie viele Bands setzen auch TFoT auf zwei Sänger wobei der wütende Teil des Gesangs aus der finsteren Kreischecke kommt und der "normale" Sänger eine sehr angenehme Stimme als kontrapunkt aufweist und die beiden haben ihre Hausaufgaben gemacht! Dazu noch der Sound, der den trojanischen Zivilisten ordentlich Beine macht. Das Tempo wird mal angezogen und mal wird den Fliehenden ein kleiner Vorsprung gewährt. Lebend kommt ja eh keiner raus. Obendrein sind sie in ihrem Sound verdammt mutig (manche sagen ja seit neuestem wieder Progressiv), ob sie mal offensichtlich The Mars Volta durchklingen lassen wie in "The Hol[ ]y Tape" oder den durch ein schönes Metalcore Riff eingeleiteten Song "Tom Waits" nach einer halben minute einfach komplett kaputt schreien, das ganze ist einfach nur Großartig. (Angemerkt sei hier einer der größten Songtitel aller Zeiten: "We better learn to hotwire a Uterus"). Wer also die Blood Brothers, Mars Volta (oder eher At-the Drive In) und konsorten mag, der wird sichelich nicht um The Fall of Troy herumkommen. Das Artwork im schnieken Digipak und der Umfang des Albums (11 Songs in 45 minuten) runden den Gesamteindruck noch ab. Jetzt müssen wir nur noch Salz auf die Felder Streuen, auf dass dieser verfluchte flecken Erde nie wieder Erwähnung in den Geschichtsbüchern findet.
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