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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
IZO, 9. Oktober 2006
Um gleich mit dem Resümee zu beginnen: ein exzellenter Film, der zu den ganz großen gehört.
Und auch zu Beginn noch ein Hinweis: Auf der DVD steht neben der (schrecklichen!) deutschen Synchronisation auch der japanische Originalton zur Verfügung Gott sei Dank! Sehen Sie sich diesen Film unbedingt auf japanisch an! Der Klang der Sprache ist unnachahmlich und macht einen großen Teil der Atmosphäre des ganzen Films aus.
Worum geht es in dem Film? Er beginnt mit einer brutalen Hinrichtungsszene, die den "Gore&Splatter"-Fan sicher gespannt macht auf den Fortgang (der ihn aber wahrscheinlich frustrieren wird), und die meisten anderen schockiert oder anekelt. Wenn Sie das überstanden haben, sehen Sie als nächstes eine chaotisch dahinrasende Montage von Weltkrieg-II-Originalaufnahmen, unterlegt mit der wunderbar lyrischen und atmosphärisch dichten (wenn auch gewöhnungsbedürftigen) Musik des "Barden", der im Film eine wichtige Rolle spielt.
Hier sollte dem Betrachter deutlich werden, daß dieser Film mehr vorhat als eine Geschichte zu erzählen.
Danach reiht sich dann ein Gemetzel an das nächste. Das Motiv scheint Rache zu sein: Der hingerichtete Izo wandelt als Geist durch die Zeiten und tötet alle, die ihm Unrecht getan haben. Doch schließlich tötet er wahllos alle, die sich ihm in den Weg stellen, Krieger, Geschäftsleute, Teenager, ganze Familien einschließlich der Kinder. Man mag es noch "gerecht" finden, wenn Izo den Premierminister "straft", den Polizeichef, die symbolische Verkörperung des Großkapitals, den Gangsterboss usw. Aber mehr und mehr wird klar gemacht: Gewalt und Kampf erzeugen nur Leid und führen nirgendwohin als in weitere Gewalt. Es gibt kein Ende. Um sich mit einem "Helden" identifizieren zu können, müßte dieser doch wenigstens für eine irgendwie gute Sache stehen, und genau das tut Izo nicht. Izo ist "der nie vergehende Haß", der nichts hervorbringt als Leid. Er ist die Verkörperung der grausamen Seite der menschlichen Natur. Dem Fan von Action-, Kampf- und Splatterfilmen wird genau das systematisch um die Ohren geschlagen. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto elender wir der Held. "Wohin geht der Mann und was hat er vor?" - "Zu einem bedeutungslosen Ort, um nach einer Bedeutung zu suchen." "Leidet er sehr?" - "Ja, das tut er".
Nur die Handlung ist nicht der Film! Was man durchaus als "philosophischen Zitatebrei" bezeichnen könnte, trägt in Wirklichkeit die eigentliche Botschaft.
Tatsächlich ist Izo ein leidenschaftlicher Anti-Kriegs-Film. Er ist darin noch viel radikaler als "Apocalypse Now". Er stellt sich aber auch selbst in Frage: "Man kann gegen den Krieg sein, aber heißt das nicht, gegen die Menschen zu sein?"
Das ist die andere Schicht von Izo, und sie scheint vor allem in den immer wieder eingestreuten Liedern des Barden durch (die deutschen Untertitel übersetzen dankenswerterweise auch die Liedtexte!). Hier offenbart der Film tiefes Mitgefühl sehr intensiv auch in einer Szene, in der ein Soldat verwundet zu seiner Frau zurückkehrt. Wohlgemerkt, der Film, nicht der "Held" (oder Antiheld?) Izo!
Zum Schluß hebt der Film wirklich ab in spirituelle Dimensionen. Nachdem Izo das Möbiusband mit dem Schwert durchschlägt (also ausbricht aus dem sinnlosen Kreislauf der Existenz, die immer nur in sich selbst zurückführt), findet er endlich Frieden, und das heißt Verlöschen.
"Heißt das, wir sind nur Illusion?" - "Alles auf der Welt ist Illusion."
Zuletzt, in den Abspann mündend, ein geflüsterter Monolog: "In der Dämmerung ergeht es jedem so ... du wirfst deine Flügel ab und machst dir einen neuen Himmel zu eigen ... von hier aus kannst du jeder werden ..."
Man mag sich fragen: Wieso ist das die Auflösung von all dem Chaos der (zugegebenerweise langen) 2 Stunden dieses Films? - Aber wenn Sie diese Frage auch nur stellen, dann haben Sie den Punkt bereits verpaßt! Der Film ist phantastisch, surreal, geladen mit Symbolik: Bei dieser Sorte Film suchen Sie nicht nach Stringenz der Handlung. Er packt den Zuschauer, geht unter die Haut, aber man kann nicht sagen, warum. Man läßt ihn wirken, und wahrscheinlich wird man bald spüren, daß man ihn wieder sehen muß, und wieder, und wieder. Schließlich glaubt man, man beginnt zu verstehen aber man könnte nicht sagen, WAS genau man versteht Sie wissen, was ich meine.
Es kann durchaus sein, daß Sie nicht einverstanden sind mit der Tendenz dieses Films. Aber wenn Sie die Sorte Film mögen, die Ihnen Diskussionsstoff liefert für den Rest der Nacht: unbedingt sehenswert!
Wenn Sie allerdings Unterhaltung suchen, oder pure Action und Gemetzel: lassen Sie die Finger davon.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der Mensch als Menschenfeind, 23. Mai 2008
Mitte des 19. Jahrhunderts wird Izo am Kreuz hängend brutal hingerichtet. Sein Geist, nicht fähig zu ruhen, beginnt durch Raum und Zeit zu irren, um sich an allen zu rächen, die er für seinen Tod verantwortlich macht. Und das sind so ziemlich alle möglichen Leute. Ob nun seine Mutter, seine Geliebte oder auch komplett fremde Menschen, seien es Frauen, Männer, Greise oder Kinder - sie alle bekommen Izos Zorn zu spüren, der sich, kurz gesagt, gegen die gesamte Menschheit richtet. Auf seiner Reise durch die verschiedensten Orte, wie z.B. Wälder, Höhlen oder auch Städte, trifft Izo auf unterschiedliche Gestalten, die ihn in philosophischen Dialogen bzw. Monologen aufhalten versuchen, doch letztendlich alle abgeschlachtet werden. Izo wird kaum eine Pause gegönnt und so wird er von einem Ort zum nächsten befördert und eine unsichtbare Kraft scheint ihn voranzutreiben, so dass ihm selbst Kugeln nichts anhaben können. Anfangs scheint Izo noch so etwas wie einen eigenen Willen zu besitzen, doch im Laufe des Films, je mehr Personen er tötet, desto mehr und mehr verwandelt er sich in ein unkontrollierbares Monster. Währenddessen versuchen die Machthaber der Welt, nämlich die Wirtschaftsleute, die Juristen, die Wissenschaftler, die Politiker (hier dargestellt von Takeshi Kitano ("Dolls", "Zatoichi") als Kanzler), das Militär (in Form des Generals) und die Geistlichen (in Form des Priesters) Izo mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln zu stoppen. Doch auch sie müssen letztendlich sterben, nachdem Izo sich durch eine Schar von Soldaten durchgesetzt hat, die in ihrem Verhalten mehr hirnlosen Zombies ähneln als Menschen mit freiem Willen. So findet zum Ende des Films der letzte Kampf statt am Ort der Hinrichtung Izos, nämlich zwischen Izo und seinem früheren Auftraggeber, dem Rebellen Takechi, wegen dem er schließlich hingerichtet wurde. Das eigentliche Ende des Films ist so abgehoben, dass ich erst gar nicht versuchen werde es hier wiederzugeben. Es surreal zu bezeichnen, wäre sicherlich mehr als untertrieben.
Was bleibt also nach ca. zwei Stunden Spieldauer dieses Films, der, wenn man es vorsichtig ausdrücken will, recht "anders" ist. Vom Inhalt her wird hier Kritik an der Menschheit geübt und Izo stellt sozusagen das gesamte "Böse" der Menschen (und auch die Sinnlosigkeit des Krieges?) dar, welches gegen die Menschen selbst gerichtet wird. "Izo" beginnt auch mit Szenen einer Geburt als Beginn des menschlichen Lebens. Vieles geht auch aus den Ansichten der zahlreichen Figuren des Films hervor, die in philosophischen Phrasen den Zuschauer u.a. über Demokratie, Glauben oder Liebe "aufklären". Meist wird nach dem philosophischen Teil viel Blut vergossen und dann wechseln wieder die Schauplätze, so dass etwas wie ein Zyklus zwischen Weltanschauung und Abschlachten entsteht.
Optisch wirkt der Film schon fast überladen mit den Wechseln von düsteren und farblich trüben Bildern zu grellen und kräftigen Farben. Zudem wird auch mal eine Szene in schwarz/weiß gezeigt oder ein Abschnitt einfach mal kopfüber. Dazu werden historische Bilder von hauptsächlich Kriegsaufzeichnungen eingeblendet und ein fester Bestandteil des Films ist auch ein Mann mit Gitarre, der scheinbar als unbeteiligter Betrachter seine Lieder zum Besten gibt. So entsteht eine gewisse Hektik, die die ca. 120 min. schnell vergehen lässt. Der Auftritt des Kickboxers und "Mixed Martial Arts"-Kämpfers Bob "The Beast" Sapp (bekannt aus "K1" auf "eurosport"), der sich Izo als Wärter in den Weg stellt ist absolut genial und kommt irgendwie völlig unerwartet (was aber bei diesem Film nichts bedeuten muss). Das zu kurz geratene, aber sonst sehr gelungene Bonus-Material in Form eines Making ofs (ca. 19 min.) zeigt einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und ist sehr unterhaltsam.
Mein Fazit lautet, dass ich "Izo" absolut empfehlen kann. Miike-Fans werden sowieso wissen warum und alle anderen sollten sich diesen Film nicht entgehen lassen. Ich weiß, dass so eine Rezension dem Film nicht gerecht werden kann, hoffe aber, dass sie einen kleinen Einblick in diesen scheinbar alle Regeln des "normalen" Films brechenden Streifen geben konnte.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Izo, ein Fest für eastern Cineasten, 31. Januar 2007
Vorwort: Ich hatte hier bis vor kurzen noch eine alte Rezension stehen, die aber nicht mehr ganz meiner Meinung entspricht. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, eine neue Version zu schreiben.
"IZO" ist wahrhaftig kein Film für zarte Stunden
Der Film "Izo", von Takashi Miike, hat einen sehr weit gestrickten Handlungsstrang, den es erst einmal zu bewältigen (oder verstehen) gilt. Der Film handelt im von einer "Figur", Izo, welcher kreuz und quer durch Raum und Zeit reisen kann, wobei er nur darauf aus ist Menschen zu töten. Dies macht er solange, bis er eienm übermächtigen Gegner gegeübersteht, den er nicht mehr Besiegen kann. Der Film stellt dar, das Gewalt, die überall vorhanden ist, eigentlich völlig überflüssig ist und doch niemand etwas dagegen unternimmt.
Der Film beginnt mit einer Szene, in der man Zeuge der Hinrichtung des Izo wird, zu dem hier noch nchts bekannt ist und auch nichts bekannt gegeben wird.
Nachdem Izo gestorben ist, kann er wieder auferstehen und ist von nun an der gebündelte Hass, der auf der Erde durch Raum und Zeit reisen kann und mehrere Passagen durchlebt. Beispielweise verabschiedet er sich von seiner Frau, um in den 2. Weltkrieg zu ziehen oder wird in der Gegenwart von Yakuza Schlägern angegriffen.
Im weitern Verlauf des Filmes gibt es immer wieder drastische Zeitsprünge, die alle darin enden, dass Izo UNSCHULDIGE Menschen umbringt. Der Regisseur nimmt hier keine Rücksicht auf dass Gewissen der Zuschauer, die mit ansehen müssen wie Kinder gnadenlos von Izo getötet werden.
Izo verwandelt sich im laufe des Films, in einen Dämonen, was der Regisseur mit einer Ledermaske auf Izo's Gesicht darstellt. Mit jedem MORD verliert Izo ein bisschen mehr von seinen menschlichen Zügen.
Am Ende des Filmes jedoch, steht er einem übermächtigen Gegner gegenüber den auch er nicht mehr töten kann. Seine Qualen und Anstrengungen waren vergebens, alles was er getan hat völlig sinnlos. Dann erfährt er, dass er nichts erreicht hat, weiß aber nicht, dass es nichts zu erreichen gab!
Die schrecklichen Handlungen werden während der gesamten Zeit in der Izo wütet, von eienm hohen Rat, dem selbst Gott beisitz, beobachtet und gemissbilligt. Doch keiner von ihnen kommt auf den Gedanken Izo zu stoppen,bis er irgendwann auch für sie gefährlich wird.
Der Film ist in kurzer Zeit und mit wenigen Mitteln abgedreht worden. Dies mach sich natürlich bemerkbar. Der Regisseur, hat mit absicht den Film auf diese Weise gedreht. Er Bezeichnet sein Werk als "Sutra".
Disen Film habe ich erst nach mehrmaligem Anschauen richtig zu verstehen gelernt. Doch ist der Film erst einmal aufgenommen, entfaltet sich seine gesamte Kunst zu faszinieren. Er ist ein Meisterewerk, für die, die etwas für diese Art von Filmen übrig haben. Für die anderen könnte er verstörend sein, denn eins muss der Zuschauer immer im Gedächnis halten, der Film ist nicht für zarte Stunden da!
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