Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
40 Minuten Wohlklang - und eine wunderbare Stimme, 11. Juni 2005
Von Ein Kunde
Ach, ist das schön! Sensibel-wärmender Wohlklang, der aber nie klebrig aufs Gemüt tropft (Achtung, Coldplay: So geht das...). Eine Stimme, die Dich fest in den Arm nimmt und irgendwie zu sagen scheint: Ich bin Dein Freund. Eine sparsame, dabei keineswegs karge Produktion. Wunderbar komponierte und arrangierte Songs aus den Bausteinen Folk, Americana, Pop, Jazz und etwas Soul, die ihre 70's-Wurzeln nicht verleugnen (James Taylor, Nick Drake, Tim Hardin und David Crosby seien als Vorbilder genannt) und doch nie als Abklatsch daherkommen.Die schwärmerische Rede ist von Hobotalk, einem schottischen Band-Projekt um Sänger/Gitarrist/Pianist Marc Pilley. Vor fünf Jahren trat die Gruppe mit "Beauty in madness" zum ersten Mal hervor, damals noch etwas zu früh für das New Acoustic Movement auf der Insel und daher gnadenlos gefloppt. Sehr schön war die damalige CD auch schon - diese neue aber ist fabelhaft. Wer beim ersten - und besten - Song "Little Light" nicht zumindest einen kleinen Kloß im Hals oder feuchte Augen verspürt, der soll halt bei seinen Heavy-Metal-Dampframmen bleiben. Mit dem politischen "Letter from a friend", "Me and my mountain" und dem swingenden Abschluss "On the edge of nowhere" sind auf dem Album noch mindestens drei ähnliche starke Hochkaräter vertreten. Auch der Rest würde jedes andere Singer-/Songwriter-Werk zieren. Wären in diesem Jahr nicht schon Josh Rouse und die Go-Betweens mit Karriere-Highlights auf dem Markt, hätten Hobotalk mit "Notes on sunset" gute Chancen auf Platz eins meiner persönlichen Charts 2005. So bleiben - auch dank des feinen deutschen Labels Glitterhouse, das die Schotten wieder aus der Versenkung holte - elf pastell-zarte, so unaufdringliche wie meisterhafte Songs, die man auch in vielen Jahren noch gern hören wird.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Aufsteigender Fall..., 14. Juli 2006
es erinnert schon ein klein wenig an neil young's cover der lp old ways" wie marc pilley da auf dem einstiegs-image der hobotalk-website mit farmer-hut einen landweg entlangschlurft. und auch wenn hobotalk auf ihrem zweiten album notes on sunset" keinen streifzug in country-gefilde antreten wie vorab genannter meister, so sind es trotz alledem old ways", die marc pilley & co auf diesem album beschreiten. und das gleich mal mit sehr hörenswerten reminiszenzen an amerikanisch inspirierte folk-traditionen. dass hobotalk dabei weder aus lousiana, noch aus texas oder irgendeinem anderen urwüchsigen us-bundesstaat kommen, sondern aus schottland, verwundert heutzutage niemanden mehr. denn neben den schweden holen derzeit auch die briten als solche mächtig auf im americana-bereich. und da dürfen denn auch mal ein paar talentierte schotten am wegesrand sprießen. wobei das verb sprießen" nicht das geeignetste ist um marc pilley gerecht zu werden. immerhin ist der kein plötzlich aufgetauchtes singer/songwriter-phänomen, sondern vielmehr ein rückkehrer. pilley war nämlich schon längst auf den radarschirmen der majorlabels gelandet und selbst die ersten fesseln waren von virgin records bereits angelegt worden. jedoch mit der klaren zielrichtung den armen marc in einen zweiten david gray zu verwandeln. kurzerhand wurde der also kind of" entmündigt und sein sound mit allerlei pling-plang unterlegt. das führte in der summe dann zu ziemlich genau gar nichts, marc pilley wurde wieder auf die straße gesetzt und andere sternchen auf den teller der glitzer-glotzer-welt gesetzt.
es spricht für pilley, dass er nach dieser mit sicherheit sehr niederschlagenden erfahrung zurückgekehrt ist. ohne major label. dafür aber besser als je zuvor. und vor allem wieder ganz er selbst.
i wanted the vocals to sound like i was singin over the listeners shoulder", sagt marc über seine vorüberlegungen zu "notes on sunset". und holla die berge, das gelingt ihm. mit dem kleinen bonus-effekt, dass ihm auch der catchy-kreidekreis glückt: durch permanentes einflüstern hervorgerufene stete verweildauer in hirn und haut. was nicht heissen soll, dass hobotalk musik erschaffen, die einen gleich vom ersten moment an mitreisst, den refrain erfassen, die fenster weit aufreissen und in die welt hinuassingen lässt. es ist eher der prototypische sound zum sich hineinlegen. mit dem beständigen gefühl, dass da melodien von dauer sind, in die man sich gefahrenlos betten kann.
dabei ist marc besonders zu gute zu halten, dass er - wie allenfalls noch ein ryan adams - auf beiden großen singer/songwriter-instrumenten brillieren kann. akustik-guitarre (little light") wie auch piano (on the edge of nowhere") erschaffen wunderbar introspektive traumwelten. wobei gerade on the edge of nowhere" partielle erinnerungen an neil young's 'til the morning comes" hervorruft. wunderbare erinnerungen mit genug eigenständigkeit, um mit sicherheit nicht als plagiat durchzugehen.
fazit: eine platte, die von der kritik längst geliebt, von der halbwegs breiten öffentlichkeit aber wohl mal wieder unbeachtet bleiben wird. nun, da es hier bei kontrastradio weder punkte noch sternchen zu verteilen gibt, bleiben uns nur kaufempfehlungen. hier ist so eine: kaufen. sofort.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine schöne Erinnerung ..., 22. Januar 2006
... und zwar an die tolle irische Gruppe The Prayer Boat, die anno 2001 ihr bis dato einziges Album namens "Polichinelle" herausgebracht haben. Was für mich diesen Vergleich so besonders macht ist die Tatsache, dass Polichinelle eines der unglaublichsten Alben hinsichtlich musikalischer Klasse und vertonter Lyrik ist. Vom Opener 'Little light' weg, maß ich "Notes on sunset" also mit einem unverhältnismäßig schweren Gegengewicht.Aber nun zu Hobotalks Werk: ihre Musik bringt alle Vorraussetzungen mit, um sich im melancholischen Sektor des alternativen Markts neben fixen Größen wie Midnight Choir, The Walkabouts, Washington oder eben den angesprochenen Prayer Boat zu etablieren. Dies wird vor allen Dingen in den ersten beiden Songs des Albums eindrucksvoll verdeutlicht. 'Half your life away' schafft es ebenso wie 'Little light' perfekt, den Weg von einer einschlägigen Strophe, über einen spannungserzeugenden Pre-Chorus, bis hin zu einem aussagekräftigen Chorus zu finden. Ein Phänomen, dass man leider bei den übrigen 9 Songs des Albums vermisst, was deren Qualität dadurch aber keineswegs schmälert; sie sind nur anders angelegt. So fällt ein Song wie 'In the arms of love' als minimalistisch instrumentierte Ballade aus, 'Life amongst these graves' hingegen als rythmisch betonter, leicht groovende Mid-Tempo Nummer. Highlight in diesem Teil des Albums ist mit Sicherheit 'Who are you now', alleine das Schlusslied 'On the edge of nowhere' will mit seiner komplett anderen Instrumentierung (Klavier statt Gitarre) und Stimmung (eindeutig Dur) nicht so recht zum Rest des Albums passen. Hobotalk gelten aufgrund von "Notes on sunset" als eine ganz große Entdeckung des Jahres 2005 und sie werden - was natürlich meine subjektive Meinung ist - ihren Vorschusslorbeeren gerecht. Darum eine ganz klare Empfehlung!
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