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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eigentlich top aber...., 1. April 2006
Ich habe als "Morrowind-Geschädigter" sehr lange sowie sehnsüchtig auf dieses Spiel gewartet. Die Erwartungen sind angestachelt von den überall zu bewundernden Screenshots ins Unermessliche gestiegen und wurden in fast allen wichtigen Spieldestails auch erfüllt. Warum dann aber nur drei Sterne? Dazu komme ich gleich. Zuerst die fällige Lobrede, die sich dieses Spiel wirklich verdient hat. 1. Die Grafik: Meine Güte, sieht das Dingen gut aus. Mit einer 7800 GS und A64 3500+ samt 2GB RAM kommt man zwar nicht in den Genuß der vollen Schattendetails aber das tut dem optischen Overkill keinerlei Abruch. Noch nie bin ich zuvor in einem Computerspiel durch fast schon photorealistische Wiesen und Wälder gelaufen. Habe sehenswerte Ruinen und Tempel bewundert, die von der Abendsonne beschienen in einem lauschigen Tal lagen und zur genreüblichen Erforschung lockten. Vor lauter Staunen vergißt man glatt, daß da auch gefährliche Gegner im Unterholz lauern, die einem an das virtuelle Leben wollen. Mehr muß man nicht sagen, etwas besseres habe ich in dieser Hinsicht bis dato noch nie gesehen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Vor allem den Höhlen und den Minen merkt man nach dem dritten dunklen Gang und der zweiten felsigen Kammer ihre Herkunft aus dem Baukastensystem an. Die sehen alle ziemlich gleich aus aber hey, daß sind schließlich auch Höhlen, da erwartet man keine preisverdächtigen architektonischen Wunderwerke.2. Die Story und Missionen Was haben sich die Entwickler bei Bethesda da für eine Mühe gegeben. Ich habe bisher die Hauptquest noch nicht sehr weit verfolgt, was einfach daran liegt, dass man praktisch alle zwei Minuten auf etwas anderes trifft, das erforscht oder erledigt werden will. Hier eine Ruine am Wegesrand, da ein Diebeslager dort eine Höhle.In den zahlreichen Stätdten schnappt man Gerüchte auf, die wiederum zu Nebenquests führen und auch hier geht es dann Schlag auf Schlag. Beispiel gefällig? In der Schänke höre ich, wie sich zwei Gäste unterhalten, dass eine Frau ihren Ehemann vemisst. Hurtig nachgefragt und der verzweifelten Gattin einen Besuch abgestattet. Es stellt sich heraus, dass der Verschwundene ein Künstler ist, der unglaublich realistische Bilder malt und sich in seinem Arbeitszimmer buchstäblich in Luft aufgelöst hat. Man ahnt es schon, die Gemälde sind nicht ohne Grund so wirklichkeitsgetreu. Durch eines können wir sogar hindurch gehen als wäre es ein Tor in die Dimension der gemalten Welten. Und wen treffen wir auf der anderen Seite.... Auch hier kann ich nur sagen, so viel Phanatasie, Abwechslung und gute Laune hat bisher noch kein anderes Spiel verbreitet. Man könnte jetzt bei den ersten beiden Punkten eine endlose Ode der Freude singen, endlich mal wieder so richtig viel Spiel fürs Geld. Aber wo Licht ist gibt es auch Schatten und zwar merkt man dies erst im Laufe des Spiels. Die ungezählten Möglichkeiten des Spiels (schon bei der Charaktererstellung gibt es mehere Schieberegeler allein für die Form der Nase!!!!) und die beinahe grenzenlose Freiheit des Spielers scheint an anderer Seite ihren Tribut zu fordern. Ich habe mittlerweile Level 16 erreicht und bin damit nicht mehr ganz schwach auf der Brust. Das wirkt sich allerdings nicht aufs Spiel aus. Ich könnte genausogut auch auf Level 1 stehen bleiben, ohne das sich der Spielablauf groß ändern würde. Das liegt daran, dass das Spiel die Umgebung und die Gegner dem Spielerlevel immer wieder anpasst. Das hat wiederum zur Folge, dass man zwar nicht irgendwann auf feindliche Kümmerlinge trifft, die einen nur aufhalten, es bewirkt auch, dass man sich das Aufleveln des Charakters sparen kann, die Feinde sind ja immer schön angepasst. Die rollenspielbekannte Situation "Der Boß-Gegener" ist noch zu stark, ich gehe erstmal woanders Stunk machen und komme später mit mehr Power wieder, ist in diesem Fall ein Schlag ins Wasser. Der Endgegner ist einfach ebenfalls stärker geworden, so dass man sich spätere Versuche schlicht sparen kann. Das ödet im Laufe des Spiels schon ziemlich an. Hinzu kommt die Steureung. Nahkämpfe und die lieben Gegner. Gut, man hat jetzt mehr Steuerungsmöglichkeiten, wie starker Angriff, Standardangriff usw..., das ist zwar löblich, nur bringen tut es in der Praxis nicht besonders viel. Die Gegner sind meist unglaublich fix und hüpfen dreist um den eigenen Recken herum, während der gerade eine starke Attacke starten will. Da man dazu die Maustaste gedrückt halten muss, ist der Feind schon meterweit davongehopst, wenn der grobe Schlag erfolgt, der dann meist nur noch die unschuldige Vegetation traktiert. Das Gegner 20 Blitze schleudern, 3 Zombis beschwören und nebenbei wie ein gewisser kleiner Jedimeister aus Star Wars herumwuseln und ein scharfes Messer schwingen, drückt auch ein wenig auf die Spielerlaune. Vor allem da keine Aussicht auf Besserung der Situation besteht. Das ist dann auch der Knackpunkt. Die Motivation rauscht heftig in den Keller, wenn man als Spieler merkt, dass alle Anstrengungen, die man unternimmt, so gut wie keine Geige spielen, weil alles so schön angepasst wird. Hier endet mein kleiner Exkurs in Sachen Megarollenspiel. Mein Fazit: Bombastisch in fast jeder Hinsicht aber die Spielmechanik in Kombination mit der unnötig komplizierten Steuerung nervt unendlich, da fallen so Kleinigkeiten, wie die grottenschlecht ins Deutsche übersetzten Texte oder aber die umständliche Inventarnavigation gar nicht mehr ins Gewicht.
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