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Faustrecht der Freiheit
 
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Faustrecht der Freiheit

DVD ~ Peter Chatel
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Produktinformation

  • Darsteller: Peter Chatel, Karlheinz Böhm
  • Regisseur(e): Rainer Werner Fassbinder
  • Komponist: Peer Raben
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Kinowelt GmbH
  • Erscheinungstermin: 5. Juli 2005
  • Produktionsjahr: 1975
  • Spieldauer: 118 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0009KMHG6
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 20.307 in DVD & Blu-ray (Die Bestseller DVD & Blu-ray)

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Der arbeitslose Schausteller Franz Biberkopf schlägt sich als Gelegenheits-Stricher durch und glaubt fest an einen Lottogewinn. Als er tatsächlich eines Tages mit einer halben Million gesegnet wird, hofft er auf Anerkennung in den besseren (Schwulen-)Kreisen. Er verliebt sich in den bankrotten Unternehmersohn Eugen, der Franz überredet, Geld in die Druckerei seiner Eltern zu investieren. Doch die Klassenunterschiede sind für Franz nicht zu überwinden - und es zeigt sich, dass Eugen tatsächlich nur an seinem Geld interessiert ist.

Produktbeschreibungen

Der arbeitslose Franz Biberkopf schlgt sich als Gelegenheits-Stricher durch. Als er beim Lotto eine halbe Million gewinnt, erhofft er sich durch den neu erworbenen Reichtum Anerkennung in den gehobenen Schwulenkreisen. Er verliebt sich unsterblich in den bankrotten Unternehmersohn Eugen, der sich von ihm aushalten lsst und Franz berredet, Geld in die marode Druckerei seiner Eltern zu investieren. Eugen lehrt ihn standesgeme Umgangsformen und verspricht, ihn in die kultivierte Welt einzufhren. Doch bald muss Franz erfahren, dass der Klassenunterschied unberwindbar ist. Kaum ist das Geld aufgebraucht, ist Eugen nicht weiter an einer Beziehung interessiert...

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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Über die Ausbeutung und die Sehnsucht nach Liebe, 18. März 2008
FAUSTRECHT DER FREIHEIT gilt als schwächerer Fassbinder, für mich völlig unverständlich. Waren viele seiner Filme ihrer Zeit voraus, ist seine Sicht auf Beziehungen und Gesellschaft in FAUSTRECHT aktueller denn je. FAUSTRECHT DER FREIHEIT ist darüber hinaus erstaunlich temporeich, beinahe leicht und - besonders in der ersten Hälfte - äußerst komisch.
Der Film erzählt von Fox (Fassbinder spielt selbst), einer Jahrmarkts-Attraktion ("Fox, der sprechende Kopf"), der durch einen Lottogewinn zum wohlhabenden Mann wird. Er findet in Eugen (Peter Chatel) einen Lebensgefährten sowie umgehend Zugang zum schwulen Bildungsbürger-Milieu. Fox weiß um seine Außenseiter-Position, aber er möchte dazu gehören und - vor allem - geliebt werden. Doch alle wollen nur sein Geld, und Fox lässt sich darauf ein. Immer wieder wird er gedemütigt und betrogen. Die ach so feinen und gebildeten Freunde (u.a. Karlheinz Böhm als geschniegelter Antiquitätenhändler), inklusive dem berechnenden Eugen, treiben ihn in Abhängigkeit und Depression. Ist Fox zunächst ein von sich selbst überzeugter Prolet, der sein Anderssein stolz zur Schau trägt, wird er bald zu einer jämmerlichen Gestalt ohne Hoffnung oder Zukunft. Ins alte Milieu kann er nicht zurück, das Neue bietet nur weitere Demütigung. Das Ende des Films ist gleichermaßen zynisch wie tragisch, eine bittere Abrechnung mit der Ausbeutungs-Mentalität der Gesellschaft. Und dass die letzte Szene ausgerechnet in der U-Bahn-Station und mit Minderjährigen spielt, sollte uns allen im Jahr 2008 einen Schock versetzen und nachdenklich machen. Hier offenbart sich wieder einmal Fassbinder als Visionär.
Viele haben Fassbinder vorgeworfen, er würde in der zweiten Hälfte des Films das Selbstmitleid zelebrieren, natürlich auch wegen der Entscheidung, die Rolle des ausgebeuteten und von allen im Stich gelassenen Fox selbst zu spielen. Möglicherweise war tatsächlich auch Eitelkeit im Spiel, aber wer wollte das Fassbinder vorwerfen? Er füllt die Rolle des Fox hervorragend aus, und sein Selbstmitleid ist durchaus selbstironisch und selbstkritisch. Zum Ausbeuten gehören immer Zwei. Fassbinders Darstellung der schwulen Münchner Bildungsschicht wurde ihm - gerade von eben jener - ebenfalls sehr übel genommen, und man versteht schnell, warum. In der heutigen Zeit der Political Correctness wäre eine solche Darstellung unmöglich. Wie so oft bei Fassbinder scheinen die Charaktere stereotyp zu sein - sie sind hingegen bei genauer Betrachtung absolut authentisch. Und niemand lässt sich gern den Spiegel vorhalten. Viel interessanter ist die Betrachtung, dass sich die Ausbeuter von FAUSTRECHT in die lange Reihe von Ausbeutern einreihen, die Fassbinders Helden seit jeher gequält haben. Dass sie hier schwul sind (womit übrigens keine der Figuren ein Problem hat, was absolut erstaunlich ist für einen Film der 70er) bedeutet lediglich, dass für Fassbinder deutsche Biederkeit und Heuchelei keinerlei gesellschaftlichen oder geschlechtlichen Unterschiede kennen. Die Hölle des Spießertums ist universell.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Nach "Angst essen Seele auf" für mich der beste Fassbinder Film! , 21. Mai 2007
Die Film dreht sich um das Leben des schwulen Jahrmartgaukler Fox der in der Lotterie eine Million Mark gewinnt und dadurch in die "bessen" schwule Kreise gerät. Dort lernter dann auch seinen Freund, einen schnöseligen, arroganten Unternehmerssohn namens Eugen, kennen.

Durch geschickte Manipulation gelingt es Eugen dem eher einfach gestrickten Fox nach und nach fast das gesammte Vermögen aus der Tasche zu ziehen. Eigentumswohnung, teure Antiquitäten, neues Auto, Reisen. Am Ende hilfte Fox Eugens Vater durch eine beträchtliche Finanzspritze seine marode Firma vor dem Bankrott zu retten. Der Klassenunterschied bleibt dennoch unüberwindbar. Als das Geld aufgebraucht ist wird Fox vor die Tür gesetzt. Offiziell ist nicht er der Eigentümer der Wohnung sondern sein Geliebter. Das Symbolische Ende des Films ist ein Schlag ins Gesicht der Oberflächlichkeit und Verlogenheit die und tagtäglich durch die vermeindlich bessere Gesellschaft interpretiert wird.


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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erlösung auf fassbinderianisch, 5. September 2005
Erlösung, ein immer wieder kehrendes Motiv im Werke von Fassbinder, in vielen Facetten vorkommend. In "Faustrecht der Freiheit" wird einmal ausgelotet, ob ein Lottogewinn zur Erlösung, eigentlich ein religiöses Motiv, beitragen kann. Schaut man das Ergebnis, muss man wohl feststellen, dass auch ein Gewinn kein Garant des Glückes sein kann. Nicht gerade eine neue Erkenntnis, die Bildzeitung berichtet regelmässig von denen, welche, in der Manier des "Hans im Glück", ein Goldstück letztlich in einen Stein zu verwandeln wissen. Fassbinder siedelt sein Drama in der Schwulenszene an, was aber nicht weiter von Bedeutung ist. Die Mechanismen, die er zeigt, sind über alle Geschlechtsvorlieben erhaben. Eigentlich ein einfach strukturierter Film, der aber, wie schafft das Fassbinder nur immer wieder, einen leicht in den Bann nimmt. Ähnlich Märchen, welche auch zumeist nach einem Grundprinzip funktionieren, hat es Fassbinder offenbar immer wieder vortrefflich verstanden, einem Baukastenprinzip gleich, funktionierende Versatzstücke aneinander zu bauen. Er war vor allem ein Meister darin, Abhängigkeitsverhältnisse fesselnd darzustellen. Da wusste er, meines Erachtens, weit mehr zu überzeugen als mit seinen politischen Statements. Ich persönlich zähle "Faustrecht der Freiheit" zu den faszinierendsten Filmen des längst verstorbenen Regisseurs. Einzig "Warum läuft Herr R. Amok" war ähnlich intensiv für mich.
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