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58 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Serie im Umbruch - Riesen-Storyline über 24 Episoden, 11. Juli 2005
Zur dritten Season (2003/04) wurde die noch junge Serie nach anhaltend schwachen Quoten im großen Stil umgekrempelt. Symbolisch für die Neuausrichtung der Serie wurde aus dem Serientitel „Enterprise" nun doch „Star Trek - Enterprise", der Vorspann-Song aufgepeppt und ein paar Details wie T'Pols Äußeres mit spitzeren Augenbrauen, neuem Dress und neuer Frisur geändert. Vor allem aber wurden die Drehbücher weniger charakter- und deutlich stärker handlungsorientiert, düsterer und ernster. Das komplette dritte Spieljahr steht im Zeichen des durch die Anschläge vom 9.11.2001 inspirierten Konflikts mit den Xindi, der im Cliffhanger zu Ende von Season 2 eingeläutet wurde, als eine mächtige Waffe dieser Aliens die Erde angreift, von Florida bis Venezuela eine Schneise der Verwüstung hinterlässt und 7 Millionen Menschen tötet. Die Enterprise, aufgerüstet u.a. mit neuen Waffen und einem Team aus Militärpersonal, den MACO (Military Assault Command Operation soldiers) startet auf ihre bislang mysteriöseste Mission in die gigantische delphische Ausdehnung. Die Mission: Kontakt mit den Xindi aufnehmen und deren Bau einer Superwaffe, die die Erde zerstören soll, um jeden Preis verhindern. Dazu bilden alle 24 Episoden der 3. Season einen einzigen, gigantischen Handlungsfaden mit stetigen Entwicklungen und überraschenden Zusammenhängen, Höhepunkten und Wendungen, ähnlich wie im Dominion-Konflikt zum Ende von Deep Space Nine, aber noch kohärenter und konsequenter, ohne in nur einer Episode von der spannenden Gesamtstory loszulassen. Mit den Xindi präsentiert Star Trek ein tolles Konzept: Verschiedene Rassen haben sich gemeinsam auf einem Planeten entwickelt: die humanoiden Primaten, die zurückhaltenden Baumbewohner, die aggressiven Reptilianer sowie die sehr fremdartigen Insektoiden und die im Wasser lebenden Aquarianer, während die fliegenden Avianer die Zerstörung der Xindi-Heimatwelt nicht überlebten. Aus eben dieser einstigen Katastrophe leitet sich die Bedrohung für die Menschheit ab. Denn den Xindi wurde ihre Missgunst gegenüber den Menschen von transdimensionalen Wesen beigebracht, die sie nach der Zerstörung ihres Planten in neue Heimatwelten geführt hatten. In 400 Jahren sollen die Menschen die Xindi angeblich ausrotten, heißt es. In Wirklichkeit verfolgen sie jedoch sehr egoistische Ziele und wollen die Zukunft, in die sie bereits sehen können, manipulieren. Die Enterprise-Crew enthüllt nach und nach das wahre Wesen der geheimnisvollen, planetengroßen Sphären, die über die delphische Ausdehnung verteilt sind und die physikalischen Gesetzte offenbar außer Kraft setzen. Schritt für Schritt wird das Geheimnis enthüllt und wahrlich große Zusammenhänge aufgedeckt, wobei auch der „Temporal Cold War" - seit Season 1 immer wieder ein Thema - mitmischt, wenn der geheimnisvolle Agent Daniels z.B. in CARPENTER STREET Archer und T'Pol hilft, ins Detroit des Jahres 2004 zu reisen, um ein paar Reptilianer daran zu hindern, das Schicksal der Menschheit 150 Jahre in deren Vergangenheit zu besiegeln, oder Daniels in AZATI PRIME die Pläne besagter transdimensionaler Wesen enthüllt. Captain Archer setzt ein großes Puzzle zusammen und versucht, den Xindi-Rat und vor allem den Primaten Degra, zu dem er Vertrauen aufbauen kann, mit Fakten von einer gewaltigen Täuschung zu überzeugen. Nach einer gigantischen Schnitzeljagd durch die Ausdehnung und der unermüdlichen Suche nach dem Ort der Superwaffe mit dem kreativen Höhepunkt STRATEGEM, als Archer den seines Gedächtnisses beraubten Degra in einem simulierten Shuttleflug genial austrickst, bedeutet AZATI PRIME zugleich Wendepunkt und Einleitung einer ganzen Reihe monumentaler Höhepunkte. Es kommt zu großen Weltraumschlachten und in ZERO HOUR schließlich zum spektakulären Action-Showdown mit dicker Überraschung zum Schluss der Season, wenn sich die Enterprise und Archer plötzlich in einem von Nazis besetzen San Francisco des 20. Jahrhunderts wieder finden... Ein paar Konzepte wie die genetische Mutation von Archer, Reed und Hoshi in EXTINCTION (siehe TNG: „Identity Crisis") oder Phlox' Halluzinationen, während er mit der Crew in Stasis vier Tage alleine auf der Enterprise bei Bewusstsein bleibt (siehe VOY: „One") sind zwar nicht ganz neu, aber mit frischen Ideen versehen. Typisch für Star Trek geht es in SIMILITUDE um Ethikfragen, als nur die Züchtung eines empfindungsfähigen Klons von Trip mit seinen Organen dessen Leben retten kann. Mit Gewissenskonflikten kämpft auch ein wie besessen wirkender Archer in ANOMALY, als er sich zu allen Mitteln bereit zeigt, um Informationen zu erhalten und in DAMAGE sogar ein Schiff überfällt, um dessen Warpkern zu rauben, ohne den die Mission der Enterprise zum Scheitern verurteilt und die Erde dem Untergang geweiht wäre - wohl bemerkt vor der Zeit der „Obersten Direktive". Weitere Highlights sind das gruselig schockende IMPULSE mit einem schwer beschädigten Vulkanierschiff, dessen Besatzung zu Zombie-artigen Monstern mutiert ist, was über diese Folge hinaus zu sonderbaren Verhaltensänderungen bei T'Pol führt, oder CHOSEN REALM, das sich um ein Volk von Sphären-Verehrens und deren religiösen Extremismus dreht. Packende temporale Paradoxa gibt es in TWILIGHT, das Archer und T'Pol als Aussiedler auf einem Planeten zeigt, nachdem die Enterprise es nicht geschafft hat, die Zerstörung der Erde zu verhindern, und in E², als Archer & Co. einer anderen Enterprise aus einer anderen Realität begegnen, die auf ihrer Mission 117 Jahre in die Vergangenheit geschleudert wurde. Auch diese Stories gehen über „Was-wäre-wenn"-Szenarien hinaus und leisten in ihrem Ausgang einen Beitrag zur Gesamthandlung. HARBINGER enthält übrigens die erste Nackt-Szene Star Treks mit sexuellem Bezug - ein Höhepunkt in der latent knisternden Atmosphäre zwischen T'Pol und Trip - und wurde ganz der Vorliebe amerikanischer Sittenhüter entsprechend zensiert. Ein besonderer Leckerbissen ist zudem NORTH STAR: auf einem Planeten mitten in der Ausdehnung leben 6000 Menschen, die vor 300 Jahren aus dem „Wilden Westen" der USA hierher entführt wurden und genau so immer noch leben, mitsamt einem düsteren Geheimnis - eine tolle Parallelwelten-Episode in der Tradition von „Spectre of the Gun" (TOS) und „A Handful of Datas" (TNG).Auch wenn der Xindi-Konflikt Spannung pur bietet - cineastische Action gepaart mit Star Treks genial ausgetüfteltem Tiefgang hinter jeder Handlung - so brachte auch die offensive Season 3 nicht die erhoffte Wende in der Zuschauergunst, vielleicht weil es so problematisch war, beim Verpassen einzelner Folgen am Ball zu bleiben - natürlich kein Problem mehr beim DVD-Boxset. Wie sich die Dinge manchmal gleichen - ebenso wie die Orginalserie in den 60ern in deren 2. Season, so stand „Star Trek - Enterprise" während der 3. Staffel auf der Kippe. Gerüchte, der Paramount-Sender UPN wolle die Produktion nach der Staffel einstellen, führten schnell zu großen Briefkampagnen ambitionierter Fans; auch hier die Parallele zu früher: am 20.Mai 2004 kam die Nachricht, dass es auch ein viertes Jahr geben werde. Gerüchte, wonach im Frühjahr 2004 bereits ein alternatives Ende für die Season gedreht wurde, in dem Archer sterben würde, wurden von Bakula dementiert.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannung pur, 14. November 2005
Von Ein Kunde
Es gibt viele Trekkis, die diese Staffel in der Luft zerrissen haben. Viel bemühter negativer Kritikpunkt war vor allem das angeblich nicht gerade Star Trek Verhalten von Captain Archer. Verstehen kann ich diese Kritik gerade vor dem Hintergrund nicht, dass wir zeitlich hier noch vor der originalen Star Trek Serie mit Kirk & Co. angesiedelt sind. Bei Kirk hat sich an dessen Mißachtung der ersten Direktive irgendwie niemand gestoßen. Dabei war sie zumindest in dieser Serie bereits existent. Captain Archer braucht sich daran nicht zu halten, denn hier existiert dieser Aspekt noch gar nicht. Dass deshalb der moralische Aspekt zu kurz kommen würde, kann ich nicht behaupten. Diskutiert wird natürlich über diverse Handlungsweisen, die nicht den moralischen Vorstellungen entpsrechen und auch Archer ist sich durchaus bewußt, dass er hier gegen Grundlegendes verstoßen hat. Das Element des Handlungsbogens stieß auch auf herbe Kritik, wobei auch hier zu sagen ist, dass DS9 einen Handlungsbogen hatte und diese Erzählstruktur damals komischerweise von allen als positiv befunden wurde. Es ist wohl eher so, dass Enterprise einer bestimmten Gruppe an Zuschauern nichts richtig machen konnte. Mit objektiver Kritik hatte das dann nichts zu tun. Die Qualität der Episoden liegen natürlich im Auge des Betrachters, doch ein wenig fairer hätte man mit dieser Serie wirklich umgehen können. Was Enterprise von allen anderen Star Trek Reihen hervorhebt, ist vor allem die enorme technische Qualität. Die Kameraführung, Tricktechnik und vor allem die Musik haben Kinoqualität. Die Figuren sind ausgereifter und kantiger als die der anderen Star Trek Serien. Die düstere Story der 3. Staffel mag vielleicht untypisch sein, aber meiner Meinung passt sie dennoch. Wie gesagt, befinden wir uns in einer Zeit nach einem großen Krieg und noch vor der Zeit der Föderation. Es ist gut, dass man nicht dem bisherigen Erfolgsschema folgen wollte, sondern einmal Neues ausprobiert hat. Denn den Fehler, nur in Altgewohntem zu wandeln, hat man schon bei Voyager getan. Meiner Meinung nach ist die dritte Season von Enterprise wirklich mehr als empfehlenswert. Sie ist durch den großen Handlungsbogen unglaublich spannend. Es ist schade, dass dies von vielen Fans nicht aktzeptiert werden konnte und man diese Serie so auch kaputt geredet hat.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
überzeugende dritte Staffel...., 18. November 2005
die dritte Staffel um die Crew von Capt. Archer hat mich sehr beeindruckt. Wie in DS9 wurde hier eine durchgehende Story um den Konflikt mit den Xindi erzählt der spannender nicht hätte sein können. Kaum eine Folge in der die Enterprise nicht in Raumkämpfe verwickelt wurde, was grosse Spuren hinterließ, und die ab etwa der Hälfte der dritten Staffel nur noch teilweise funktionierend durch das All "humpelte". Hier gab es auch wohl eine der umstrittendsten Entscheidungen Capt. Archer's: Durch eine irreparabel beschädigte Warpspule war eine Fortbewegung mit Warpgeschwindigkeit nicht mehr möglich und daraus resultierend hätte die Mission, die Erde vor der Vernichtung durch die Xindi zu retten, nicht mehr fortgeführt werden können, deshalb entschied Capt. Archer ein fremdes unschuldiges Schiff in bester Piratenmanier zu überfallen und deren Warpspule zu stehlen, deren Crew leider dadurch verdammt wurde ihre Heimaltwelt mit Impulsgeschwindigkeit anzufliegen, was ganze drei Jahre dauert, unter Warp wäre dies in drei Tagen erledigt gewesen. Immerhin lies er genügend Lebensmittel und Verbrauchsgüter für diese Zeit an Bord des fremden Schiffes bringen. Obwohl es nicht im Sinne der Sternenflotte war, musste Archer eine Entscheidung treffen und er entschied sich für das Überleben seiner unserer Spezies, uns Menschen. Es gibt noch mehr kritische Stimmen zu den Entscheidungen Capt. Archer's, die für viele nicht so recht in das Star Trek Universum passen, die für mich jedoch auf die Situation bezogen nachvollziehbar waren. Schliesslich waren die Menschen ja im Grunde immer noch am Anfang ihrer Aktivitäten im Weltraum. So ist es für mich nach der turbolenten Geschichte der Menschheit inklusive einem dritten Weltkrieg nur logisch, das der erste Star Trek Captain einer Enterprise noch mit ganz anderen Gefühlen an Urteilsfindungen herangeht als seine Kollegen weit über hundert Jahre später, die durch eine bereits bestehende Förderation mit ganz anderen Wertvorstellungen aufwuchsen und deren Doktrinen sich dadurch auch komplett unterschieden. Ich bin jedenfalls sehr traurig über das sehr frühe Absetzen dieser Serie bereits nach der 4. Staffel. Captain Archer und seine Crew ähnelte uns viel mehr als es alle anderen Enterprise-Besatzungen danach.
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