Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
hier geht es nicht ums Wachrütteln..., 10. Februar 2006
Von Ein Kunde
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Warum es allerdings zeitverschwenderisch sein sollte, sich seine Gedanken über ein Thema wie Kapitalismus oder soziale Ungerechtigkeiten zu machen, das müsste man mir mal genauer erklären. Und dass ein Mercedes, eine Berghütte oder gar Verständnis (man stelle sich das mal vor!) schon als Klischees abgetan werden (wie es in einer der vorherigen Rezensionen heißt), stimmt mich sehr nachdenklich. Wer solche Dinge sagt oder schreibt, dem merkt man an, dass er nur die eine Seite der Medaille kennt. Um wirkliche sozialen Ungerechtigkeiten zu erleben, müsste man eben mal über den Tellerrand hinausschauen, das heißt raus aus seinem sicheren Zuhause in die weite Welt. Dann muss man sich vielleicht auch nicht mehr für solche "dummen Gedanken" rechtfertigen, die unser gesellschaftliches System anbelangen. Ich denke, dass es in diesem Film nicht um irgendwelche Methoden zur Weltverbesserung geht, es geht auch nicht darum, die Hauptdarsteller mit historischen Revolutionären zu vergleichen oder zwichen Gut und Böse zu unterscheiden. Es geht meiner Meinung nach einzig und allein darum, zu überlegen, ob die Welt, auf die wir zusteuern, wirklich so schön sein wird wie wir uns das vorstellen. Ich finde, dass die Darsteller mit ihren Ansichten und Ideologien sehr überzeugend wirken und halte auch ihre Methoden für nicht so weithergeholt. Zumindest handeln sie nach ihren eigenen Prinzipien, zum Revolutionär wird man ohnehin nicht von einem Tag auf den anderen....
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30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine ganz andere Geschichte als 'Hair', aber gut., 28. September 2006
Ich fange mal direkt ohne Einleitung an zu schreiben:
Viele der anderen Rezesionen kritisieren, das der Film eine erneute 60er Jahre Bewegung darstellen soll und das sich das doch langsam aendern soll.
Ich habe den Film nicht als Aufforderung zu einer zweiten 'Hippie-Bewegung' aufgefasst, sondern eher als einen Apell an unser Gewissen. Ich denke der Film sollte hauptsaechlich zum Nachdenken anregen und noch besser zu darauffolgenden Taten.
Die Geschichte, die hier ja nun schon einige Male erlaeutert wurde ist gut durchdacht, interessant und ungewoehnlich.
Ich kann nicht sagen, das ich sie zwischendurch langweilig fand, es war eben kein amerikanischer Actionfilm, sondern ein Film fuer die Nachdenklichen unter uns.
Die drei Hauptfiguren haben Ideale und stehen ihren Mann/ ihre Frau in der heutigen Welt, in der scheinbar jeder eine vollstaendige Ignoranz gegenueber dem anderen entwickelt hat. Sie versuchen auszubrechen, aus dem oft egoistischen Alltag des 21. Jahrhunderts und stellen fest, das es kaum noch moeglich ist in dieser Zeit wirklich etwas zu veraendern.
In einem Gespraech sagt Jule, das einfach alles schon einmal da gewesen ist. Die sechziger Jahre mit ihren Rebellen, Demonstrationen fuer und gegen alle moeglichen Dinge und das es so scheint, als wuerde heute all dies nur noch kopiert werden (wie das es Trend ist Chee Guevara- T-Shirts zu tragen) und gleichzeitig, als wuerde nichts mehr zu etwas fuehren.
Eine Loesung zu diesem Problem finden die drei nicht, aber vielleicht ist das auch gar nicht notwendig. Vielleicht reicht es, wenn sie (mit diesem Film) ein paar Menschen zum Nachdenken angeregt haben.
Darueber, das es nicht selbstverstaendlich ist arm oder reich zu sein und das man nicht nur fuer sich selbst leben sollte.
In jedem Fall kann es niemandem schaden, sich diesen Film angesehen zu haben. Besonders nicht denen, die sich viele Gedanken machen.
Ueber alles.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Hauch von Revolution, 30. September 2005
Wenn man dem Film "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner Glauben schenken will, gibt es sie doch noch, die unzufriedene Jugend, die nicht alles hinnimmt und schon gar nicht die Reaktionäre von gestern für Morgen favorisiert. Sie ziehen los und räumen ihre Welt jede Nacht eigenhändig um, denn ein anderer macht dass ja nicht für sie und sie wollen der reichen und satten Welt zeigen, dass es sie gibt. Der Plot, wie immer kurz von Prisma-Online:
Jan (Daniel Brühl) und Peter (Stipe Erceg) sind die besten Freunde. Ihren jugendlichen Zorn über soziale Missverhältnisse tun sie dadurch Kund, indem sie in Villen einbrechen und dort für Chaos sorgen. Allerdings lassen sie nichts mitgehen. Als Peter in Barcelona ist, bittet seine Freundin Jule Jan darum, mit ihr eine nächtliche Aktion durchzuführen. Ihr Ziel: Die Villa eines reichen Kerls, dem Jule nach einem Unfall viel Geld schuldet. Doch dann kommt der Villenbesitzer überraschend nach Hause und man sieht nur eine Möglichkeit: der Kerl muss entführt werden. Dann entpuppt sich das Opfer als ehemaliger 68er...
Sie wollen keinen verletzen und keinen bestehlen, sondern einfach ein paar phantasievolle Zeichen setzen. Sie brechen "nur" in die Wohnungen der Reichen ein, stapeln dort die Möbel und hinterlassen dort auch sonst nur ein völliges Chaos. Wenn Peter das nicht so eng sieht und eine teure Uhr mitgehen lässt, rastet Jan dann auch sehr gepflegt aus und macht ihn rund dafür, denn Jan geht's ums Prinzip. Als dann Peters Freundin Jule (Julia Jentsch) ein Opfer des Systems wird, Wohnung und Arbeit verliert, steigt auch sie euphorisch mit Jan in die nächtlichen Machenschaften ihres Freundes mit ein, weil Peter gerade in Barcelona Partys feiert. Als sie dann von dem 68er erwischt werden und ihn entführen müssen, kommt es zu einem pseudorevolutionären aber interessanten Austausch zweier Generationen von Revoluzzern und als die Rede dann auch noch auf die freie Liebe der 68er kommt, freundet man sich an. Da aber zwei junge Männer und eine junge Frau schon unter normalen Bedingungen eine hochexplosive Mischung sind, kommt es unter solchen extremen Bedingungen schließlich zum Tanz der Gefühle, zum Eklat und zu einem ziemlich überraschenden Ende des Films. Eigentlich hat mich ja mein junger, halb so alter Freund ChrisFargo ja vor diesem Film gewarnt, weil er meinte, ich wäre zu alt und würde den Film nicht verstehen. Er hat Recht, ich bin für so ziemlich alles zu alt, aber der Film gefällt mir. Schon Daniel Brühl ist hier um Längen besser, als in der DDR-Schmonzette "Good Bye Lenin". Schon allein die Vorstellung, dass es junge Menschen geben könnte, die etwas anderes tun, als ihren, relativ unmotivierten Hass und die völlige Unzufriedenheit mit ihrem Leben mit reaktionären Sprüchen ins Internet zu kotzen und ihre Probleme selbst bewältigen, gefällt mir so, das der Film 10/10 von mir als Wertung erhält und ich sogar einen Kaufbefehl an meine Leser abgebe.
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