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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Brit-Pop"-Meisterwerk mit starken Soul- und Folkanleihen, 4. März 2006
Mir fällt es wirklich schwer, meine Begeisterung für diese CD im Zaum zu halten, aber ich werde es für diese Rezension versuchen.Diese dritte CD der Band 'Elbow' ist eine sprunghafte Steigerung gegenüber den beiden Vorgängeralben und hat mich äußerst positiv überrascht. Zwar hatten sie schon vor diesem genialen Coup interessante und schöne Songs anzubieten, aber hier merkt man zum ersten Mal, dass die Band bei sich selbst angekommen ist und die songwriterischen Fähigkeiten endgültig komplettiert wurden, um diese Meisterwerk vollbringen zu können, gerade weil die Band eben NICHT wie die typische Brit-Pop Band klingt, sondern auch interssante Einflüsse aus anderen Bereichen aufnimmt, wie zum Beispiel Latein-Amerikanische Rhythmik ("Mexican Standoff"), die für diese Musikgattung eher ungewöhnlich ist. Deshalb sind die großen Vergleiche mit 'Coldplay' meines Erachtens aus mehreren Gründen nicht nachvollziehbar (höchstens vielleicht bei "The Everthere" und "Great Expectations"). Zum einem ist die grandiose Stimme von Guy Garvey sehr einzigartig und unverwechselbar in ihrer Wirkung, da sie nicht wie bei Chris Martin (und das ist mein größter Kritikpunkt an 'Coldplay') nur in sphärischen Überhöhungen mit der Kopfstimme verweilt, sondern auch die benötigte Tiefe und Kraft besitzt, um ein druckvollen und abwechslungsreichen Gesang zu erzeugen. Sehr erstaunlich ist dabei der große Soul-Anteil in seiner Stimme, der sich mit der typisch britischen Farbstimme sehr gut zusammenfügt ("Picky Bugger", "An Imagined Affair") und stellenweise sogar ins groovende Stoner-Rock Gefilde a'la 'Queens Of The Stone Age' mit stark gospelhaften Zügen überschlägt ("Leaders Of The Free World"); Ich behaupte jetzt einach mal, dass die Band ein Faible für Soul-Musik zu besitzen scheint, denn immer mal wieder hört man starke Nuancen davon in den Songs. Ich gebe zu, ich habe mich deshalb schon beim ersten Hören in seine Stimme verliebt und empfinde sie als DEN Dreh- und Angelpunkt der Band. Dies wird immens durch die sehr lyrischen und oftmals selbstzerstörerischen Texte verstärkt, die ebenfalls eine sehr tiefe und offenbarende Wirkung haben. Guy Garvey singt sich wirklich seine Ängste, seine Scham, seine Träume von der Seele und man kann nicht anders, als jedes seiner Worte zu glauben und anzunehmen, kennt man nur ein bisschen von seiner "ereignisreichen" Lebensgeschichte. Hierzu wird auch stellenweise der erzählende Scharm des Folks aller erster Güte verwendet ("Station Approach", "Forget Myself") der stark an 'Bob Dylan' erinnert, was der zweite große amerikanische Einfluss von 'Elbow' zu seien scheint. Wie schon erwähnt zeichnet diese sehr untypische britisch-amerikanische Kombination die Band gerade eben aus. Diese Experimentierfreude haben sie dann auch mit den einzigen so richtig zu nennenden musikalischen Brüdern gemein, 'Radiohead'. Die Verwandschaft zu ihnen hört man besonders in den ergreifenden Harmonien heraus ("The Stops", "My Very Best", "Puncture Repair"), wobei mich besonders "My very Best" einfach gnadenlos umgehauen hat in seiner ergreifenden Traurigkeit. Wow! Dieser Song zeigt einfach, die emotionale Größe dieser Band und lässt mich sogar noch Fantastischeres für die Zukunft erhoffen. Zurzeit ist 'Elbow' wohl die einzige Band auf der Welt, die für mich nach diesem Album nahezu auf der gleichen Höhe mit dieser begnadeten Kombo steht und sogar die Fähigkeit dazu besitzt, sie irgendwann einmal zu überholen. Vielleicht sogar schon bald, denn das Monstrum 'Radiohead' wird irgendwann wahrscheinlich einfach nicht mehr so auf der Höhe stehen können, auch wenn es natürlich schön wäre. Dieses Album ist also ein fantastisches Album geworden und sehr zu empfehlen, Brit-Poppern sowieso, aber auch Folk- und Soulinteressierte können sich vielleicht daran wagen. Ich persönlich gehe sogar so weit zu sagen, dass es ein Meisterwerk in der derzeit stark auf den Wave der 80-er orientierten britischen Musikszene darstellt und vergleichbar mit dem Stellenwert eines "Ok Computer" ist (verzeiht’s mir liebe Radiohead-Fans), es aber deswegen auch nicht so stark wahrgenommen werden wird. Aber vielleicht ist das ja auch gut so...
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