Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach nur herzerfrischend!, 10. Juni 2006
Wie der Frühling... Kein typisches Hollywood- Dramatik- Aufbau- Gemurkse, sondern ein tschechischer Film mit Herz und Feingefühl.
Sehr liebevoll wird das Leben des etwa 50-jährigen Louka, einem Cello-spielenden Frauenhelden skizziert. Nachdem er für Geld eine Scheinehe mit einer jungen Russin eingeht und diese kurzerhand in den Westen flieht, tritt KOLYA, der kleine Sohn seiner "Frau" in sein Leben.
Kolya kann ebensowenig Tschechisch sprechen, wie Louka Russisch und daher ist der Anfang dieser seltsamen Beziehung zwischen dem rüstigen Lebe-Mann und dem introvertierten Kleinkind äußerst problematisch.
Mit viel Liebe fürs Detail inszeniert Zdenek Sverák diesen Film, der viel gute Laune und breites Grinsen verbreitet ohne dabei kitschig zu wirken.
Auch wenn häufig gesagt wurde, die tschechische Originalfassung sei besser, als die deutsche Synchronisation, so schmälert dies dennoch nicht die Qualität des Films. Ich kann diesen Vergleich nicht ziehen und vergebe daher guten Gewissens 5 Sterne für diesen grandiosen Film!
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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Bereicherung für jede DVD-Sammlung, 25. April 2005
Nicht immer muss der Gewinn eines "Oscar" ein unumstrittenes Qualitätsmerkmal eines Films sein. "Kolya" jedoch, der 1996 den Preis für den besten fremdsprachigen Film gewann, ist ein absolutes Meisterwerk - und ein kräftiges Lebenszeichen des Filmlandes Tschechien, einem Land, dessen Filmindustrie auch in politisch dunklen Zeiten immer wieder höchst beachtenswerte Werke herausbrachte. "Kolya" variiert das - nicht zuletzt auch in Hollywoodfilmen - beliebte Thema des älteren, bärbeißigen Mannes, der plötzlich und unfreiwillig für ein Kind sorgen muss: in der Tschechoslowakei der späten 1980er Jahre führt der Cellist Frantisek Louka das Leben eines Singles ohne Verantwortung. Tagsüber musiziert er bei Beerdigungen, die Nächte verbringt er als Freund sinnlicher Liebe mit wechselnden, zumeist jüngeren Partnerinnen. Um zu Geld zu kommen, lässt er sich auf eine Scheinehe mit einer Russin ein; Pech, dass sich seine frischangetraute Ehefrau gleich nach der Hochzeit aus dem Staub Richtung Westen macht - und noch größeres Pech, dass sie Louka ihren kleinen, nur Russisch sprechenden Sohn Kolya quasi als Pfand zurücklässt. Da sich sonst niemand findet, der sich um das Kind kümmern kann oder will, müssen die beiden "Männer" unter einem Dach wohnen und sich langsam aneinander gewöhnen. In vielen kleinen Schritten finden die zwei allmählich zueinander, und als 1989 das Land frei wird und Kolyas Mutter kommt, um ihr Kind zu holen, fällt es Louka gar nicht leicht, Abschied zu nehmen... Mag auch die pure Inhaltsangabe wie eine rührselige Familiengeschichte klingen: "Kolya" ist in seiner Komplexität ein Film für Erwachsenene. Als solches erinnert er auch - durchaus erstaunlich - an so manchen französischen Film, z.B. von Claude Sautet oder Agnes Jaoui. Hier wie dort wird auf der Basis eines vorzüglichen Drehbuchs eine stets interessante Geschichte ausgebreitet, mit einigen sorgfältig ausgearbeiteten Charakteren und Nebenfiguren, die nie blass oder schematisch bleiben. Auffällig auch das unverkrampfte Verhältnis zur Sinnlichkeit, das die tschechische Kunst immer wieder beweist (siehe Kundera). Dazu kommt hier noch das politische Element: die Schilderung, wie einzelne Menschen des besetzten Landes mit der russischen Besatzungsmacht umgehen: die Angepassten, die Schleimer, die Renitenten - und die große Mehrheit derjenigen, die sich in die Privatheit flüchten. Und an der großen Demonstration für die Freiheit am Wenzelsplatz finden sich schließlich alle ein, darunter auch - fähnchenschwingend - der größte Bluthund der Staatspolizei... Das alles, auch die Ungeheuerlichkeiten, wird in einem leichten, fast beiläufigen Ton erzählt; ein melancholischer,dann aber wieder bissiger Humor trägt die Dialoge, der aber nie auf irgendjemandes Kosten geht. Und das Kernstück des Films, das Verhältnis zwischen dem alternden Mann und dem Kind, geht - nicht zuletzt wegen der hervorragenden Darstellung - direkt zu Herzen. Zdenek Sverak zeigt ruppige Herzlichkeit; der Darsteller des kleinen Kolya, Andrej Chalimon, zur Drehzeit sechs Jahre jung, ist geradezu ein Wunder an Präsenz und Natürlichkeit. Unvergesslich und herzzerreißend die Szene, in der das Kind in der Badewanne sitzt und mit dem Duschkopf als Telefonhörer in seiner Phantasie mit der fernen Mutter telefoniert. Alles erscheint in "Kolya" wahrhaftig und milde: der Humor und die Tragik und das Sentiment; weit entfernt von unechtem Kitsch. Ein Film, reich wie das Leben selbst - mehr kann man im Kino (und auf DVD) nicht verlangen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Oscarprämierter Film - absolut sehenswert, 25. Februar 2007
Als Erstes muss ich sagen, dass ich kein tschechisch kann. Somit kann ich keinen Vergleich mit der Original-Version ziehen. Trotzdem finde ich diesen Film super, er verbindet eine Leichtigkeit mit einer Melancholie, die aber nie zu schwermütig ist. Er bringt einem zum Lachen, aber auch zum Weinen. Und die beiden Protagonisten wachsen einem ans Herz. Anfangs erlebt man den Cellisten Louka als einen Lebenskünstler, der jeder Verantwortung aus dem Weg geht und sich irgendwie durch alle Widrigkeiten durchschlägt. Bis der kleine Kolya in sein Leben tritt. Erst tut er sich noch schwer mit ihm, doch nach und nach erobert der Kleine das Herz des reservierten Cellisten. Er lernt, Verantwortung zu übernehmen und zu lieben. Ein leiser Film, der tief berührt. Einer meiner Lieblingsfilme!
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