Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fantômas zum vierten, 7. Juni 2005
Eines vorweg, Anspieltips sind bei dieser Band so gut wie immer fehl am Platz, die Alben schaffen vielleicht abgesehen von 'Director's Cut' Gesamtkunstwerke, die man in einem Stück verfolgen sollte. Der Versuch mal in irgendein Stück hinein zuhören scheitert am Fehlen der Vorgeschichte.
Zum Inhaltlichen Rahmen:
Die Band um Mike Patton beschäftigt sich seit je her mit cineastischen Themen, so auch bei 'suspended animation'. Während das zeitgleich eingespielte Vorgängerwerk 'Delirium Cordia' einen nie existenten Horrorfilm untermalte beschreibt das neue Stück eher eine in Episoden stattfindende Zeichentrickshow der Marke Tom und Jerry, Coyote E. oder Happy Tree Friends.
Zur Musik:
Kurze schnelle Soundfetzen, völlig irre Geräusche 'Boings und Klicks wo man hinhört' und kurze ruhige friedliche Passagen wechseln sich ab, - wer genau hinhört erkennt zwischendurch Amazing Graze, Itzy bitzy Spider oder the Weazle im Hintergrund und sieht vor dem inneren Augen den Koyoten die Klippe hinunterfallen -. Die 30. Stücke sind enorm kurz und im gesamten amüsant Unterhaltsam. Das Album erinnert an eine Slapstick- oder eben Comic-Variante zur ersten Fantômasscheibe ‚amenza al mundis'. Kinderzimmertauglich ist die Musik dennoch nicht, ist sie doch zu verwirrend, zu hecktisch und weit zu genial. Hervorzuheben wäre mal wieder Pattons grandiose Stimme, die nur in einigen wenigen Liedern dazu kommt Text vorzutragen ansonsten aber mal mehr mal weniger deutlich erkennbar als ergänzendes Instrument genutzt wird.
Zur Gestaltung:
Wie zu erwarten läßt sich Patton nicht Lumpen, wenn es darum geht seine Band auf seinem Label zu vermarkten. Der Künstler Yoshitomo Nara entwarf hierzu ein 30seitiges Ringbuch, im Stil eines Hängekalenders, der an die üblichen Selbstmach- und Bastelkalender erinnert. Dieser Kalender für den Monat April des Jahres 2005 ist in Naras üblichen Stil gehalten, hier verschmelzen Anime, Surrealismus, Kinderzeichnung und Gesellschaftskritik.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
An die Kritiker...., 10. Januar 2008
Ich sehe durchaus Sinn darin, dass es zu jeder Scheibe auch negative Rezensionen geben muss, sofern sie irgendwie Fuß fassen. Meiner Meinung nach macht es daher keinen Sinn, eine Rezension nur aufgrund einer anderen Auffassung negativ zu beurteilen. Wenn also ein Rezensent die Ansicht vertritt, dass FNM-Fans hier absolut fehl am Platz sind, dann sollte man diese Warnung durchaus ernst nehmen. Wenn zwei Sätze später aber das Wort Anspruch in zynischer Absicht hinsichtlich des Musikgeschmacks verwendet wird, dann empfinde ich das als ne ziemlich dreiste Anmaßung. Welchen Anspruch könnte Mike Patton wohl verfolgen, wäre er an einem Duplikat seiner Erfolgsband interessiert? Noch mal für alle - Faith No More ist TOT. Und Patton hat nun schon oft genug bewiesen, dass er nicht vor hat, sie wieder auferstehen zu lassen. Was bringt es also, immer wieder Vergleiche bezüglich seiner Vergangenheit aufzuwühlen. Er hat jedenfalls damit abgeschlossen und lebt die Vielfalt der Musik nun in vollen Zügen aus. Und dazu gehört schon ein gewisses Maß an Mut. Klar hat er mit dem Stilwechsel seinen alten Fans vor dem Kopf getreten. Ich höre mir auch gern die FNM-Scheiben an, bin dennoch um so faszinierter von dem radikalen Umbruch. Mr. Bungle, Tomahawk, Peeping Tom, die Soloplatten, etc. Mit seinem Label Ipecac fördert er junge Bands, die ähnlich wie er in der Lage sind, verqueren Gedankensalat akustisch umzusetzen. Patton hat sich der experimentellen Musik verpflichtet. Nach mittlerweile zehn Jahren sollte das eigentlich auch der Letzte mitbekommen haben (oder müsst ihr zehnmal die heiße Herdplatte berühren, um zu lernen, dass diese den Schmerz verursacht?). Im Bezug auf Fantomas hat er auch diesmal alles richtig gemacht. Man weiß nie, was einem auf der neuen Fantomas-Platte begegnen wird. Suspended Animation ist ein Stück dreister als die Dto.-Platte. Kurze, zum Teil zusammenhängende Lieder, die den Monat April thematisieren. Jeder Song ist einem (kaum bekannten) Feiertag dieses Monats gewidmet. Passend dazu entfiel die Gestaltung des Digipaks auf eine Kalenderform. Musikalisch bricht da so einiges auf den Hörer zusammen. Cartoon-Musik, Samples, Grind und Avantgarde im irrsinnigen Tempo. Melt Banana beim Nintendospielen. Keine leichte Kost und sicher auch keine Tanzmusik. Aber ist es denn die Intension eines Mike Patton, Tanzflächen zu füllen? Erwartet der Fantomas-Hörer, zu dieser Musik Arm und Bein wegzuschmeißen? Ich denke eher nicht. Vielmehr sollte jeder, der die Entwicklung von Fantomas aufmerksam verfolgt, dieses Album in seine Sammlung aufnehmen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Holterdipolter, 29. Mai 2006
Fantômas. Keine Band im klassischen Sinne. 'Das ist doch keine Musik!' - Stimmt. Das haben gewisse Herrn Schönberg / Berg / Webern damals auch des öfteren zu hören bekommen. Heute sieht man's jedoch mit anderen Augen.
Ich rechne Ihnen eine gewisse Vorreiterrolle zu. Fantômas hört man nicht einfach so. Man schiebt die Scheibe nicht in seine HiFi-Anlage um einen schönen musikalischen Erguss geniessen zu können. Es ist eher eine Quelle der Inspiration. Musik braucht Platz zum atmen, und wenn man immer auf der gleichen 0815-Welle mitreitet und rumkomponiert gibt's keinen Fortgang.
Ich bin dankbar das Patton mit Unterstützung seiner Bande (Lombardo/Dunn/Buzz) sich so sehr für eine Erweiterung und artistische Freiheit der Musik einsetzt, deren Früchte man in naher Zukunft sicherleich reichlich ernten kann. Viele Bands sollten sich hier und da eine Scheibe abschneiden, und ihrerseits ihren eigenen 'Sound' weiterentwickeln.
Fantômas ist erfrischend. Für mich ist dies eine der wichtigsten Platten überhaupt.
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