Aus der Amazon.de-Redaktion
Hinter den "brasilianischen Mädchen" verbergen sich: nur eine Frau als Sängerin, und die ist deutsch-italienischer Abstammung; Bassist Jesse Murphy sowie Schlagzeuger Aaron Johnston aus den USA; schließlich der argentinische Keyboarder Didi Gutman. Der ist übrigens auch musikalischer Leiter von Bebel Gilberto. Brasilien lässt die seit 2003 zusammenspielende Band also nur in ihrem Namen, in ihrer Musik allenfalls in Bruchstücken anklingen. Aber genau das ist hier Programm:
Brazilian Girls wirkt wie ein musikalisches Kaleidoskop, das sich aus weltweiten Versatzstücken zusammensetzt. Ein ironisches, ziemlich facettenreiches Spiel mit Klischees. Da münden in "Homme" Tango-Elemente mit Bandoneon-Loops in einen Jungle Groove, Balkan-Blechbläser brechen in "Corner Store" herein, "Pussy" entpuppt sich als Reggae und in "Me Gustas Cuando Callas" treffen Samba-Chöre auf spanischsprachige Lyrik. Dieses elektronisch so behutsam wie einfallsreich aufbereitete Sammelsurium aus Zitaten klingt mal ausgesprochen groovy, dann wieder wehmütig wie aus einem fernen Irgendwo. "Lazy Lover" weht als eine laue Lounge-Brise daher, "Long" trumpft mit Bossa-House auf. Richtig warm ums Herz wird es einem allerdings nicht bei all den exotischen Zutaten. Denn die Brazilian Girls verstehen sich vor allem auf eines: coole Distanz zu halten.
-- Roman Rhode
Die Brazilian Girls kommen zwar aus New York, doch ihr Sound ist mindestens so sexy wie die Mädels von der Copacabana. Sie mischen mit Elektrobeats den Jazz auf, tanzen Tango und verwirbeln Chansons mit Drum & Bass. Und dann singt Frontfrau Sabrina Sciubba, eine in München und Nizza aufgewachsene Römerin, auch noch auf Spanisch, Italienisch, Deutsch, Französisch und Englisch - oder besser: Sie haucht und faucht. Man kann sich vorstellen, wie sie sich dabei ums Mikro windet und die Luft im Club zum Flimmern bringt. Eigentlich kann man sich auch vorstellen, dass man sich zu dieser Musik plötzlich selbst um irgendetwas windet. Die Reise um die Welt mit dieser Band ist aufregend - animierend, strahlend und düster zugleich. (jbw)