Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
super platte der nachwuchs-rocker, 28. Februar 2006
mando diao sind für mich eine der interessantesten neuentdeckungen der letzten 2 jahre. ihre musik ist erdig, kratzig, melodiös, rotzig und frech. so sollte der rock'n roll des neuen jahrtausends klingen. die jungs haben den rock zwar bei weitem nicht neu erfunden, ihre wurzeln sind ganz offensichtlich die stones, kinks, beatles und meinetwegen auch oasis, doch schafft es die band irgendwie frisch und neu zu klingen. der höhepunkt der platte ist dabei der unglaubliche song "you can't steal my love", der alle qualitäten der band in sich vereint. ebenfalls stark sind der kracher "down in the past" und das an die clash (siehe "london calling") erinnernde "clean town". der nachteil dieser, aus meiner sicht zu langen platte ist, dass sie zum schluss hin doch einige füller beinhaltet. man hätte gut daran getan, sie auf 10 oder 11 songs zu beschränken und die weniger interressanten nummern wie "next to be lowered" oder "if i leave you" wegzulassen. doch man muss den 4 schweden zugute halten, dass sie noch jung sind und ihr (ohne frage massig vorhandenens) kreatives potential schon noch in den griff bekommen werden.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Verzeihen wir den Schweden alle Sünden !, 9. Juni 2005
Manche Bands erreichen mit dem zweiten Album Kult-Status. Von da an bis in alle Ewigkeit sind sie (oder nach Auflösung die Ex-Mitglieder) Stammgäste in den Musikteilen der Stadtmagazine und den „Neuheiten"-Regalen kleiner, eigenbrötlerischer CD-Läden. Eine lebenslang treue Fangemeinde registriert und konsumiert jede neue Veröffentlichung, zunächst enthusiastisch, später mit zunehmender Distanz in dem Maß, wie der selbstgewählte Soundtrack zum eigenen Leben immer mehr mit diesem selbst kontrastiert. Andere gibt's, denen gelingt mit dem zweiten Album der entscheidende Schritt hin zum Mega-Star-Status als Stadion-Rock-Act und Platin-Seller. Von wo es niemals sehr weit ist bis zum Dinosaurier-Status, aber davon soll hier nicht die Rede sein. Mando Diao sind beim zweiten Album angekommen und im Begriff, beides mit einem Schlag zu schaffen. Die selbst geschaffene Legende um ihre Herkunft und ihren Aufstieg, die Comic-Strip-artige Band-Story von der Wiedergeburt des Rock'n'Roll und dem triumphalen Ausbruch aus einem drögen, düsteren, von alternden Heavy Metal-Zombies und kriminellen Jugendbanden bevölkerten Industrie-Provinzkaff wird gerade mal so ausbalanciert von ihren sehr realen Erfolgen, von ausverkauften Europa-Tourneen, Platz eins in den Eins Live-Hörercharts, und den generell begeisterten Reaktionen auf ihre Musik. Dass hier zwei scheinbar unvereinbare Ziele wie selbstverständlich abgehakt werden, passt ins Bild; denn wenn Mando Diao eine Botschaft haben, dann die, dass alles geht. Kritisieren kann man, und tut man, das irgendwo zwischen Oasis und Muhammad Ali einzustufende Gebaren der Protagonisten, die Vergleiche höchstens mit den Beatles, den zwölf Aposteln oder den vierzehn Nothelfern zulassen. Wenn es aber um die Musik geht, so unglaublich das klingen mag, ist tatsächlich kein Superlativ zu hoch gegriffen. Mit Robert Gernhardt gesprochen: „Es gibt in Leben wie in Kunst nur Schrott und allererste Sahne"; und „Hurricane Bar" gehört zur zweiten Kategorie. Normalerweise versuche ich hier ja immer, ruhig und sachlich zu erläutern, was an einer CD gut, schlecht, mäßig oder hässlich ist, aber bei einer solchen Granate kann ich das einfach nicht mehr, weil es mich jedes Mal vor Begeisterung vom Stuhl reisst ! Mando Diao klingen tatsächlich, als habe jemand in der Rockgeschichte gefischt und die allerbesten Fänge aus fünf Jahrzehnten zu einer ganz exquisiten und super-frischen Fischplatte angerichtet. Aus den Sechzigern: Das elektrisierende Rhythm-and-Blues-Feeling der frühen The Who samt deren Talent, dieses mit grandiosen Popsongs zu kombinieren. Bei „God Knows" entsteht vor meinen Augen jedes Mal das berühmte schwarze Plakat „Live at the Marquee", so authentisch klingen die Stimmen und Gitarren. Aus den (frühen) Siebzigern: mehrere Thin Lizzy-Rip-Offs, meist von „The Boys Are Back In Town", am deutlichsten bei „Kingdom And Glory"; außerdem ein Bowie-"Starman"-Space-Folk-Versuchsballon „Next To Be Lowered" und ein Keith-Richards-trifft-Dave-Edmunds-R'n'R-Ding „This Dream Is Over". Aus den Achtzigern, die wir aus musikhistorischen Gründen schon 1978 anfangen lassen: Die kanalisierte Wut von Paul Weller zu Jam-Zeiten („Clean Town" lehnt nicht nur Melodie und Harmonien ans Vorbild an, sondern zitiert auch ein beliebtes Songthema) und die Gitarren-Breitseite der frühen Undertones (der Aufmacher „Cut The Rope" knallt rein wie einst „Teenage Kicks"). Aber auch: Die stilsichere Zitierfreude obskurer Neo-Mod-Bands wie The Direct Hits, an deren Doppelspitze Colin Swan und Geno Buckmaster das Mando-Duo Björn Dixgård und Gustaf Norén optisch und akustisch in geradezu gespenstischer Weise erinnert. (Paranormale Zeitreisende?) Aus den Neunzigern: Die voraussetzungslose Dreistigkeit, die Pop-Welt mal eben so erobern zu wollen, und der unverfälschte Instinkt für das wirklich Aufregende in der Musik, welche beiden Eigenschaften nur gedeihen können in abgelegenen, von keiner „Szene" berührten stehenden Gewässern wie etwa Blackwood, Süd-Wales, oder eben Borlänge, Mittelschweden. Und aus den Nullzigern: Die „Live-Sound im Studio"-Philosophie der Strokes, Hives, Vines und all der anderen Ein-Silben-Bands, die den rauen, ungefilterten Gruppensound im CD-Zeitalter wieder hoffähig gemacht haben. A propos Hives: sind Landsleute, klar, aber Vergleiche sind eher an den Haaren herbeigezogen, Parallelen zufällig, denn verglichen mit dem Ideenreichtum von Mando Diao wird schmerzhaft deutlich, wie wenig ausbaufähig die Masche der mit Sound und Styling im Jahr 1964 stehen gebliebenen Hives ist. Schluss jetzt mit dieser langweiligen Vorlesung über die teleologische Struktur der Einflüsse, denn die Musik ist einfach nur geil. Und mit „Added Family" enthält die CD auch noch ein besonderes Kabinettstückchen, das anfängt wie eine Western-Titelmusik von Ennio Morricone (komplett mit „ahummm"-Chor), dessen Strophe flüchtig in den düsteren Spuren von Nick Cave oder Jeffrey Lee Pierce wandelt, bevor dann alles unaufhaltsam auf einen Refrain zustrebt, den man nur als Feuerwerk in Zeitlupe bezeichnen kann. Übrigens, die englische Sprache beherrschen die Nordmänner nicht bis in die feinsten idiomatischen Verästelungen. Aber das macht überhaupt nichts, weil sie genauso angstlos drauflos texten, wie sie Musik machen. Und wenn es dann zum Beispiel heißt: „On the way to you / between busy moon / crash beneath a window left in bloom" (Ringing Bells), dann ist zwar erst mal nichts klar, aber was jeder einzelne Song als Ganzes bedeuten oder ausdrücken soll, kommt schon rüber. So, wie Slogans Marke „I feel Coke" oder „Let's beer" ja auch kein konventionelles und oft nicht mal richtiges Englisch sind, aber trotzdem verständlich wirken. Dem Charme des Ganzen fügt diese sprachliche Eigenart eher noch eine Komponente hinzu. Einmalig und unverwechselbar wie ein Saab 96, und dabei stark wie ein Turbo, ist es so oder so. Da verzeihen wir den Schweden doch sogar glatt Roxette und „The Final Countdown". Wer hätte das jemals gedacht ?
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Band der Stunde..., 18. März 2005
Was für eine Genugtuung ! Endlich mal eine der vielen, starken Bands aus Schweden, der der internationale Durchbruch gelungen ist! Das Debüt "Bring 'em in" von Mando Diao höre ich seit Ende 2002 rauf und runter - und kann bis jetzt nicht begreifen, warum es über 2 Jahre dauerte, um es auf Deutschland loszulassen. Sei's drum. Mit "Hurricane Bar" knackt der schwedische Rock-express nun sogar hohe Chartregionen. Auf "Hurricane Bar" schlummert wieder ein Bündel an ganz großen Ohrwürmern. "Cut the Rope", "Clean Town", "Down in the Past" oder "You can't steel my Love" sind absolute Singlehits und werden dieses Jahr noch manche Tanzfläche füllen. Mando Diao bleiben auf "Hurricane Bar" ihrem Stil treu, sind aber etwas ruhiger und balladenorientierter, als auf dem ersten Album geworden. Allerdings nur etwas - denn nach wie vorher gelingt es diesen Provinzbuben (gerade mal gut 20 Jahre alt), allen noch so angesagten "The"-Bands der Stunde, die Rücklichter zu zeigen. Sie spielen mit unheimlich viel Herz, sie kennen die Vorbilder mit denen man sie in Verbindung bringen will zum Teil nur vom Hörensagen. Aber in den Plattenschränken ihrer Eltern müssen viele Platten der Beatles, Kinks, Who und auch Soulpop der späten Sixties gestanden haben. "Hurricane Bar" würde man ohne jeden Zweifel auch ein VÖ-Datum in den frühen 70ern abkaufen. Dennoch klingt es absolut frisch, unverbraucht und neu. Sie haben vom ersten Moment an einen eigenen, unverwechselbaren Stil kreiert. Das Gehabe und der Stil der Band erinnert unweigerlich an Oasis - und das sie mit denen und der Britpop-Zeit im Allgemeinen groß geworden sind, können sie nicht verleugnen. Fantastisch ist erneut das Resultat - wobei für jeden der sich "Hurricane Bar" gekauft hat, auch der Vorgänger "Bring 'em in" ein absolutes "Muss" ist. Wer dann einmal "Sheepdog", "Mr. Moon" oder "Paralyzed" gehört hat, wird mir sicherlich Recht geben. Mando Diao ist sogar mehr als die Band der Stunde - sie könnten Dank ihres tollen Sounds und des großen Charismas mal wieder ein Act werden, der sich sehr lange am Rockhimmel hält. Ich freu mich über jedes neue Werk und bin schon gespannt auf den Festival-Sommer, der uns die Jungs dieses Jahr bescheren wird.
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