Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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107 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Bin Bush (mit Gott) gegen Alle, 9. Oktober 2004
Schon lange vor dem 11.9.2001 haben die USA, die inzwischen einzig verbliebene Weltmacht, die Weichen für eine imperiale Machtausweitung gestellt. Es geht um nicht weniger als die Weltherrschaft mit einem feinen Netz aus gut befestigten Stützpunkten, Lebensadern (Öl-Pipelines) und Satelliten, die sich um das Machtzentrum USA gruppieren. An der Spitze dieser neo-konservativen, christlich-fundamentalistischen Bewegung steht der derzeit amtierende Präsident der USA, George Walker Bush (im Folgenden kurz: GWB). GWB entstammt der 3. Generation der Walker/Bush-Dynastie, dem mächtigsten und politisch erfolgreichsten Familienclan der USA. Anders als den erfolgreichen Vorfahren - Grossvater Prescott Bush und Vater George Herbert W. Bush - ist dem Sohn jedoch lange Zeit weder geschäftlicher noch politischer Erfolg beschieden. Der mässige Yale-Student, militärische Drückeberger und Playboy steht stets im Schatten des übermächtigen, hoch dekorierten Vaters. Als seine Alkoholprobleme Überhand nehmen und die Ehe mit Frau Laura zu zerbrechen droht, kommt plötzlich die Wende. Am Tiefpunkt angelangt, lernt er den wortgewandten Prediger der extremen religiösen Rechten - Billy Graham - kennen und schwört dem Alkohol von heute auf morgen ab. GWB tritt als "wiedergeborener Christ" der Kirche der fundamentalistischen Evangelikalen bei, die von nun an seine politische Karriere massgeblich fördern und mitbestimmen werden. Bush senior wird nach dem Golfkrieg Anfang der 1990er bereits nach seiner ersten Amtsperiode als Präsident der USA wieder abgewählt. Der Verlust der Wahl trifft die Bushs hart, und die Dynastie scheint politisch am Ende. Mit Unterstützung der religiösen Rechten und dem etablierten, finanzstarken Spendennetzwerk des Vaters, dem u.a. auch ein Halbbruder Osama Bin Ladens angehört, gelingt GWB und Bruder "Jeb" Bush jedoch schliesslich der politische Durchbruch. Der Rest ist bekannte Geschichte: GWB wird Gouverneur von Texas und kann mit Hilfe von Bruder Jeb, Innenministerin Harris und einer manipulierten Wahl in Florida die Präsidentschaftswahlen gegen Al Gore für sich entscheiden. Die "gestohlene" Präsidentschaft feierte GWB unter Eier- und Tomatenbeschuss in einer gepanzerten Limousine auf dem Weg ins Weisse Haus. Mit GWB sitzt nun ein Evangelikaler in Washington, der glaubt, von Gott berufen zu sein und eine gleichsam religiöse Mission erfüllen zu müssen. Wichtige Posten im Kabinett werden mit der alten Garde des Vaters wie Vize Dick Cheney und Aussenminister Colin Powell besetzt, die sich sogleich an die Ausarbeitung der politischen und militärischen Strategien zur Verfolgung der expansiven Ziele der USA machen. Der 11. September erweist sich dann als echter Glücksfall für die neue Regierung. Der Anschlag liefert einen Grund, mit der Expansion zu beginnen, und dank des "Bösen" in Gestalt von Osama Bin Laden avanciert GWB plötzlich zum Schutzherr einer Welt, die in grösster Gefahr ist. Gegen den Willen eines grossen Teils der Verbündeten beginnt er seinen "Kreuzzug" gegen den Irak und spaltet damit auch die Nation.Mit bekannt bissigem Witz setzt Michael Moores neuer satirischer Dokumentarfilm bei den manipulierten Präsidentschaftswahlen in Florida ein und wirft im weiteren Verlauf einen kritischen Blick auf die wichtigsten Ereignisse um den 11. September und den Irak-Krieg. Gleichzeitig erfährt der Zuschauer Interessantes und Delikates aus dem Privatleben des "Freizeit"-Präsidenten GWB und die geschäftlichen und politischen Verbindungen des Familienclans sowie anderer Hauptakteure hinter den Kulissen. Zwei wichtige Fragen treten dabei immer wieder in den Vordergrund: "Wie weit gehen die Beziehungen der Bushs zu den Bin Ladens?" und "Wie hat es trotz Vorwarnungen seitens der Sicherheitsdienste zu den Anschlägen am 11.9. kommen können?". Der Film ist also weit mehr als blosses "Bush-Bashing" und Anti-Bush-Propaganda, wie Kritiker und Pro-Bush-Akteure Michael Moore gerne vorwerfen. Er ist eine intelligent gemachte, satirische Collage mit teils brisantem politischen Material, an dem sich selbst der ursprüngliche Produzent Disney dann doch wohl lieber nicht die Finger verbrennen wollte. Zum Glück hatte aber Lion Gate Films die Courage, den Film weiter zu produzieren und somit eine der besten Polit-Dokus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Fahrenheit 9/11" wurde dieses Jahr u.a. mit der "Goldenen Palme" in Cannes ausgezeichnet und wird wohl auch ein Anwärter bei der kommenden "Oscar"-Verleihung sein. Zugreifen und weiterempfehlen!
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33 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Film super - deutsche DVD-Umsetzung mäßig, 23. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Zum Film selbst gibt es sicher nicht mehr viel hinzuzufügen. Doch:VORSICHT! ALLE Zusatzfeatures sind komplett in englisch, ohne jegliche Untertitel, weder in englisch noch in deutsch! Sehr schade, da auf der Verpackung mit 1,5 Stunden 'herausregendem' Zusatzmaterial geworben wird. Nur ärgerlich, wenn es relativ vielen so vorenthalten wird! Zudem geht es nirgends hervor, dass das Zusatzmaterial nicht untertitelt sei. Zwar schön, dass die DVD auch bei uns schon so früh erhätlich ist, aber die deutsche Bearbeitung ist sehr minimalistisch, um es nett auszudrücken. Möchte gerne wissen, was man sich bei universum film gmbh (deutscher dvd vertrieb) dabei gedacht hat!! Einfach nur ärgerlich!
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41 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein harter Cocktail aus Informationen und Emotionen, 14. Oktober 2004
Von Ein Kunde
Nein, viel neues bietet der FIlm nicht. Als gut informierter Europäer (anders als die meisten Amerikaner) weiß man um die Lügen und Intrigen der Bush Regierung. Michael Moore schafft es trotz alle dem einen spannenden, schockierenden und zweitweise sogar amüsanten Film zu kreieren. Er setzt auf DAS Mittel um die Amerikaner an der Wahlurne doch noch umzustimmen: Emotionen. So sieht man weinende Mütter auf beiden Seiten und ist erneut fassungslos, dass die Amerikaner so einen Präsidenten wählen konnten. Aber das haben sie ja gar nicht.... Wer einen rein informativen Dokufilm erwartet wird sich enttäuscht sehen, denn Moore ist nichts für Antiamerikaner, sondern für Menschen, die die Menschen der USA schätzen und gerade deswegen schockiert das Kino verlassen werden.
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