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119 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gescheitertes Finale, aber ein Spitzenende!, 26. September 2004
So paradox sich der Titel anhört, so sehr stimmt er doch auch. Dem ungebrochenen Höhenflug der epischen Serie Babylon 5 mit der fünften Staffel doch ein qualitativer Dämpfer verpasst, den nicht jeder ganz zu verdauen mag, ich auch nicht, weswegen es die einzige Staffel ist, die von mir "nur" 4 Sterne als Bewertung bekommt.Warum also die negative klingende Anfang? Nun, Staffel 1 legte das Fundament und machte viel Appetit auf mehr, Staffel 2,3 und 4 waren wohl die unangefochtenen Könige der Science-Fiction. Eine gewaltige, epische Story kam ins Rollen, die mit ihren Zusammenhängen einfach umwerfend war und begeistern musste, vorausgesetzt, man hat jede Folge gesehen. Der Schattenkrieg und der Erdallianz-Bürgerkrieg erreichen fantastische und gleichzeitige grausame Dimensionen, die in ihrer Handlungstiefe den Zuschauer immer mehr an den Fernseher gebunden haben, so dass nach erscheinen viele ganze Staffeln binnen 4 Tagen durchgeschaut haben (So in meinem Freundeskreis passiert). Mit der Staffel 4 enden die meisten der großen Handlungsstränge und ich wie auch viele andere hegen den Gedanken, ob hier nicht besser Schluss gemacht worden wäre. Vielleicht sollte die Antwort "Ja" lauten. Mit Staffel 5 haben die Fans nun zum einen den Weggang von Commander Susan Ivanova zu bedauern, eine der wohl stärksten und prägensten Frau in der ganzen Serie. Ohne sie verliert die Serie merklich an Antrieb. Dem nicht genug, verlässt Sheridan die Station um seine Rolle als Präsident der ISA anzutreten. Er wird durch seine Ex-Frau Captain Elisabeth Lochley ersetzt. Spätestens damit ist Babylon 5 einfach nicht mehr Babylon 5. Sheridan taucht zwar immer wieder auf und spielt seine Rolle gut, aber er gehört meines Erachtens nach einfach auf die Station. Damit ist also Minuspunkt Nr.1 dargestellt worden. Leider gesellt sich noch Minuspunkt Nr.2 hinzu: Die mangelnde Story. Die großen Storylines, von denen B5 lebte, sind vorbei. Was tut man also, wenn man nun Storylines auf eine einzige Staffel zuschneiden muss? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Der Autor J.M.Straszcinsky wohl auch nicht... Die Nebenstory um die Telephatenkonflikte wird zur Hauptstoryline gemacht, das ist sicherlich geschickt gemacht, aber mir persönlich hat die Umsetzung einfach nicht gefallen. Byron, der Anführer der Telephaten, wurde in seiner Rolle gewiss gut getroffen, das gebe ich ehrlich zu, aber seine nahezu "schleimige" Art hat mir persönlich nie gefallen, ich habe ihn immer als einen Fremdkörper auf Babylon 5 empfunden und die Folgen mit ihm haben mir keinen großen Spaß bereitet. Damit diese Storyline nicht alleine steht, wurde noch eine hinzugefügt, der "Katalysator" der Centauri wurde wieder hervorgeholt. Das wurde geschickt gemacht, indem die Angriffe der Centauri auf Fremdkontrolle zurückzuführen sind und man die Drakh ins Spiel bringt (die Helfer der Schatten), aber man merkt irgendwie doch, dass man aus Ideenlosigkeit die Centauri als Buhmänner einfach wieder recycelt hat. Aber um eine Lanze zu brechen: Diese "Notlösung" wurde gekonnter inszeniert, als es Star Trek und Co je hätten schaffen können. Alles in allem klingt der Ersteindruck bis hierhin vielleicht recht negativ gefärbt, aber im großen und ganzen ist die Staffel dann doch sehenswert, sie ist wie ein Blick hinter die Kulissen für die "Zeit danach". Daher bekommt die Staffel nur 4 statt 5 Sternen. Aber....Jetzt kommt das große "Aber", denn meine Titelwahl habe ich nicht geklärt, denn das Seasonfinale, die letzte Folge ("Sleeping in Night"), ist einfach die großartigste, schönste , epischste und genialste Folge, die ich jemals in einer Serie gesehen habe. 20 Jahre nach den großen Ereignissen treffen sich die Überlebenden zu einem letzten gemeinsamen Essen, es ist der wohl der letzte Tag, den Sheridan in seinem Leben erleben wird, der letzte Tag, der ihm durch die Energiegabe von Lorien, die im einst das Leben rettete, bleiben wird. Er spürt das Ende kommen, Lorien ruft ihn in seinen Träumen. Sheridan wird klar, das Ende nähert sich... Und so kommt es, dass man den letzten verbleibenden Mitglieder von damals eine Einladung zukommen lässt, zu diesem Fest, um noch einmal in Erinnerungen an gefallene und Verstorbende Kameraden zu schwelgen. Am nächsten Tag schließlich begibt sich Sheridan, nach einer wirklich traurigen Verabschiedung von Delenn, die sogar nicht mal sooo schmalzig wirkt, wie viele das oft hinbekommen, an Bord eines Blue Stars (ein kleiner White Star) und fliegt nach Coreanna 6, dem Austragungsort der finalen Schlacht der Schatten gegen die Vorlonen vor 20 Jahren. Dort angekommen lehnt er sich zurück, wirft seinen Blick nach draußen und schaltet die Systeme des Schiffes ab. In einem Augenblick der Dunkelheit nimmt er, ganz für sich alleine, die letzten Schläge seines Herzens war und gibt sich schließlich dem unvermeidlichen hin...er stirbt. Ob dieser Tod vergleichbar ist mit dem anderer Menschen, sei bezweifelbar, denn ganz alleine ist er nicht, Lorien, der Allererste, kommt zu ihm und nimmt ihn mit sich... Das Kapitel "John Sheridan" ist geschlossen... Schließlich aber, wenige Tage später, macht man sich auf, noch ein weiteres Kapitel zu schließen. Babylon 5, mittlerweile nicht mehr benötigt durch die neue Allianz, stellt durch ihr unkontrolliertes Treiben im All eine Gefahr für die Raumfahrt da, folglich ereilt sie ein jedes Schicksal, das viele andere mit ihr teilen und noch teilen werden...: In einer sehr schön inszenierten Abschiedsfeier nehmen all die Veteranen von damals Abschied von ihrer Heimat Babylon 5, sie verlassen die Station und begeben sich auf ihre Schiffe. J.M.S, Erfinder der Serie und Regisseuer, schaltet höchstpersönlich in der Rolle des Technikers symbolisch das Licht ab. Ein wunderschöner Akt des endgültigen vollführt sich, als schließlich die Selbstzerstörung der Station eingeleitet wird und Babylon 5 in einem gleißenden Finale aus Feuer endgültig vergeht. Die Folge, nicht zulässt dank der genialen Musikuntermalung durch Christopher Franke, hat wirklich zahlreiche Stellen um echten Fans die Tränen in die Augen zu treiben. Für mich persönlich ist allein diese Folge wirklich Grund, die ganze Staffel zu kaufen. Zudem ist es auch ein genialer und wagemutiger Schachzug, das Ende so zu wählen, damit ist schließlich gewährt, dass man wirklich sagt: "Es war eine schöne Zeit, aber hier und heute ist es zu Ende". JMS hat gesorgt, dass niemand die Station für die Zukunft mit Spin-Offs aufgreift und den Mythos Babylon 5 schädigt (Crusade ist zwar ein Spin-Off, hat aber mit B5 an sich nichts zu tun). Das war sehr geschickt. Alles in einem ein wunderschönes Ende, dass ich noch nie in irgendeiner Serie oder einem Film so gut umgesetzt gesehen habe. Also, trotz Storyschwächen und gewissen Mäkeln, der Myhtos Babylon 5 lässt sich nicht brechen, auch nicht mit dieser Staffel! Fazit: Kaufempfehlung trotz Mängeln in jeder Hinsicht.
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