Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Entzauberte Zauberoper, 6. März 2005
Zunächst das Positive: Endlich wurde diese vielleicht beste Oper Antonio Vivaldis ohne Kürzungen oder sonstige Eingriffe auf CD aufgenommen. Dies und der Blick auf die mit hochkarätigen Namen prunkende Besetzungsliste genügen schon, um jeden Barockopernliebhaber in Feierlaune zu versetzen. Die schwindet aber beim Anhören rasch dahin, denn bald wird klar, dass sich der Interpretationsansatz von Spiritus rector Jean-Christophe Spinosi offensichtlich darauf beschränkt, alles so schnell wie möglich zu spielen. Das Ergebnis ist leider nicht unwiderstehliche Rasanz, sondern ein berserkerhaftes Musizieren, das jegliche Sensibilität für den Pulsschlag der Musik vermissen lässt und in Extremfällen zur bloßen Geräuscherzeugung degeneriert. Ein Feuerwerk, gewiss, aber eines, das lediglich Lärm produziert und die schönsten Arien-Perlen zu Kieselsteinen mutieren lässt. Gegenüber der Vergleichseinspielung von Claudio Scimone bedeutet dieser wahrhaftig "rasende" Roland zweifellos einen Fortschritt - leider einen in die falsche Richtung. Diese den Notentext radikal entstaubende Spielweise, die in Maestro Spinosis Aufnahme von "La verità in cimento" noch durchaus im positiven Sinne forsch und draufgängerisch wirkte, lässt hier ein Trümmerfeld voller geborstener Akkorde und verstreuter Melodiefetzen zurück. Wer Vivaldis geniale Musik für unverwüstlich hielt, wird hier auf schmerzliche Weise eines Besseren (?) belehrt. Der langen Rede kurzer Sinn: Die gute alte Scimone-Aufnahme von 1978 mag mit ihren zahlreichen Kürzungen, Umstellungen und Transpositionen philologisch anfechtbar sein, aber das, was darin von der Musik noch übrig geblieben ist, klingt wenigstens wie Musik. Und im Zweifelsfall ist das die bessere Alternative. Bleibt noch zweierlei. Erstens ein frommer Wunsch für Maestro Spinosi: Möge ihm der "Rote Priester" im Traum erscheinen und gehörig die Leviten lesen. Zweitens eine innige Bitte an das Plattenlabel: Eure Vivaldi-Edition ist eine großartige Sache und jede Empfehlung wert. Aber bitte vertraut die nächste Oper (möge sie bald erscheinen) wieder jemand Anderem an, am besten Alessandro de Marchi. Ich habe fertig.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
5 Sterne für so viel Engagement..., 27. Januar 2008
Die Aufnahme des ORLANDO FURIOSO ist sehr gelungen, es treffen sich ein hervorragendes Ensemble, ein motiviertes Orchester und ein ausgezeichnetes Aufnahmeteam. Die reichliche finanzielle Unterstützung der OPUS111-Edition hat sich also gelohnt. Die Qualität dieser Aufnahmen übertrifft Labels wie VIRGIN deutlich, aber auch die ARCHIV. Man sollte sich von den albernen Coverbildern nicht irreführen lassen. Jean-Christoph Spinosi präsentiert ein spielfreudiges Orchester. Wenn man die Ohren spitzt, errät man auch den Grund für Spinosis Hang zur Agogik. Die Instrumentalisten sind nicht die Besten, Unsauberkeiten relativ häufig. Den Trick einer mitreisenden Interpretation zur Verdeckung von technischen Schwierigkeiten kennt jeder Provinzdirigent. Spinosi hat darauf zurückgegriffen. Die Oper selbst hat ihren Schwerpunkt in den Rezitativen, insgesamt eine spannende Komposition.
Die Aufnahme hat -dies als technischer Hinweis- eine sehr hohe Aussteuerung, d.h. man darf eine Dynamik in der Lautstärke erwarten, die grenzwertig ist. Viele Verstärker werden hier schlapp machen. Kritisieren sollte man diese Konzeption aber nicht, im Gegenteil handelt es sich um eine sehr ambitionierte, fast audiophile Abbildung. Die Aufnahme hat den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2005 erhalten!
Von den Sängern möchte ich außer Marie-Nicole Lemieux (Orlando) den Mezzo Ann Hallenberg hervorheben, die allmählich an Bekanntheit gewinnt. (Sie hat im TOLOMEO (2008) bei der ARCHIV die Titelpartie. Mehr zu empfehlen ist aber der IMENEO (2003) beim Label CPO, wo die Hallenberg die prima donna verkörpert). Ph. Jarrousky singt wie immer in seiner eigenen Liga, er hat allerdings nur eine Nebenrolle. Seine große Arie ist allein schon die Anschaffung wert! Sein Exklusivvertrag bei der VIRGIN ist natürlich eine Katastrophe für den anspruchsvollen Hörer, dafür habe ich das Schlagwort geprägt: Ruin-the-stars-Label!
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7 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Wie Enttäuschend, 3. März 2005
ALso die Begeisterung kann ich gar nicht teilen! Im Vergleich mit der bisherigen Einspielung mit M. Horne nur ein ganz schwacher und poppig, knallig musizierter Versuch. Keine der Stimmen kann voll überzeugen. Man greift gerne wieder zur alten Aufnahme zurück und ist nur recht verwirrt über dei Neuerscheinung.
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