|
|
89 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Immer noch genial, aber erste Schwächen, 7. September 2004
Die 3. Staffel der erfolgreichen US-Serie "CSI" bietet einige der besten Episoden der gesamten Serie, auf der anderen Seite schleichen sich auch erste kleinere Schwächen ein. Natürlich hat es eine Serie von so hohem Qualitätsstandard schwer, diesen dauerhaft zu halten. Die 3. Staffel schafft dies meist in bewundernswerter Form - selbst wenn man glaubt, den Fall durchschaut zu haben, zieht CSI immer noch ein As aus dem Ärmel und präsentiert eine überraschende Auflösung in letzter Minute. Was hat sich verändert? Formal ist zu sagen, dass Laborant Greg (Eric Zmanda) sowie Robert David Hall als Pathologe in den Vorspann aufgenommen wurden (was auch Zeit wurde, denn sie haben erheblichen Anteil am Erfolg der Serie). Unübersehbar ist auch, dass noch mehr Geld in die Serie gepumpt wurde. Allein der Aufwand der ersten beiden Folgen ist erstaunlich, inklusive Massenszenen an Originalschauplätzen in Vegas und Kranfahrten, die wir niemals in einer deutschen Serie zu Gesicht bekommen würden. Gleichzeitig verstärkt sich auch der Ekelfaktor erheblich, wobei manche Details der Obduktionen die Grenzen des Zeigbaren überschreiten (so wird z. B. ein Auge in seine Einzelteile zerlegt, kein sehr appetitlicher Anblick). Es ist offensichtlich, dass alles dafür getan wird, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen, sondern die Serie immer weiter voranzutreiben und das Zuschauerinteresse wach zu halten. Inhaltlich muss man feststellen, dass nicht mehr alle Darsteller in jeder Folge aktiv werden - offensichtlich ist den Autoren nicht mehr durchgängig für alle Figuren etwas eingefallen. Das ist aber nicht weiter schlimm, umso mehr konzentrieren sich die Geschichten auf das vorhandene Personal. Die Stories weisen ebenfalls die Tendenz auf, die "CSI" bisher vermieden hat und binden die Figuren häufiger persönlich in die Fälle ein. So bekommt jeder der Ermittler früher oder später ein ernstes privates Problem mit dem zu bearbeitenden Fall. Das ist in manchen Fällen großartig (besonders wenn es Marg Helgenberger und deren Tochter betrifft, die den Vater verliert), in anderen (Gary Dourdan im Selbstjustiz-Konflikt) ist es vorhersehbar und konstruiert. Apropos konstruiert - es kommt doch verstärkt vor, dass Indizien am Tatort sehr offensichtlich "vergessen" wurden, was den Ermittlern die Arbeit sehr erleichtert. Einige der Spuren sind einfach zu deutlich plaziert, um die Handlung voranzutreiben. Das Positive: mit dem einstündigen Special "Lady Heather's Box" befindet sich "CSI 3" auf dem Höhepunkt der Kreativität. Diese Episode ist brillant geschrieben, inszeniert und gespielt - und wahrscheinlich die beste von allen. Knapp dahinter "The Accused is Entitled", in der alle Ermittler vor Gericht aussagen müssen und ihre privaten Gespenster zum Vorschein kommen. Emotionaler und packender geht es nicht. In der Episode "Snuff" nimmt sich "CSI" eines heißen Themas an, das nie so gut bearbeitet wurde wie hier - kurz, präzise, intelligent. In "The Execution of Catherine Willows" geht es um das Für und Wider zur Todesstrafe, und auch hier geht die Serie mit äußerster Sensibilität an das Thema. Doch jedes Licht hat auch seinen Schatten. Die Episode "Precious Metal" ist mit Abstand die schwächste Folge der gesamten Serie (was bedeutet, dass sie immer noch 5mal besser ist als jede durchschnittliche Folge vergleichbarer Serien) - aber das ist natürlich Ansichtssache und wird spätestens mit der letzten Folge, in der Catherine Willows fast nebenbei (durch einen Fall-bezogenen DNA-Test) erfährt, wer ihr eigentlicher Vater ist, mehr als wett gemacht. FAZIT: "CSI 3" bleibt trotz einiger Änderungen die für mich beste Crime-Serie aller Zeiten. Sie ist unverändert spannend, intelligent und packend, daher trotz einiger kleiner (und subjektiver) Schwächen die volle Punktzahl. Für Fans ist der Kauf ohnehin ein Muss!
|