Aus der Amazon.de-Redaktion
Machen sie nun Alternative-Country-Rock oder eher alternativen Schmuserock? Diese Frage drängte sich auf, als 2002
The Execution of Things erschien. Die Antwort gibt jetzt
More Adventurous, die erste Platte von Rilo Kiley, hinter der ein großes Label steht. Hört man auf potenziellen Indie-Hymnen wie "Portions for Foxes" Jenny Lewis' engelsartigen Gesang in Verbindung mit Blake Sennetts jaulender Gitarre, dann wird klar, dass das Quartett aus Los Angeles auf dem bestem Weg dazu ist, sich vom Underground zu befreien. Schon der Opener "It's a Hit", ein melodischer Ohrwurm, deutet an, dass diese elf Popsongs vor allem von Jenny Lewis leben (Sennett, dessen Stimme ebenfalls hörenswert ist, singt nur die akustische Lo-Fi-Nummer "Ripchord"): Lewis' charismatisch kesse Ausstrahlung prägt das gesamte Album, von den rockigen Stücken ("Love and War") über Balladen ("Absence of God") und Pop ("Accidntel Deth") bis hin zu Soul à la Dusty Springfield ("I Never"). Das Album ist zwar vergleichsweise glatt produziert, doch das tut dem unkomplizierten Charme dieser Band keinen Abbruch, die spürbar stolz auf ihre Weiterentwicklung ist. --
Scott Holter
Mehr kann eine Indie-Band eigentlich nicht erträumen: Ihr zweites Album veröffentlichten Rilo Kiley über Saddle Creek und teilten sich damit die Plattenfirma mit Bright Eyes, The Faint oder Cursive. Doch um nicht länger vom Radio ignoriert zu werden, gingen Rilo Kiley zum Groß-Label Warner. Ob das gut geht? Noch immer spielen sie überdurchschnittlichen Songwriter-Pop mit Westküsten-Touch. Auch von ihren Schrullen wollten sie nicht lassen - und benutzen einen Salzstreuer als Instrument oder lassen Songs auch mal über Störgeräusche aus dem Mittelwellen-Radio stolpern. Trotzdem sind die Kompositionen um einiges schwächer als auf den beiden Vorgängeralben - daran ändert selbst die bezaubernde Sängerin Lenny Lewis nichts. Sei's drum: Wenn's mit dem großen Erfolg nicht klappt, hat die Indie-Szene sicher stets eine offene Tür für Jenny und ihre Jungs. (cs)