Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
passendes nichtpassen, 31. März 2009
"who do we think we are" find ich unendlich fad. offenbar ging es der band selber so, und sie suchte nach eine ausweg. ausweg im sinne von aus und weg hieß es dann für ian gillan und bassist roger glover, die gegangen wurden. ob die wahl der sündenböcke gerecht ausfiel, wage ich zu bezweifeln, entscheidend ist aber: das kalkül ging auf. die firschblutinjektion rettete dem siechen patienten deep purple das leben.
der junge sänger david coverdale brachte eine gewisse brünftige bluesigkeit (oder doch bluesige brünftigkeit?) in den sound. und der sänger/bassist glenn hughes lieferte ganz neue grooves: soul und funk.
was hier sofort auffällt: das purple mk III eine band mit zwei sängern waren - und dass die kombination aus dem testosterösen röhren coverdales und der hohen soulstimme hughes' (der weiße bub klingt hier wie eine schwarze lady) unglaublich gut funktionierte. die verschiedenen gesangsparts sorgten für eine ungemein spannende reibung, die zweistimmigen chöre hoben dann ab wie engel nach einem kerosineinlauf.
der erste song, "burn", ist eigentlich der letzte mk II-song (bis zur wiedervereinigung). natürlich nicht personell, aber musikalisch. das ist ganz typisch deep purple der jahre 1970 bis 72: also auf einem faszinierend originellen gitarrenriff beruhender hardrock im geschwindigkeitsrausch mit einem knackigen stadionrefrain. "might just take your life", "lay down, stay down" und "sail away" sind dann typisch mk III: also hardsoulrock mit kleinen prisen blues und funk. "you fool no one" ist eine echte, aber gute überraschung: da klingt jazzrock an, und die gesangslinien sind nahezu westcoastpop, und drüber liegt ein eigenartiger latin-tanz-groove. "what's going on here" ist netter, aber unaufregender bluesrock, wie er auf jedem purple-album als füllmaterial vorkommt. "mistreated" ist ein unendlich oft gecoverter klassiker. bei mir wechselt das ab: heute kenne ich keine bessere nummer, morgen bin ich von dem pathos der musik eher angeödet.
die instrumentals sind unnötig, weil uninteressant.
nötig und interessant, wenn auch nicht im sinne neuer erkenntnisse, sind die remixe. "burn" wird mit zusätzlichen gitarrenspuren und alternativen soli härter, schärfer, aber auch ein bisschen unaufgeräumt. "mistreated" wird noch herzergreifender, "you fool no one" beinahe zur dancefloor-nummer. "sail away" ändert sich kaum.
sehr interessant, weil ungeschönt und (selbst)kritisch sind die linernotes. interessant, wie roger glover innert weniger tage vom rädelsführer zum abschusskandidaten wurde, ohne dass irgendwer erklären kann, warum eigentlich. hübsch auch die anekdote, wie das management den dicken, pickeligen coverdale als allererstes auf diät setzte und ihm beibrachte, wie man sich als rockstar korrekt dekadent kleidet und aufführt.
trotz kleinerer schwächen im songwriting (die gehören bei ihnen dazu) ein großartiges werk - die qualität kommt aus der kreativen personellen spannung, aus dem nicht-zusammenpassen: von coverdale und hughes als sänger; von coverdales texten mit der düsternis von blackmore; hughes' funk-basslines mit dem hardrockgroove von paice; die poppige leichtigkeit mancher gesangslinien und melodien mit den schweren akkorden von lord und den aggressiven läufen von blackmore. am ende passte all dieses nichtpassen dann eben doch großartig, wenn auch nur ein album lang wirklich.
zusammen mit machine head und made in japan eine der drei großtaten von deep purple.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gut ausgestattete Geburtstags-Ausgabe mit Supersound!, 18. Februar 2007
Deep Purple gelten zusammen mit Led Zeppelin zu den Erfindern des Hardrock und waren zu Beginn der 70-er Jahre ganz gross im Geschäft. Mit ihren grossartigen Alben "In Rock" (1970), "Fireball" (1971) und "Machine Head" (1972) schrieben sie Rockgeschichte und setzten neue Masstäbe. Mit "Made In Japan", Ende 1972, legten sie gleich noch einen drauf und lieferten eines der besten Live-Alben aller Zeiten. Sie waren auf dem Höhepunkt und dieser Erfolg war einfach nicht mehr zu toppen. 1973 kam mit "Who Do You Think We Are" ein weiteres sehr gutes Album, dass jedoch die (zu) hochgesteckten Erwartungen nicht mehr erfüllen konnte. Mitte des Jahres 1973 verliess Sänger Ian Gillan und kurz darauf auch Bassist Roger Glover die Band... aber Deep Purple machten weiter... zum Glück!
Supergitarrist Ritchie Blackmore, der grossartige Jon Lord an den Keyboards und Ian Paice an den Drums ergänzten das Line-Up mit David Coverdale an den Vocals und mit Glenn Hughes am Bass. Das Album "Burn" erschien Ende Februar 1974 und schoss in den deutschen Charts gleich auf die Nr. 1. In England schaffte das Album die Nr. 3 und in den USA immerhin die Nr. 9.
Die "30th Anniversary Edition" von "Burn" bietet zu den 8 Songs des Originalalbums gleich noch 5 Bonus-Tracks und kommt auf eine Spielzeit von 72:09 Minuten.
Das Album startet mit dem powervollen "Burn", das auch zu einem beliebten Live-Klassiker wurde. "Might Just Take Your Life", das auch als Single ausgekoppelt wurde, kommt etwas bluesiger, funkiger daher, ohne das gewohnte Gitarrensolo, aber mit schöner Melodie. "Lay Down, Stay Down" ist wieder typisch Purple, grossartiger Hard-Rock'n'Roll mit grandiosem Gitarrensolo von Ritchie Blackmore. Einfach grosse Klasse! Etwas schleppender und souliger kommt dann "Sail Away" daher... David's bluesige Stimme kommt da so richtig gut zur Geltung. Das von schnellen Drums getriebene "You Fool No One" überzeugt genauso wie das bluesige "What's Going On Here". Darauf folgt mit dem über 7-minütigen Blues-Kracher "Mistreated" ein weiterer Höhepunkt, bevor das Album mit dem Instrumental-Song "'A' 200" mit einem cool gespielten Bolero-Rhythmus ausklingt.
Als erster Bonus-Track kommt dann ein Remix von "Coronarias Redig", einem weiteren Instrumental-Song, der als B-Seite von "Might Just Take Your Life" veröffentlicht wurde. Die folgenden 4 Bonus-Tracks sind dann Remixe von "Burn", "Mistreated", "You Fool No One" und "Sail Away".
Diese Version ist ausgestattet mit einem ausführlichen, sehr informativen 24-seitigen Booklet mit Original-Artwork und raren Photos. Die Musik ist digital überarbeitet und die Soundqualität ist einfach fantastisch. "Burn" ist ein grossartiges Album und gehört zu den absoluten Klassikern in der langen Bandkarriere. Wie gesagt, kein typisches Hardrock-Album, sondern eine äusserst gelungene Mischung mit bewährten Purple-Zutaten und einer kräftigen Prise Blues-Rock.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Besser als Stormbringer, 16. November 2007
Zu der Expanded Version kann ich nichts sagen, ich kenne nur die "normale" CD. Von den 2 Alben, die DP 1974 rausbrachte (Burn & Stormbringer) ist Burn die bessere.
Nicht mehr so heavy wie mit Ian Gillan auf "In Rock" oder "Machine Head" wird mit Coverdale eine neue Richtung eingeschlagen. Der Reihe nach:
1. Burn: eines der besten DP-Stücke überhaupt. 6 Minuten bester Hard Rock, v.a. Lord's Keyboard-Solo ab 3:55 Min.
2. Might Just Take Your Life: will wie "Woman from Tokyo" klingen. Ätzender Refrain. Gefällt mir von Whitesnake ("Live in the heart of the city") besser.
3. Lay Down, Stay Down: rockt richtig ab. Nettes Gitarrensolo.
4. Sail Away: knackiger Sound, dann aber doch schleppend.
5. You Fool No One: schön wie Paice auf der Kuhglocke rumhämmert. Geht gut ins Ohr.
6. What's Goin' On Here: fast bluesig, schönes Honky-Tonk-Piano.
7. Mistreated: oft gecovert, nie erreicht. Obwohl Dio/Powell auf Rainbow's "On stage" fast knackiger klingen.
8. A 200: Bolero-artiges Instrumental mit spaceigen Keyboards.
Wer auf Coverdales Gesang steht, ist hier gut bedient. Freunde der klassischen "Mark II"-Besetzung kommen nicht auf ihre Kosten.
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