Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Liebe und Schmerz, 29. September 2004
Erstaunen: Nanu, so ein selbstherrlicher und prätentiöser Albumtitel passt doch nun wirklich gar nicht zu den zurückgezogenen Zynikern aus middle of nowhere, Nebraska. Erhellung bieten aber das wunderschöne Artwork, das als künstlerisch wertvoller Kalender eines Jahres gestaltet ist, sowie der Titeltrack: "I'd play for her some songs I wrote/ She'd joke and say I'm shooting through the roof/ I say they're all for you, dear/ I'll write the album of the year". Okay, Beziehung ist wieder das Wort. In zwölf Albumminiaturen zeichnet Tim Kasher den Werdegang einer großen Liebe nach, von "First time that I met her" bis "Two years this month since the night we last spoke". Und wie auch schon bei "The Ugly Organ", jenem unfassbaren Meisterwerk, das Tim mit Cursive geschaffen hat, färben Selbstzweifel, Unsicherheit, Misstrauen, Alkohol, Selbstekel, Zynismus und Frust jedes rosarote Wölkchen tief dunkel und Tim Kashers Jahr scheint zur Hälfte aus Herbst- und zur anderen Hälfte aus Wintermonaten zu bestehen. Nur, während Cursive ihren Frust in explosiven rhythmischen Tiraden herausballern, gehen The Good Life musikalisch deutlich behutsamer vor. Nur "Notes in his pockets" und "Lovers need lawyers" gehen etwas nach vorne, der Rest der Songs sind sanfte, akustikgitarrengeprägte intime Song-Kleinode in Moll. Tims Texte erzählen mal wieder so gnadenlos ehrlich und authentisch über ihn (und "sie"), dass man meint, das alles persönlich mit zu erleben und sich manchmal gar etwas des Voyeurismus schämt. Kein Zweifel, hier macht jemand Musik um der Musik und der Kanalisation von Emotionen willens. Das wunderschöne und todtraurige "October Leaves" ist so ein Paradestück, das von der Kälte handelt, die da ist, wenn die Beziehung weiter geht aber die Liebe längst gegangen ist. Musikalisch werden hier Assoziationen an The Cure wach, zumal Tims Stimme sowieso mitunter an Robert Smith gemahnt. Allergrößter Respekt gebührt neben Songwriter Kasher dem Produzenten Mike Mogis, der mit einem Rieseninstrumentarium den Songs einen Feinschliff verpasst, der selbst das fast zehnminütige "Inmates" stets abwechslungsreich und locker konsumierbar macht, und ihnen doch an keiner Stelle den reduziert-akustischen Charakter nimmt. Das "Album Of The Year" ist ein Album, das sich langsam erschließt, aber mich begleitet jetzt seit fast einem Monat jeden Tag- und es wächst und wächst. Ein Album zum immer-wieder-hören, zum Schwelgen in Herzschmerz, Sehnsucht und Bitterkeit, ein Album voller großer kleiner Melodien, ein Album für den Herbst, den Winter, für Melancholiker, für alle, die an der Liebe leiden. Und alle, die ein Herz für sanft gespielte und einfach gut gemachte, ehrliche Musik haben. Und: vielleicht ist der Albumtitel ja doch nicht soo vermessen... vier Punkte, mit Sternchen, weil "The Ugy Organ" nicht mehr erreicht werden kann.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schön traurig - traurig schön, 1. September 2004
Mit Album of the Year hat es Tim Kasher mal wieder geschafft die vielleicht melancholischste Platte zu veröffentlichen. Den ohnehin schon starken Vorgänger hat er locker getoppt, vor allem wegen des fast kompletten Verzichts auf jedwede Elektrospielereien, die auf Black out noch die teilweise höchst brillianten Songs teilweise noch etwas relativiert haben. Mit dem Opener Album of the Year nimmt Kasher den Zuhörer gleich auf emotionale Achterbahnfahrt mit, nach deren Ende man sich nur wünschen kann, dass der Rest der Platte auch nur ähnlich gut wie sein erster Song ist. Ist er auch, nur leider kommt kein anderer Song mehr an die Klasse von Album of the Year ran. Das schon Cursive-hafte Notes in his Pockets und das beinah 10-minütige Inmates kratzen zwar qualitativ am Thron des Openers, verpassen aber den Sprung knapp. Alles in allem ein klasse Album. Besonders jetzt, da der Herbst ja schon quasi vor der Tür steht und man beim Blick aus dem Fenster nur Dauerregen und grauen, wolkenverhangenen Himmel sieht.
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