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84 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tribbles, paarungswütige Vulkanier und Nazis im Weltraum, 1. August 2004
Vor der 2. Season stand die junge (und teure) TV-Serie Star Trek 1967 früh auf der Abschussliste des Senders NBC wegen niedriger Zuschauerzahlen in den "Nielsen-Ratings", für die in 1200 Familien mit Messgeräten auf die Sehgewohnheiten von über 60 Mio. Haushalten geschlossen wurde. Star Trek- Erfinder Gene Roddenberry rettete die Serie, indem er mit einer Reihe berühmter Science-Fiction-Autoren als "The Committee" eine legendäre Briefaktion startete, durch welche die Fans ihre eigene Serie am Leben hielten, die beliebter war, als es die Statistik offenbarte. Am 9. März 1967 verkündete ein TV-Ansager live während des Abspanns der Episode "Devil in the Dark", dass die Serie im Herbst zurück sein wird - und dass bitte keine Briefe mehr geschrieben werden sollen. Trotzdem gab es einen schlechteren Sendeplatz (Freitag, 20.30 Uhr, zur "Ausgehzeit") und eine schmerzliche Etatkürzung trotz mehr Mitwirkender. Dafür war auch die Übernahme der DESILU- Studios durch Paramount bzw. dessen Mutterkonzern Gulf & Western im Spätsommer 67 verantwortlich. Die familiäre Atmosphäre musste zunehmend kommerziellem Denken Platz machen. Die Sparmaßnahmen erreichten einen skurrilen Höhepunkt, als man die Sopransängerin im berühmten Thema des Vorspanns durch elektronische Sounds ersetzte, da die Sängerin pro TV-Ausstrahlung Geld kassierte. Keineswegs gespart werden konnte jedoch am Team vor der Kamera. Insbesondere der unterbezahlte Leonard Nimoy, als Mr. Spock inzwischen der heimliche Star, verlangte mehr Geld - auch nach der Verdopplung seines Gehaltes verdiente er aber bloß halb so viel wie der offizielle Star William Shatner alias Captain Kirk. Es ergaben sich zwischenzeitlich erhebliche Spannungen unter den Stars der Serie und zwischen ihnen und Gene Roddenberry, weil dieser auf seiner Hackordnung "Kirk - Spock - McCoy, dann der Rest" bestand. Leonard Nimoy war sogar kurzzeitig kurz vor seinem Ausstieg - es gab notgedrungen bereits eine Liste mit möglichen Alternativen für Nimoy als Mr. Spock - ganz oben Mark Lenard (bereits als Vulkanier Sarek in der Serie) und Larry Montaigne.Der Fantasie der Star Trek- Macher ist es zu verdanken, dass die Serie in Season 2 trotz allen Querelen und Finanzproblemen wahrlich aufgeblüht ist und viele der besten Episoden hervorgebracht hat. Hier ist vor allem das Produzenten- und Autorenteam aus Gene Roddenberry, Bob Justman und Gene Coon zu nennen. Letzterer war nicht nur ein begnadeter Verfasser vieler der besten Star Trek- Drehbücher; auf den 1973 an Krebs gestorbenen Weltkriegsveteran gehen auch zahlreiche Ideen und Konzepte zurück, die in der Zukunft von Star Trek noch bedeutende Rollen spielen sollten, u.a. die "Klingonen" samt ihrer Subkultur. Die "Schreib-Maschine" Gene Coon verließ völlig ausgepowert die Serie zu Beginn der 2. Season. Der Wegfall von Coon, der Star Trek mit der Lösung der Drehbuchknappheit in der ersten Season gerettet hatte, konnte nie richtig kompensiert werden; und so erreichte die anschließende und auch letzte dritte Season nicht mehr den hohen Standard der zweiten. Bereichert wurde die Enterprise-Crew um den Charakter des jungen Pavel Chekov, der vor allem die Teenager unter dem Publikum ansprechen sollte. Zunächst sollte es ein junger Engländer mit Akzent und "Beatles"- Frisur werden. Zumindest die Frisur passte, aber es wurde ein Russe, womit Roddenberry tatsächlich auf einen Beschwerdebrief der sowjetischen Zeitung "Pravda" reagiert hatte, die Star Trek als "typisch kapitalistisch" bezeichnet hatte. Roddenberry trug der russischen Pionierrolle in der Raumfahrt prompt Rechnung. Schauspieler Walter Koenig, übrigens in Chicago geboren und in New York aufgewachsen und genau so wenig mit russischem Akzent sprechend wie James Doohan mit schottischem, erhielt zunächst einen Vertrag von Episode zu Episode, bevor er dank rasch eintretender Popularität eine feste Anstellung erhielt. Die beliebteste Folge der Season ist sicherlich THE TROUBLE WITH TRIBBLES, die erste echte Komödie in Star Trek rund um die kleinen lebendigen süßen Wollknäuel, die sich zur Plage entwickeln. Der Klingone Koloth, ein wie das andere Mal gespielt von William Campbell, hatte Jahrzehnte später in der DS9- Episode "Blood Oath" ein Comeback und erzählte von seiner Auseinandersetzung mit Captain Kirk. Auch der Schurke Arne Darvin (von Charlie Brill verkörpert) taucht in DS9 als gealterter Halunke wieder auf, uns zwar in "Trials and Tribble-ations", einer großen Renaissance der Klassiker- Folge. RETURN TO TOMORROW ist die erste von zwei Classic- Folgen mit Diana Muldaur als Gaststar, die in der 2. Season der Next Generation die Schiffsärztin Dr. Pulasky verkörpert. AMOK TIME widmet sich erstmals intensiv der Kultur des Vulkaniers Spock, speziell der 'Paarungszeit' "Pon Farr", und stellt auch den vulkanischen Gruß "Live Long And Prosper", den sich Leonard Nimoy und Regisseur Joseph Pevney während der Dreharbeiten ausgedacht haben, erstmals vor. THE DOOMSDAY MACHINE ist eine Art "Moby Dick"- Story (Commodore Decker macht Jagd auf eine perfekte Waffe, die ganze Planeten auslöscht), ebenso wie OBSESSION, wo Kirks eigene Fehlbarkeit aufgezeigt wird und Spock seinem Captain erstmals das Leben rettet. Viele Episoden der 2. Season spielen in Parallelwelten zur Erde: BREAD AND CIRCUSES als moderne Version des Antiken Roms mit Fernsehübertragungen von Gladiatorkämpfen, A PRIVATE LITTLE WAR mit einer Analogie zum Vietnam- Krieg, A PIECE OF THE ACTION in einer Version des Chicagos der 20er Jahre (kultig: Kirk und Spock fahren Auto) und schließlich MIRROR, MIRROR - die Mutter aller Star Trek- Geschichten um Parallel- Universen mit dem berühmten bärtigen Spock. Die Aufsehen erregendste Episode der 2. Season ist für das deutsche Publikum wohl PATTERNS OF FORCE, die im deutschen TV wegen ihrer lausigen Verarbeitung eines Nazi- Themas ursprünglich nicht ausgestrahlt wurde. Die Story um den aus den aus den fugen geratenen Aufbau einer Organisation nach NS- Vorbild ist so banal wie oberflächlich und gehört sich zurecht von Kritikern in der Luft zerrissen; dennoch ist sie in Deutschland als 'Lücke' zu einer Art Mythos geworden.
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35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gelungen: die 2. Staffel von Raumschiff Enterprise auf DVD, 14. November 2004
Nun liegt sie vor, die DVD-Box zur 2. Staffel von Raumschiff Enterprise. In der Gestaltung unterscheidet sie sich nicht von der Box zur 1. Staffel. Wie bei DVDs üblich ist das Orginalbild zu sehen, nur der Ton ist deutsch (Ausnahme: Navigationsmenu). Dementsprechend heißt es eben jetzt "Star Trek" statt "Raumschiff Entersprise" im Abspann und am Ende bekommen wir nicht den Kurzabspann mit Information inklusive Synchronisation sondern den bebilderten Orginalabspann. Besonders bei den für das ZDF seinerzeit synchronisierten Folgen wurden Szenen entfernt, um die Folgen auf 45 Minuten zu schneiden. Diese Szenen mußten nun nachsynchronisiert werden, weil die deutschen Orginalstimmen nicht mehr leben, mit anderen Synchronsprechern. Das ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig, macht aber andererseits für mich einen Teil des Reizes aus, die Folgen anzusehen. Für den Fernsehzuschauer sind zwei Folgen von besonderen Interesse: "Weltraumfieber" liegt in der restaurierten Version vor, "Schablonen der Gewalt" wurde wegen der Nazi-Thematik nie im deutschen Fernsehen gezeigt. Über den Inhalt von letztem mag man streiten, erfreulich ist, daß wir bei der Stammcrew uns nicht an neue Synchronstimmen gewöhnen müssen, auch wenn GG Hoffmann sich jetzt wirklich teilweise zu alt für Kirk anhört. Die Reihenfolge auf den Disks ist wieder die Orginalausstrahlung in den USA und nicht die Produktionsreihenfolge. Während man bei der ersten Staffel noch in einigen eher unwichtigen Details dadurch kleinere Widersprüche dadaurch erhielt, spielt das soweit ich sehen kann bei der 2. Staffel keine wirkliche Rolle mehr. Naja, schön wäre es trotzdem gewesen, wenn die Produktionsreihenfolge auch im Booklet und nicht zur im Navigationsmenu zu finden wäre. Ansonsten fehlt nichts, was zur 2. Staffel gehört. Die folgende Titelliste zeigt, daß hier viele Klassiker und beliegte Folgen darauf sind, mit "Das Jahr des roten Vogels" natürlich auch einer der Ausrutscher, aber aus Vollständigkeitsgründen gehört das dazu: Disk 1: Pon Farr/Weltraumfieber, Der Tempel des Apoll, Ich heiße Nomad, Ein Paralleluniversum Disk 2: Die Stunde der Erkenntnis, Planeten-Killer, Das Spukschloß im Weltall, Der dressierte Herrscher Disk 3: Metamorphose, Reise nach Babel, Im Namen des jungen Tiru, Wie schnell die Ziet vergeht Disk 4: Tödliche Wolken, Der Wolf im Schafspelz, Kenn Sie Tribbles?, Meiter der Sklaven Disk 5: Epigonen, Das Loch im Weltraum, Der erste Krieg, Geist sucht Körper Disk 6: Schablonen der Gewalt, Stein und Staub, Das Jahr des roten Vogels, Computer M5 Disk 7: Brot und Spiele, Ein Planet genannt Erde, Special Features ASW
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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die BESTE Staffel der Original-Serie!, 8. Juni 2004
Das ist sie, die Beste der drei Staffeln der originalen Star Trek-Serie. Mußte sich die Serie in ihrer ersten Staffel erst noch finden und wurden in der dritten Season, u.a. durch den Neuzugang von Fred Freiberger im Produktionsstab, eine eher ungünstige leichte Richtungsänderung vollzogen, so war diese 2.Staffel mit Abstand das Beste was die Serie zu bieten hatte. "Star Trek" stand im absoluten kreativen Zenit. Die meisten großen "Klassiker" befinden sich nämlich in dieser Staffel: von der urkomischen Episode "Kennen Sie Tribbles?" über die äußerst spannende Action-Episode "Planetenkiller" bis zur Vietnam-Parabel "Der erste Krieg"...Aber auch die Episode "Die Reise nach Babel" ist zentral für die Serie, da sie nicht nur Spocks Eltern sondern auch die Andorianer und Tellariten in die Serie einführt werden. Spocks Heimatwelt Vulcan sehen wir erstmals in der Episode "Pon Farr", die in der alten TV-Version ("Weltraumfieber") leider als Traum verfälscht wurde, nun aber restauriert auf DVD erscheinen wird. Zum Brüllen komisch ist Harry Mudd's zweiter Auftritt in "Der dressierte Herrscher". Großartig ist auch der erste Auftritt von Warpantriebs-Erfinder Zephram Cochrane in der mythischen Episode "Metamorphose". Immer noch eine meiner Lieblingsepisoden ist auch die optisch recht gelungene Episode "Das Loch im Weltraum". Ein wunderbares Hoch auf die menschliche Natur ist die Episode "Stein und Staub". Klar, mit "Das Jahr des Roten Vogels" und "Brot und Spiele" hat die Season auch ihre Tiefpunkte. Aber das kommt immer vor. Insgesamt ist dies das absolute Highlight der Classic-Serie. Ich empfehle natürlich jedem Trekkie und allen die es noch werden wollen, ALLE DREI Seasons der Serie anzuschaffen, denn alle drei Jahre sind phantastisch! Aber wer nur mal in die Serie reinschnuppern will, sollte hier anfangen.
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