Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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57 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Der neue Star am Opernhimmel!, 13. Oktober 2005
"Sempre libera" ist das zweite Solo-Recital des neuen Stars am Opernhimmel Anna Netrebko. Wenn man den Rummel um ihre Person und die zum Teil lästigen Vergleiche mit Maria Callas außer acht, ist sie eine ausgezeichnete Sopranistin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die sie gemeinsam mit Rolando Villazon und Thomas Hampson bei der Aufführung von Verdis „La Traviata" bei den Salzburger Festspielen eindrucksvoll unter Beweis stellte. Die Zusammenstellung ihres zweiten Recitals bringt ihre Stärken mehr als der Vorgänger zum Vorschein. Besonders überzeugend ist Anna Netrebko in den langsamen, elegisch gefärbten Stücken aus „I Puritani" und „Lucia di Lammermoor". Die Werke aus „La Traviata" singt sie ausgezeichnet und meistert die halsbrecherischen Koloraturen mit Bravour - zum träumen! Aber die Ausschnitte aus Bellinis „La Sonnambula" sind die herausragenden Stücke auf dieser CD. Hier brilliert die Netrebko mit glänzenden hohen Noten und prächtigen und lupenreinen Koloraturen. Die Cabaletta ist wunderbar. „O mio babbino caro" aus Puccinis „Gianni Schicchi" ist sehr gut geworden, weich und zart gesungen. Die drei Stücke aus Verdis „Othello" sind wunderbar geworden. Ein Highlight der CD ist eindeutig die „Ave Maria" Interpretation von Netrebko - ausgezeichnet! Begleitet wird Anna Netrebko vom Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado. Er leitet das Orchester im Sinne des Belcanto und dirigiert sehr ergreifend. Wer sich einen Eindruck von Netrebkos Stimme und ihrem derzeitigem Leistungsvermögen machen möchte, sollte sich diese CD zulegen. Wenn sie weiter hart an sich arbeitet, könnte sie wirklich einmal in die Fußstapfen von Maria Callas und Joan Sutherland treten. Die Anlagen hat sie auf jeden Fall!
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57 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Durchwachsen, 8. August 2004
Nun hat die aufregende Anna Netrebko also ihr zweites Arien-Recital vorgelegt. Unter dem programmatischen Titel "Sempre libera!" sind Szenen aus La traviata, La sonnambula, I Puritani, Lucia di Lammermoor, Otello und Gianni Scicchi versammelt. Die Auswahl der Stücke ist damit homogener als in Netrebkos Debut-Recital. Die Stimme der Netrebko ist sicherlich ein gutes Instrument: Ein dunkel getönter, leichter Sopran. Die Sängerin ist zu interessanten Färbungen fähig, vor allem in langsamer Musik (z.B. in "Ah! non credea mirati"). Ihr elegisches Timbre passt gut zu Bellini und Donizetti. Im "Sempre libera" allerdings klingt sie unsicher, die hohe Lage neigt dazu, schrill zu werden und die Koloraturen sind zum Teil unsauber. Nicht anders steht der Fall in "Ah! non giunge" und "Vien diletto". Frau Netrebko kann zudem nicht über große Atemreserven verfügen weshalb v.a. hohe Töne frühzeitig ausbleichen und mit einem kleinen Schock im Zwerchfell enden. Ihre Koloratur klingt nicht leicht und dynamisch, sondern unsicher und tastend. Für Traviata scheint mir ihre Stimme auch ein bißchen klein; Vergleiche drängen sich auf, und man muß nicht weit zurückblicken, um zu sehen, welch großer Konkurrenz sich Netrebko aussetzt: Renée Fleming mag als Traviata viele Eigenheiten und stimmliche "Macken" haben. Aber sie hat wenigstens die stimmlichen Möglichkeiten für die Rolle. Symptomatisch auch, dass Fleming trotz stupender Höhe das Hohe Es am Ende nicht singt, wärend Netrebko sich dieser Tour de force aussetzt und dabei im Vergleich nicht überzeugend wirkt, weil die Ausführung die Aufführung nicht rechtfertigt. Besser finde ich Netrebko in Lucia. Eine Überraschung ist die Szene der Desdemona: Mit viel Gefühl für die Stimmung der Rolle und schönen Färbungen singt Netrebko das Lied von der Weide. Nicht nur die klimaktische Phrase auf "Ah, Emilia addio" deutet aber an, dass ihre Stimme zu (noch?) zu klein wäre, um Desdemona auf der Bühne zu verkörpern. Auch hier fehlt z.T. der lange Atem und bisweilen die tiefste Lage. Wiederrum sehr schön mit leuchtenden Piano-Tönen ist Laurettas "O mio babbino caro".Fazit: ein durchwachsenes Recital. Ärgerlich, dass Netrebko unter ihren Möglichkeiten bleibt, weil sie zu Rollen gezwungen wird, die sie vorerst noch nicht singen sollte (z.B. Traviata). Die Stimme ist noch relativ klein und lyrisch, deshalb muß sie in der Hohen Lage nicht selten forcieren, um Volumen zu erzeugen. Gerade für die Bellini-Rollen bräuchte sie noch mehr Vorarbeit. Mag sein, dass gewisse technische Schwächen und Eigenarten der Stimme auf der Bühne zurücktreten. Auf die Dauer schaden sie aber der Stimme. Mir scheint, als könne Netrebko nie die Möglichkeiten ihrer Stimme entfalten, weil sie zu wenig Zeit für ihr Recital Projekt hatte. Eine Kritik also nicht nur, vielleicht sogar weniger an der Sängerin, sondern an den Bedingungen, denen sie sich aussetzen muß.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Langsam wirds!, 10. Dezember 2004
Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich diese Cd nun ganz toll, oder doch nur mittelmäßig finden sollte. Es gibt auf dieser Platte durchaus sehr gelungene Stücke, in denen die Netrebko alle Vorzüge ihrer Stimme präsentieren kann. Auf der anderen Seite allerdings scheint es, als wäre ihre Stimme für einige der großen dramatischen Koloraturpartien ein wenig zu schwach und auch einige Unsicherheiten werden deutlich.La Traviata: Ihre Violetta ist zwar nicht weltbewegend, aber dennoch durchaus hörenswert. Die halsbrecherischen Koloraturen meistert sie mit Bravour und auch der musikalischc Grundcharakter der Arie kommt deutlich zum Vorschein. Sie singt von purer Freude und das vermag Violettas Lebensgefühl durch ihren Gesang glaubhaft auszudrücken. Das im Beiheft so gerühmte hohe es ist allerdings Geschmackssache. Für meinen Geschmack ist es ziemlich kurz und glanzlos. La Sonnambula: Eine herrliche Aufnahme, wahrscheinlich die Beste auf dieser Cd. Die elegischen Passagen im "Ah! non credea" werden sehr anrührend und herzzerreißend dargeboten. Die Stimme ist fähig wundervolle Pianotöne zu erzeugen, welche wahrlich unter die Haut gehen. Die Cabaletta ist wunderbar. Hier brliiert die Netrebko mit glänzenden hohen Noten und lupenreinen Koloraturläufen. Ihre Stimme ist für Bellini wie gemacht! I Puritani: Ebenso, wie die Sonnambula sehr schön gesungen. Besonders die Cabaletta ist prunkvoll verziert und alle Schwierigkeiten werden sicher ausgeführt. Das "O rendetemi la speme" ist für meinen Geschmack etwas fade, besonders wenn man Netrebkos Interpretation mit der von Maria Callas vergleicht. An sonsten aber sehr schön! Lucia di Lammermoor Hierbei handelt es sich um meine Lieblingsoper. Die Wahnsinnsarie habe ich schon von hunderten verschiedenen Interpretinnen gehört und ich muss leider sagen, dass Netrebkos Version nicht unbedingt zu den Glanzlichtern zählt. Zum Einen finde ich, dass man lieber die Flöte als die Glasharfe hätte einsetzen sollen, da diese an manchen Stellen unangenehm klirrend und hart klingt. Netrebkos Gesang ist zwar virtuos, aber keinesfalls einzigartig. Sie ist nicht in der Lage den Charakter vollständig zu erfassen, sofern man das bei nur einer einzelnen Arie beurteilen kann. Sie Spitzentöne klingen etwas schrill und gehen so schnee, wie sie gekomen sind. Schade!!! Otello und Gianni Shicchi Diese Aufnahme ist herrlich. Netrebko singt wunderbar das Lied von der Weide und das "Ave Maria" ist ebenfalls sehr eindrucksvoll. Netrebko ist durchaus in der Lage auch die Partien einmal zu singen. Was besonders erstaunlich ist, ist das sie diese Partie niemals zuvor auf der Bühne gesungen hat, aber dennoch in der lage ist ein derart beeindruckendes und vollkommenes Portrait der Figur zu erstellen. Auch das "O mio babbino caro" ist sehr gut geworden. Netrebko singt es sehr zart und weich. Ihre Interpretation erinnert ein wenig an die von Maria Callas. Das Orchester und der Chor sind sehr gut. Claudio Abbado dirigiert sehr mitreißend und ganz im Sinne des Belcanto. Wer nun denken sollte, man braucht diese Cd nicht zu kaufen, der irrt. Ich würde sagen, dass dieses Recital ihr erstes bei weitem übertrifft. Netrebkos Stimme mag zwar nicht für jede Rolle geschaffen sein, aber sie ist dennoch sehr hörenswert und vermag in bestimmten Momenten zu verzaubern.
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