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62 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leider in der 183 Minuten Kurzfassung, 28. Oktober 2004
Handlung: Beginnend mit der Rückkehr seiner Brüder aus dem Bürgerkrieg (1865) und endend mit seiner Ankunft in Alaska (1897) wird das Leben Wyatt Earps (1848-1929) gezeigt, wobei der Schwerpunkt (natürlich) auf die Ereignisse in Tombstone gelegt wurde.State (allgemein): Regisseur Lawrence Kasdan ("Silverado") und sein Spezi und Hauptdarsteller Kevin Costner bannten mit der Biografie Wyatt Earps einen der besten Western überhaupt auf Zelluloid. Sei es die optimal gecastete Darstellerriege, das insgesamt stimmige Bild der Epoche, die durchgehend spannende Handlung, einige gute Stunts oder der immer passende Soundtrack - an keinem Punkt wird der Western-, bzw. Filmfan enttäuscht werden. State (historisch gesehen): (Zu den Ereignissen in Tombstone bin ich in meiner Rezension zum namensgleichen Film bereits detailliert eingegangen. Daher aus Platzgründen hier nichts dazu.) Obwohl Chronologie und Ereignisse recht stimmig sind, gibt es natürlich auch hier eine Menge Fehler, auf die ich diesmal aber nur bedingt eingehen möchte. Vielmehr sei auf ein geschicktes Doppelspiel hingewiesen. Kasdan und Costner dürfte klar gewesen sein, dass sie die Legende "Wyatt Earp" nicht zerpflücken durften, ohne das Schicksal Michael Ciminos zu teilen, dem das amerikanisches Publikum nie die überrealistische Darstellung der J-C-Weidekriege verzieh. So zeigen sie einen wichtigen Charakterzug des Nationalidols Earp nur zu Beginn, als er zum Straßenräuber und Pferdedieb wird (Jugendliche dürfen halt noch über die Stränge schlagen). Doch spätere Vorkommnisse wie z. B.: --- 1875 Hays City - Stadtpolizist Earp unterschlägt eingezogene Bußgelder --- 1879 Mobeetie/Texas - Stadtverweis nach versuchtem (Goldziegel)Betrug --- 1884 Lake City/Colorado - Schussverletzung nach Falschspielversuch --- 1896 San Diego - Wettbetrug --- ab 1905 - Los Angeles - Des Öfteren Vorwürfe wegen Hochstapelei und Schwindelgeschäften werden im Film wohlweislich unterschlagen (Habe auf die schnelle nur in einer Quelle nachgelesen. Die Liste ließe sich mindestens vervierfachen). K&C haben also nicht unbedingt falsch dargestellt, sondern Unangenehmes einfach weggelassen. Dass sie sich dessen bewusst waren zeigen die letzten Sätze des Films: Wyatt: „Manche behaupten, so sei es damals nicht gewesen." Josie: „Kümmere dich nicht darum Wyatt. So ist es gewesen" Diese Art der indirekte Info für Insider wird mehrfach eingesetzt. Ein weiteres Gespräch: Doc Holliday: „Bat M. Sie sind der Mann der Sergeant King tötete" (Masterson nickt und macht sich Kampfbereit) Doc Holliday: „Meinen Glückwunsch, der war ein Stinktier der ...." Katie Elder: „Bevor er meine Freundin Molly erschoss hätten sie ihn erwischen müssen. Sie war so liebenswert" Bat antwortet: „Ja, das war sie Mam" und senkt betroffen des Kopf. Tatsächlich hatte Bat Masterson eine Affäre mit der Dame und erschoss am 24.01.1876 den gehörnten Nebenbuhler, der seinerseits Molly Brennan tötete und Bat schwer verletzte. (Nebenbei zeigt gerade diese Szene sehr gut den Ruf Doc Hollidays, vor dessen unvorhersehbaren Aggressionsausbrüchen sich jeder Westerner in Acht nahm) Überhaupt sind die konträren Charaktere der Masterson Brüder und Teile ihres Lebenslaufs sehr gut dargestellt (allerdings lernte Wyatt sie nicht bei der Büffeljagd kennen und war auch nicht ihr Mentor). Der Tod des in der Bevölkerung ungemein beliebten Ed Mastersons ist übrigens entsprechend der Überlieferung ziemlich korrekt wiedergegeben (Ja, auch der Brand durchs Mündungsfeuer). Ein Film über das Leben dieses Clans (sieben Geschwister, davon 3 bekannte Revolvermänner) wäre sicher auch ein lohnendes Projekt für K&C, die in "Wyatt Earp" ganz nebenbei noch weitere bekannte Gesetzeshüter, z. B. Michael Meagher, Sherm McMasters, Larry Deger kurz auftreten lassen. Anmerkung: Wer sich weitere Filme zu bekannten amerikanischen Personen/Ereignissen dieser Zeit anschauen möchte, sollte es mal mit folgenden Scheiben versuchen: "Long Riders" und "American Outlaws" (James/Younger Bande), "The Broken Chain" (Irokesen), "Geronimo" (Apachen), "Ride with the Devil", "Gettysburg" und "Glory" (Bürgerkrieg), "Heaven's Gate" (Johnson-County-Weidekriege), "Hidalgo" (Frank Hopkins), "Wild Bill" (Wild Bill Hickock), "Tombstone" (OK-Corral), "Buffalo Girls" (Calamity Jane) Drei dieser Filme sind auch gemeinsam als Western-Collection erschienen. Zum Zeitpunkt der Einsendung dieser Rezension waren die Titel alle bei Amazon erhältlich. Allerdings nehmen es einige dieser Filme mit der historischen Wahrheit nicht so genau. Cast: Gene Hackman, Kevin Costner, Michael Madsen, David Andrews, Linden Ashby, James Caviezel als Nicholas, Wyatt, Virgil, James, Morgan und Warren Earp, sowie Dennis Quaid (der für seine Rolle über 20kg abspeckte und wirklich schaurig ungesund aussieht) in der Rolle des Doc Holliday. Dazu Bill Pullman und Tom Sizemore als Mastersons, außerdem Isabella Rossellini, Adam Baldwin, Tea Leoni, Mark Harmon und viele weitere zumindest optisch bekannte Darsteller wurden vor die Kamera gebracht, haben offensichtlich Spaß am Dreh und geben ihr Bestes. Eine perfekt gecastete Darstellerriege. Die DVD: Das Bild liegt in opt. Widescreen im Verh. 2.40:1 vor, ist kein Highlight, weist aber auch keine echten Schwächen auf. Tonspuren finden wir in Deutsch (soweit OK) und Spanisch DS 2.0 und einer genialen englischen DD 5.1 Abmischung. Untertitel (auch für die Extras) gibt's in 19 Sprachen sowie (nicht bei den Extras) für Hörbehinderte in Deutsch und Englisch (ohne Farbdifferenzierung, den Sätzen ist nur der Name des jeweiligen Sprechers vorangestellt.) An Extras finden wir den O-Trailer (3:16 Min.), (ab hier Bild 4:3) eine Doku, bei der Regisseur und Cast (teils auch historisch) interessante States abgeben (14:03 Min.), eine von Tom Skerritt moderierte TV-Doku zu diversen Hollywoodepen, bei der z. B. auch Szenen aus Ben Hur, Doktor Schiwago, etc. zu sehen sind (22:35 Min.) und zu meiner Freude 11 geschnittene Szenen (gesamt 19:03 Min.) die fast alle gut in den Film gepasst hätten. Bei der Scheibe handelt es sich übrigens um einen Flipper, ein Teil des Hauptfilms und die Extras befinden sich also auf Seite B. Fazit: Einer der besten Western die ich bisher gesehen habe - ein Muss für Genre Fans. Sollte bei uns jemals die 212 Minuten Langfassung erscheinen werde ich definitiv zuschlagen.
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